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Die 95 Anteile der Leegemoorgesellschaft wurden anteilig auf die einzelnen 95 Interessenten verteilt. Zur gemeinsamen Nutzung und Verwaltung gründeten die ''Gebräucher'' (Landnutzer) die ''Leegemoorgesellschaft''. Die Weiden wurden seit jeher überwiegend zur Viehhaltung genutzt. Dazu beschäftigte man einen eigenen Hirten, der in einem eigenen [[Hirtenhaus (Leegemoorgesellschaft)|Hirtenhaus]] wohnte. In einem Raum dieses Hauses hielt die Leegemoorgesellschaft früher auch ihre jährlichen Treffen statt.<ref name=":0" /> Das Gebäude ist bis heute erhalten und befindet sich am Ende der [[Zinngießerstraße]]. An das Hirtenhaus erinnert auch der Straßenname [[Zum Hirtenhaus|''Zum Hirtenhaus'']].
Die 95 Anteile der Leegemoorgesellschaft wurden anteilig auf die einzelnen 95 Interessenten verteilt. Zur gemeinsamen Nutzung und Verwaltung gründeten die ''Gebräucher'' (Landnutzer) die ''Leegemoorgesellschaft''. Die Weiden wurden seit jeher überwiegend zur Viehhaltung genutzt. Dazu beschäftigte man einen eigenen Hirten, der in einem eigenen [[Hirtenhaus (Leegemoorgesellschaft)|Hirtenhaus]] wohnte. In einem Raum dieses Hauses hielt die Leegemoorgesellschaft früher auch ihre jährlichen Treffen statt.<ref name=":0" /> Das Gebäude ist bis heute erhalten und befindet sich am Ende der [[Zinngießerstraße]]. An das Hirtenhaus erinnert auch der Straßenname [[Zum Hirtenhaus|''Zum Hirtenhaus'']].


Während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Kriegs]] erwies sich das Leegemoor als unabdingbar für die Versorgung der hungernden Bevölkerung mit Fleisch. Insbesondere, nachdem die gefürchteten Söldnerheere des Erich von Mansfeld die Stadt und das Umland in den Jahren 1622 bis 1624 heimsuchten, plünderten und brandschatzten, kam es zu großer Not. Auch nach ihrem Abzug - der Krieg dauerte noch bis 1648 - litt das Volk. Handel und Verkehr konnten kaum betrieben werden, allgemeines Elend griff um sich. Wahrscheinlich verkaufte [[Enno III. Cirksena|Graf Enno III.]] die Ländereien in dieser Zeit auch an die bisherigen Pächter, um die Staatskasse aufzufüllen. Zu dieser Zeit befanden sich die [[Altenbürgerlande|Alten- und Neuenbürgerlande]] bereits in (mehr oder minder) schon lange (seit etwa 1570) in fester Hand.<ref>Rack, Eberhard (1982): Up Leegemoors Wohlfahrt, Norden, S. 3</ref>
Während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Kriegs]] erwies sich das Leegemoor als unabdingbar für die Versorgung der hungernden Bevölkerung mit Fleisch. Insbesondere, nachdem die gefürchteten Söldnerheere des Peter Ernst II. von Mansfeld die Stadt und das Umland in den Jahren 1622 bis 1624 heimsuchten, plünderten und brandschatzten, kam es zu großer Not. Auch nach ihrem Abzug - der Krieg dauerte noch bis 1648 - litt das Volk. Handel und Verkehr konnten kaum betrieben werden, allgemeines Elend griff um sich. Wahrscheinlich verkaufte [[Enno III. Cirksena|Graf Enno III.]] die Ländereien in dieser Zeit auch an die bisherigen Pächter, um die Staatskasse aufzufüllen. Zu dieser Zeit befanden sich die [[Altenbürgerlande|Alten- und Neuenbürgerlande]] bereits in (mehr oder minder) schon lange (seit etwa 1570) in fester Hand.<ref>Rack, Eberhard (1982): Up Leegemoors Wohlfahrt, Norden, S. 3</ref>


== Sitten und Gebräuche ==
== Sitten und Gebräuche ==