Onno Behrends Tee: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 35: | Zeile 35: | ||
Das Unternehmen wurden 1887 bzw. 1888 vom Norder Kaufmann [[Onno Behrends]] als ''Special-Thee-Geschäft'' am nicht mehr vorhandenen Gebäude an der [[Große Neustraße|Großen Neustraße]] 21 gegründet. Bereits zwei Jahre zuvor eröffnete er auf ein Norderney einen Laden, in dem er später unter Führung seines Bruders auch Waren aus Japan und China feilbot. Da beide Geschäfte florierten und die Norder Niederlassung schon bald zu klein wurde, erwarb Behrends bereits 1890 zwei nebeneinanderliegende Grundstücke in der Nähe der [[Synagogenweg|Judenlohne]] vom Arzt [[Eduard Pauls|Dr. Eduard Pauls]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 63</ref> | Das Unternehmen wurden 1887 bzw. 1888 vom Norder Kaufmann [[Onno Behrends]] als ''Special-Thee-Geschäft'' am nicht mehr vorhandenen Gebäude an der [[Große Neustraße|Großen Neustraße]] 21 gegründet. Bereits zwei Jahre zuvor eröffnete er auf ein Norderney einen Laden, in dem er später unter Führung seines Bruders auch Waren aus Japan und China feilbot. Da beide Geschäfte florierten und die Norder Niederlassung schon bald zu klein wurde, erwarb Behrends bereits 1890 zwei nebeneinanderliegende Grundstücke in der Nähe der [[Synagogenweg|Judenlohne]] vom Arzt [[Eduard Pauls|Dr. Eduard Pauls]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 63</ref> | ||
Ab 1896 produzierte das Unternehmen den Teelikör ''Wadi Kisan''. Dieser Name wurde später auch für eine Teemischung und zeitweise sogar für das gesamte Teehandelshaus verwendet.<ref name=":3">[http://www.norderney-chronik.de/download/sonder/125_onno-behrends.pdf 125 Jahre Onno Behrends - Digitale Festschrift], abgerufen am 15. August 2021</ref><ref name=":0" /> Da Behrends schnell erkennt, dass in der Teeverarbeitung großes Potential liegt, das er in der Enge der Innenstadt nicht vollends entfalten kann, beschließt er, 1899 ein neues Fabrikgebäude in [[Süderneuland I]] zu errichten.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 64</ref> Das freie Areal [[Am Fridericussiel]] erwies sich wegen seiner weiten Fläche und der unmittelbaren Nähe zum [[Norder Hafen]] als äußerst förderlich. Nebenan erbaute sich Behrends eine prachtvolle Stadtvilla, die er auf den Namen ''[[Villa Wadi Kisan]]'' taufte.<ref name=":3" /> | Ab 1896 produzierte das Unternehmen den Teelikör ''Wadi Kisan''. Dieser Name wurde später auch für eine Teemischung und zeitweise sogar für das gesamte Teehandelshaus verwendet.<ref name=":3">[http://www.norderney-chronik.de/download/sonder/125_onno-behrends.pdf 125 Jahre Onno Behrends - Digitale Festschrift], abgerufen am 15. August 2021</ref><ref name=":0" /> Da Behrends schnell erkennt, dass in der Teeverarbeitung großes Potential liegt, das er in der Enge der Innenstadt nicht vollends entfalten kann, beschließt er, 1899 ein neues Fabrikgebäude in [[Süderneuland I]] zu errichten.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 64</ref> Das freie Areal [[Am Fridericussiel]], wo sich früher die [[Sägemühle Betriebsamkeit]] befand, erwies sich wegen seiner weiten Fläche und der unmittelbaren Nähe zum [[Norder Hafen]] als äußerst förderlich. Nebenan erbaute sich Behrends eine prachtvolle Stadtvilla, die er auf den Namen ''[[Villa Wadi Kisan]]'' taufte.<ref name=":3" /> | ||
Zur Verbesserung der Qualität importierte Behrends bald nicht mehr nur Tee aus China, sondern auch aus Indien, Sri Lanka, Indonesien und Japan. Durch die großen Mengen an Teeimporten wurde Norden bald zu einem der Hauptumschlagplätze hierfür. Durch Werbung im [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesischen Kurier]] und überregionalen Zeitungen erhöhte Behrends erfolgreich seinen Bekanntheitsgrad. 1899 verkaufen deutschlandweit schon 2.000 Verkaufsstellen die Norder Produkte.<ref name=":12">[https://www.onnobehrends.de/chronik Chronik der Firma Onno Behrends], abgerufen am 10. Juni 2021</ref> Und schon bald gründete man zur besseren Koordinierung auch Niederlassungen in den ''Teehochburgen'' London und Konstantinopel (heute Istanbul), die jedoch im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] geschlossen werden mussten.<ref name=":0" /> Auch in Hamburg, Berlin, Köln, Westerland, Münster, Emden und Leer hat es ab 1910 eine Niederlassung gegeben. Während des Krieges kommt die Teefertigung beinahe gänzlich zum Erliegen, da das Deutsche Reich mit fortschreitendem Krieg nahezu gänzlich von der Entente zu See besiegt wurde und Tee vor allem aus den britischen und niederländischen Kolonien bezogen wurde. | Zur Verbesserung der Qualität importierte Behrends bald nicht mehr nur Tee aus China, sondern auch aus Indien, Sri Lanka, Indonesien und Japan. Durch die großen Mengen an Teeimporten wurde Norden bald zu einem der Hauptumschlagplätze hierfür. Durch Werbung im [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesischen Kurier]] und überregionalen Zeitungen erhöhte Behrends erfolgreich seinen Bekanntheitsgrad. 1899 verkaufen deutschlandweit schon 2.000 Verkaufsstellen die Norder Produkte.<ref name=":12">[https://www.onnobehrends.de/chronik Chronik der Firma Onno Behrends], abgerufen am 10. Juni 2021</ref> Und schon bald gründete man zur besseren Koordinierung auch Niederlassungen in den ''Teehochburgen'' London und Konstantinopel (heute Istanbul), die jedoch im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] geschlossen werden mussten.<ref name=":0" /> Auch in Hamburg, Berlin, Köln, Westerland, Münster, Emden und Leer hat es ab 1910 eine Niederlassung gegeben. Während des Krieges kommt die Teefertigung beinahe gänzlich zum Erliegen, da das Deutsche Reich mit fortschreitendem Krieg nahezu gänzlich von der Entente zu See besiegt wurde und Tee vor allem aus den britischen und niederländischen Kolonien bezogen wurde. | ||