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Nach dem Austritt aus der katholischen Kirche wurde Reese schließlich evangelischer Pastor in der [[Ludgerikirche]].<ref>[https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/norden-st-ludgeri/ Kirchengemeindelexikon] der St. Ludgerigemeinde Norden, abgerufen am 8. April 2021</ref> | Nach dem Austritt aus der katholischen Kirche wurde Reese schließlich evangelischer Pastor in der [[Ludgerikirche]].<ref>[https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/norden-st-ludgeri/ Kirchengemeindelexikon] der St. Ludgerigemeinde Norden, abgerufen am 8. April 2021</ref> | ||
==Thesen | ==Thesen== | ||
Die Thesen des Hinrich Reese umfassten folgende Behauptungen:<blockquote>''1) Die Gläubigen sind allein ihrem Gewissen verpflichtet.'' | Die Thesen des Hinrich Reese umfassten folgende Behauptungen:<blockquote>''1) Die Gläubigen sind allein ihrem Gewissen verpflichtet.'' | ||
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''21) Die geistlich sich nennenden Orden sind verdammte Sekten.'' | ''21) Die geistlich sich nennenden Orden sind verdammte Sekten.'' | ||
''22) Verflucht sei derjenige, der sich auf die Menschen verlässt oder auf sie baut.''</blockquote>Die ersten dieser Thesen sind im Ton noch gemäßigt, thematisch eher allgemein gehalten und beziehen sich auf die politischen und kirchlichen Zustände dieser Zeit. Dann aber folgen gezielte Angriffe auf die Kirche (Thesen 8 bis 16): Auf die heilige Messe als Verfälschung des Wortes Gottes, auf die herrschende Sakramentspraxis und auf die Heiligenverkehrung als Abgötterei. Bei dem Angriff auf die Ohrenbeichte und Sündenvergebung wird zugleich die Mittlerstellung des Priesters zwischen Gläubigen und Gott verworfen und These 16 darf wohl als Angriff gegen das Zölibat verstanden werden. Der dritte Teil richtet sich mit besonderer Schärfe gegen das Klosterwesen und deren Insassen (Mönche, Nonnen, etc.). Das Klosterleben kann keinen besonderen Rang beanspruchen und es werden alle ''Geschorenen'' als nutzlos, gar als ''Sekte'' bezeichnet. Den Abschluss bildet die Verfluchung der katholischen Kirche in ihrer Gesamtheit. | ''22) Verflucht sei derjenige, der sich auf die Menschen verlässt oder auf sie baut.''</blockquote>Die ersten dieser Thesen sind im Ton noch gemäßigt, thematisch eher allgemein gehalten und beziehen sich auf die politischen und kirchlichen Zustände dieser Zeit. Dann aber folgen gezielte Angriffe auf die Kirche (Thesen 8 bis 16): Auf die heilige Messe als Verfälschung des Wortes Gottes, auf die herrschende Sakramentspraxis und auf die Heiligenverkehrung als Abgötterei. Bei dem Angriff auf die Ohrenbeichte und Sündenvergebung wird zugleich die Mittlerstellung des Priesters zwischen Gläubigen und Gott verworfen und These 16 darf wohl als Angriff gegen das Zölibat verstanden werden. Der dritte Teil richtet sich mit besonderer Schärfe gegen das Klosterwesen und deren Insassen (Mönche, Nonnen, etc.). Das Klosterleben kann keinen besonderen Rang beanspruchen und es werden alle ''Geschorenen'' als nutzlos, gar als ''Sekte'' bezeichnet. Den Abschluss bildet die Verfluchung der katholischen Kirche in ihrer Gesamtheit.<ref name=":0" /> | ||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||