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Die heutige Straße gehört zu den ältesten Wegen der Stadt, verlief auf der [[Udo-Focken-Deich|Deichlinie von 1425]] und damit weitestgehend entlang der Grenze von [[Süderneuland II]]<ref>Schreiber, Gretje (2006): Norder Gemeinweiden im ausgehenden Mittelalter bis zur Neuzeit, in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Jg. 2006 Bd. 86, S. 39ff.</ref> Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war der Weg größtenteils unbefestigt und morastig und dennoch die Hauptverkehrsstraße gen Süden.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 122</ref> Oftmals blieben die Pferdekutschen bei Regen im Schlamm der ''Bargeburisch-pontischen Sümpfe'' stecken.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 123</ref> | Die heutige Straße gehört zu den ältesten Wegen der Stadt, verlief auf der [[Udo-Focken-Deich|Deichlinie von 1425]] und damit weitestgehend entlang der Grenze von [[Süderneuland II]]<ref>Schreiber, Gretje (2006): Norder Gemeinweiden im ausgehenden Mittelalter bis zur Neuzeit, in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Jg. 2006 Bd. 86, S. 39ff.</ref> Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war der Weg größtenteils unbefestigt und morastig und dennoch die Hauptverkehrsstraße gen Süden.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 122</ref> Oftmals blieben die Pferdekutschen bei Regen im Schlamm der ''Bargeburisch-pontischen Sümpfe'' stecken.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 123</ref> Dieser Begriff ist eine Anspielung auf die einstigen Sümpfe der Pontinische Ebene südlich von Rom, gepaart mit dem Ortsnamen ''[[Bargebur]]''. | ||
Der Alte Postweg führte von Aurich über Victorbur, Marienhafe und Osteel nach Norden und dort am [[Fehnkanal]] bzw. [[Verschönerungsweg]] entlang bis zum heutigen ''Alten Postweg''. Von dort führte er von der Mühle im scharfen Knick nach Osten auf den Bargeburer Weg (heute [[Heerstraße]]) weiter in Richtung Landstraße Lütetsburg und letztlich bis nach Berum.<ref>Imhoff, Mathilde: Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte (DGK 5) 2309/21 Norden-Nord (Schluß) in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier 29. Oktober 1985, Nr. 7/8.</ref> | Der Alte Postweg führte von Aurich über Victorbur, Marienhafe und Osteel nach Norden und dort am [[Fehnkanal]] bzw. [[Verschönerungsweg]] entlang bis zum heutigen ''Alten Postweg''. Von dort führte er von der Mühle im scharfen Knick nach Osten auf den Bargeburer Weg (heute [[Heerstraße]]) weiter in Richtung Landstraße Lütetsburg und letztlich bis nach Berum.<ref>Imhoff, Mathilde: Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte (DGK 5) 2309/21 Norden-Nord (Schluß) in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier 29. Oktober 1985, Nr. 7/8.</ref> Vor dem Bau der ''Chaussee'' (heute [[Bundesstraße]]) erwog man, diese auf dem Alten Postweg verlaufen zu lassen, kam jedoch schnell zu dem Entschluss, dass die Wegstrecke zu kurvenreich ist, sodass man sich für einen (weitestgehend) geradlinigen Verlauf entschied.<ref name=":0" /> | ||
In früheren Jahren war der Postweg letztlich wohl ein Heer- und Handelsweg.<ref>Wiemann, Harm / Engelmann, Johannes (2002): Alte Wege und Straßen in Ostfriesland, Leer, S. 7</ref> Mit dem Aufkommen eines geregelten Postwesens seit dem 14. Jahrhundert wird er daher hauptsächlich auch von Pferdekutschen oder berittenen Postillonen benutzt worden sein. | |||
==Gebäude und Plätze== | ==Gebäude und Plätze== | ||
Version vom 25. Oktober 2021, 18:22 Uhr
Alter Postweg | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Stadtteil/-viertel | Bargebur u.a. | |||||||
| Erschließungsjahr | um oder vor 1425 | |||||||
| Namensgebung | unbekannt | |||||||
| Historische Namen | Postweg | |||||||
Der Alte Postweg ist eine Gemeindestraße in Bargebur. Die Straße geht direkt südlich von der Heerstraße ab und ist durch den Kirchpfad und Am Moortief ebenfalls mit dieser verbunden. Eine Nebenstraße ist Poggenpoller.
