Haus Barenbusch: Unterschied zwischen den Versionen
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==Haus Barenbusch== | ==Haus Barenbusch== | ||
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26506 Norden | 26506 Norden | ||
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Die '''Haus Barenbusch''' (auch: ''Gut Barenbusch''; früher: ''Haus Barenborg'', ''Baringaborg'') war ein großes Steinhaus, das sich auf dem Grund des heutigen [[Barenbuscher Weg]] 23 befand. Es befand sich unmittelbar nördlich der [[Idzingaburg]] und war dessen ''Schatthaus'' (Versorgungshof). Es ähnelte im Aussehen dem Typus ostfriesischer Burgen, die man sich jedoch mehr als große Steinhäuser als Burgen im engeren Sinne vorstellen kann. | Die '''Haus Barenbusch''' (auch: ''Gut Barenbusch''; früher: ''Haus Barenborg'', ''Baringaborg'') war ein großes Steinhaus, das sich auf dem Grund des heutigen [[Barenbuscher Weg]] 23 befand. Es befand sich unmittelbar nördlich der [[Idzingaburg]] und war dessen ''Schatthaus'' (Versorgungshof). Es ähnelte im Aussehen dem Typus ostfriesischer Burgen, die man sich jedoch mehr als große Steinhäuser als Burgen im engeren Sinne vorstellen kann. | ||
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== Geschichte == | ==Geschichte== | ||
Zunächst ein alleinstehendes Steinhaus wurde es nach 1750 um eine Gulfscheune erweitert. Die auf alten Gemälden zu erkennenden Schiebefenster stammen ebenfalls aus der Zeit nach 1750. Für diese Zeit ist auch der Name ''Bärenbusch'' belegt. 1770 folgte ''Baaren Busch''. Aus dem ursprünglichen Namen ''Baringborg'' wurde, da dem Haus der Charakter einer Burg allmählich verloren ging und den Einwohnern das das Haus umgebende hochstämmige Gebüsch stärker in die Augen fiel, der heutige Namen ''Barenbusch''. | Zunächst ein alleinstehendes Steinhaus wurde es nach 1750 um eine Gulfscheune erweitert. Die auf alten Gemälden zu erkennenden Schiebefenster stammen ebenfalls aus der Zeit nach 1750. Für diese Zeit ist auch der Name ''Bärenbusch'' belegt. 1770 folgte ''Baaren Busch''. Aus dem ursprünglichen Namen ''Baringborg'' wurde, da dem Haus der Charakter einer Burg allmählich verloren ging und den Einwohnern das das Haus umgebende hochstämmige Gebüsch stärker in die Augen fiel, der heutige Namen ''Barenbusch''. | ||
Erbaut wurde das Gebäude wahrscheinlich im 15. Jahrhundert, wobei als Erbauer wohl auch die [[Idzinga]] als Burgherren in Frage kommen dürften, die jedoch noch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ausstarben. In den Universitätsmatrikeln von Rostock ist im Jahre 1494 ein ''Ludolphus Basenborch de Nordis'' aufgeführt, wahrscheinlich ein Vorfahre des späteren Bürgermeisters [[Hayo Rykena (1530)|Hayo Rykena]]. Rykena war nachweislich im 16. Jahrhundert Eigentümer des Haus Barenbusch. | Erbaut wurde das Gebäude wahrscheinlich im 15. Jahrhundert, wobei als Erbauer wohl auch die [[Idzinga]] als Burgherren in Frage kommen dürften, die jedoch noch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ausstarben. In den Universitätsmatrikeln von Rostock ist im Jahre 1494 ein ''Ludolphus Basenborch de Nordis'' aufgeführt, wahrscheinlich ein Vorfahre des späteren Bürgermeisters [[Hayo Rykena (1530)|Hayo Rykena]]. Rykena war nachweislich im 16. Jahrhundert Eigentümer des Haus Barenbusch. | ||
Rykena schreibt 1605 in seinem Testament, dass sein Neffe [[Manninga|Lütet Manninga]] das Haus und das dazugehörige Land (in seiner Gesamtheit als ''Herd'' bezeichnet) zusammen mit einem silbernen Becher, auf dem geschrieben steht | Rykena schreibt 1605 in seinem Testament, dass sein Neffe [[Manninga|Lütet Manninga]] das Haus und das dazugehörige Land (in seiner Gesamtheit als ''Herd'' bezeichnet) zusammen mit einem silbernen Becher, auf dem geschrieben steht ''"Sulvern stoep baven vergüldet, in der midden ein vergüldete wynranke under up den Bodden steit gesteken [[Remet Engen]] tho ein gedechtniß up den Heerdt tho Lintell schall bliven, damit Lutet moge weten, war van ehme der Herdt hergekamen sy"'' erhalten soll. Sinngemäß übersetzt bedeutet der wohl in altniederdeutscher Sprache geschriebene Text: ''"Ein silberner Becher, oben vergoldet. In der Mitte eine vergoldete Weinranke. Unter dem Boden steht der Name [[Remet Engen]] eingraviert, damit das Gedächtnis an den Herd zu Lintel erhalten bleibt und damit Lütet weiß, woher der Herd gekommen ist."'' | ||
Nach dem Verfall der Idzingaburg diente das Haus Barenbusch als Wehrhaus (Wohnhaus mit Verteidigungsanlagen) dem Schutz der Stadt Norden, die zu keinem Zeitpunkt mit einer Stadtmauer befestigt war. Um 1760 betrieb [[Meint Hayo Rykena]] hier eine Kornbrennerei.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 134</ref> | Nach dem Verfall der Idzingaburg diente das Haus Barenbusch als Wehrhaus (Wohnhaus mit Verteidigungsanlagen) dem Schutz der Stadt Norden, die zu keinem Zeitpunkt mit einer Stadtmauer befestigt war. Um 1760 betrieb [[Meint Hayo Rykena]] hier eine Kornbrennerei.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 134</ref> | ||