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Die '''Lutherkirche''' (auch: ''Martin-Luther-Kirche'') ist die evangelisch-lutherische Kirche von [[Leybuchtpolder]] und befindet sich unmittelbar im Ortskern. Seit der Schließung der [[Evangelisch-reformierte Kirche Leybuchtpolder‏‎|reformierten Kirche von Leybuchtpolder]] ist sie die einzige im Ort.
Die '''Lutherkirche''' (auch: ''Martin-Luther-Kirche'') ist die evangelisch-lutherische Kirche von [[Leybuchtpolder]] und befindet sich unmittelbar im Ortskern. Seit der Schließung der [[Evangelisch-reformierte Kirche Leybuchtpolder‏‎|reformierten Kirche von Leybuchtpolder]] ist sie die einzige im Ort.


Die Kirche wurde erst einige Zeit nach Fertigstellung der Bauarbeiten zur Eindeichung und Gründung von Leybuchtpolder errichtet.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 61</ref> Dies ist zum einen an der recht späten Einweihung im Jahre 1960 erkennbar und zum anderen an der Hausnummer ''14 A''. Es ist also anzunehmen, dass sie nicht Bestandteil der Anfangsplanungen war. Vor dem Bau der Kirche hielten die Einwohne ihre Gottesdienst in einem der Klassenräum der benachbarten [[Grundschule Leybuchtpolder|Grundschule]] ab.<ref>[https://www.grundschule-leybucht.de/schulchronik.php Chronik der Grundschule Leybuchtpolder], abgerufen am 30. August 2021</ref>
== Geschichte ==
Die Kirche wurde erst einige Zeit nach Fertigstellung der Bauarbeiten zur Eindeichung und Gründung von Leybuchtpolder errichtet.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 61</ref> Dies ist zum einen an der recht späten Einweihung im Jahre 1960 erkennbar und zum anderen an der Hausnummer ''14 A''. Vor dem Bau der Kirche hielten die Einwohne ihre Gottesdienst in einem der Klassenräum der benachbarten [[Grundschule Leybuchtpolder|Grundschule]] ab.<ref>[https://www.grundschule-leybucht.de/schulchronik.php Chronik der Grundschule Leybuchtpolder], abgerufen am 30. August 2021</ref> Davor diente die alte Schule im Wirdumer Neuland dafür.


Wegen anhaltend schwindender Nachfrage feiert die Gemeinde nur noch einmal monatlich einen Gottesdienst. Die Gemeinde wird dabei in Personalunion mit der Warnfriedgemeinde Osteel verwaltet. Zuvor war sie dem Leezdorfer Pfarramt zugehörig.<ref>[https://www.kirchenkreis-norden.de/Gemeinden/Leybucht Internetseite des Norder Kirchenkreises], abgerufen am 30. August 2021</ref>
Im März 1960 wurde der Grundstein gelegt, im Oktober des Folgejahres konnte sie eingeweiht werden.<ref name=":0">[https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/leybucht/ Beschreibung der Kirchengemeinde Leybucht], abgerufen am 9. November 2021</ref> Wegen anhaltend schwindender Nachfrage feiert die Gemeinde heute jedoch nur noch einmal monatlich einen Gottesdienst. Die Gemeinde wird dabei in Personalunion mit der ''Warnfriedgemeinde Osteel'' verwaltet. Zuvor war sie dem Leezdorfer Pfarramt zugehörig.<ref>[https://www.kirchenkreis-norden.de/Gemeinden/Leybucht Internetseite des Norder Kirchenkreises], abgerufen am 30. August 2021</ref>
 
== Kirchengemeinde Leybucht ==
Die Kirchengemeinde Leybucht wurde bereits 1937 gegründet, also noch vor der Gründung [[Leybuchtpolder|Leybuchtpolders]]. Sie umfasst mehrere Gebiete, die überwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Bereich der [[Leybucht]] eingedeicht und besiedelt wurden: Schoonorther Sommerpolder (1913), Cirksenapolder (1928), [[Neuwesteel]] (1929) und [[Leybuchtpolder]] (1950). Seit 1972 gehören Schoonorther Sommerpolder und Cirksenapolder zur Gemeinde Krummhörn, Leybuchtpolder und Neuwesteel zur [[Stadt Norden]].<ref name=":0" />
 