Geschichte
Herkunft des Namens
Der Straßenname hat seinen Ursprung in seiner historischen Nutzung als Postweg. Nur noch ein Teil dieses Wegs ist heute als Alter Postweg bekannt.
Entwicklung
Die heutige Straße gehört zu den ältesten Wegen der Stadt, verlief auf der Deichlinie von 1425 und damit weitestgehend entlang der Grenze von Süderneuland II[1] Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war der Weg größtenteils unbefestigt und morastig und dennoch die Hauptverkehrsstraße gen Süden.[2] Oftmals blieben die Pferdekutschen bei Regen im Schlamm der Bargeburisch-pontischen Sümpfe stecken.[3] Dieser Begriff ist eine Anspielung auf die einstigen Sümpfe der Pontinische Ebene südlich von Rom, gepaart mit dem Ortsnamen Bargebur.
Der Alte Postweg führte von Aurich über Victorbur, Marienhafe und Osteel nach Norden und dort am Fehnkanal bzw. Verschönerungsweg entlang bis zum heutigen Alten Postweg. Von dort führte er von der Mühle im scharfen Knick nach Osten auf den Bargeburer Weg (heute Heerstraße) weiter in Richtung Landstraße Lütetsburg und letztlich bis nach Berum.[4] Vor dem Bau der Chaussee (heute Bundesstraße) erwog man, diese auf dem Alten Postweg verlaufen zu lassen, kam jedoch schnell zu dem Entschluss, dass die Wegstrecke zu kurvenreich ist, sodass man sich für einen (weitestgehend) geradlinigen Verlauf entschied.[3]
In früheren Jahren war der Postweg letztlich wohl ein Heer- und Handelsweg.[5] Mit dem Aufkommen eines geregelten Postwesens seit dem 14. Jahrhundert wird er daher hauptsächlich auch von Pferdekutschen oder berittenen Postillonen benutzt worden sein.
Gebäude und Plätze
Die Straße besteht überwiegend aus Einfamilienhäusern. Im östlichen Bereich befindet sich ein Bauernhof (Gulfhof) aus dem Jahr 1925 mit weitläufigen Ländereien, welcher im Besitz der Familie Kleemann ist.
Im Kurvenbereich von der Heerstraße kommend (hinter der Pforte) befindet sich ein betonierter Deckungsgraben aus dem Zweiten Weltkrieg, der auch heute noch als solcher erkennbar ist.
Hinter der Bargeburer Kirche, welche sich zwischem dem Alten Postweg und der Heerstraße befindet, liegt der Bargeburer Friedhof. Direkt westlich daneben führt ein Weg zu einer Reithalle, deren Eigentümer die Stadt Norden ist. Der letzte Pächter dieser Halle war Bauer Kleemann. Im November 2020 wurde bekannt, dass die bereits seit Jahren wegen Baufälligkeit gesperrte Reithalle abgängig ist und eine Sanierung oder ein Neubau aus Kostengründen nicht erfolgen können.
An der Straßenecke Am Moortief befindet sich das sogenannte Müllerhaus.
Besondere Ereignisse
Im Herbst 2006 brannte eine Scheune der Familie Kleemann ab, welche sich östlich des Alten Postwegs befand.
Galerie
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Blick in die Straße - Aufnahme vom 2. August 2021.
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Links im Bild der Zugang zum Bargeburer Friedhof - Aufnahme vom 2. August 2021.
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Alter Postweg 14 - Aufnahme vom 2. August 2021.
Einzelnachweise
- ↑ Schreiber, Gretje (2006): Norder Gemeinweiden im ausgehenden Mittelalter bis zur Neuzeit, in: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands, Jg. 2006 Bd. 86, S. 39ff.
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 122
- ↑ 3,0 3,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 123
- ↑ Imhoff, Mathilde: Die Flurnamen zur Deutschen Grundkarte (DGK 5) 2309/21 Norden-Nord (Schluß) in: Heim und Herd, Beilage zum Ostfriesischen Kurier 29. Oktober 1985, Nr. 7/8.
- ↑ Wiemann, Harm / Engelmann, Johannes (2002): Alte Wege und Straßen in Ostfriesland, Leer, S. 7