Zunächst besaß die Gemeinde keine eigene Pfarrstelle, sondern wurde mit der Kirchengemeinde Marienhafe verbunden. Eine Besonderheit dabei war, dass die Kirchengemeinde ''"eine eigentümliche Mischung von Reformierten und Lutheranern, die je von ihren Geistlichen versorgt werden, wie das in Landgemeinden Ostfrieslands sonst nur ganz selten ist"'', umfasste. Die lutherische Gemeinde zählte 1937 rund 120 Gemeindemitglieder; als Gottesdienststätte diente die Schule in Wirdumer Neuland.<ref name=":0" />
 
Mit der Einpfarrung der Ortschaft Leybuchtpolder 1953 vergrößerte sich das Gebiet der Kirchengemeinde. Da eine der Pfarrstellen in Marienhafe vakant war, half Mitte der 1950er Jahre auch das Pfarramt Osteel bei der Versorgung der Leybuchter Gemeinde. 1955 stand kurzzeitig der Vorschlag im Raum, zusammen mit der reformierten Gemeinde eine gemeinsame Kirche in Leybuchtpolder zu errichten. Der Landessuperintendent verwarf die Pläne jedoch wegen Bedenken, dass sich ein derartiges Kirchengebäude zu einer ''"Stätte des Ärgernisses für Jahrzehnte"'' entwickeln könnte. Die Reformierten erbauten sich daraufhin eine [[Lüttje Kark|eigene Kirche]].<ref name=":0" />
 
Mit der Einpfarrung eines Teils der politischen [[Gemeinde Neuwesteel]] zum 1. Januar 1962 vergrößerte sich das Gemeindegebiet erneut. 1985 zählte die KG etwa 630 Gemeindeglieder. Recht schnell entwickelte sich die ökumenische Zusammenarbeit mit der reformierten Gemeinde zu einem Charakteristikum der KG Leybucht. 1969 tagten der lutherische Kirchenvorstand und der reformierte Kirchenrat erstmals gemeinsam. Beide Gemeinden geben bis heute einen Gemeindebrief heraus, arbeiten bei den Gemeindekreisen zusammen, unterrichten ihre Konfirmanden gemeinsam und konfirmieren sie in einem Gottesdienst. Auch die übrigen Gottesdienste feiern beide Gemeinden seit 1970 gemeinsam. In den beiden Kirchen predigen abwechselnd der lutherische und der reformierte Pastor. Seit der ersten Hälfte der 1980er Jahre nutzten die Gemeinden im Sommer und zu Weihnachten die [[Martin-Luther-Kirche]] und im Winter die [[Lüttje Kark|reformierte Kirche]]. Im Jahr 1978 unterzeichneten beide Gemeinden eine Vereinbarung, mit der sie ihre Zusammenarbeit formalisierten. Nach der Entwidmung der reformierten Kirche räumte die Kirchengemeinde Leybucht der reformierten Gemeinde ab Januar 2019 ein Nutzungsrecht an der Martin-Luther-Kirche ein. Die Glocke der reformierten Gemeinde erhielt einen Platz im Gottesdienstraum.<ref name=":0" />
 
Während die Kooperation mit der reformierten Gemeinde eine Konstante in der Geschichte der Kirchengemeinde Leybucht bildet, wechselte die pfarramtliche Zuordnung mehrfach. Regelmäßig finden sich in den Visitationsakten Klagen über die mangelnde Versorgung der Gemeinde. Die pfarramtliche Verbindung mit der Kirchengemeinde Marienhafe endete 1985. Die Kirchengemeinde Leybucht erhielt auch jetzt keine eigene Pfarrstelle, sondern wurde stattdessen mit der rund 20 Kilometer entfernten Kirchengemeinde Loquard verbunden. Seit dem Jahr 2000 ist die Pfarrstelle Loquard dauervakant, daher übernahm das Pfarramt Osteel die Versorgung der Leybuchter Gemeinde.<ref name=":0" />
 
Von 2002 bis 2005 waren beide Gemeinden pfarramtlich verbunden, dann ging diese Verbindung auf die neu gegründete ''Emmaus-Kirchengemeinde Leezdorf'' über, die auch die für Leybucht zuständige zweite Pfarrstelle der Kirchengemeinde Osteel übernommen hatte. Seit dem 1. Januar 2013 ist die Kirchengemeinde Leybucht wiederum mit der KG Osteel pfarramtlich verbunden.<ref name=":0" />


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==