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1925 trat der Enkel des Gründers, [[Diedrich Soltau]], als Schriftleiter in den Verlag ein. Im selben Jahr bekam die hiesige Zeitungslandschaft mit dem ''Volksboten'' eine neue Konkurrenz. Die sozialdemokratisch geprägte Zeitung ging wegen ihrer Ausrichtung und der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wieder ein, obwohl sie mit 5.000 Exemplaren kurzzeitig sogar die Marktführerschaft errungen hatte.<ref name=":0" /> Auch der Kurier wurde Opfer der NS-Ideologie und - wie alle Medien - gleichgeschaltet. Nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] durfte der Kurier, wie die gesamte unter den Nationalsozialisten gleichgeschaltete deutsche Presse, nicht mehr erscheinen. Nur von den Besatzungsmächten gestattete ''Lizenzzeitungen'' waren zunächst erlaubt.
1925 trat der Enkel des Gründers, [[Diedrich Soltau]], als Schriftleiter in den Verlag ein. Im selben Jahr bekam die hiesige Zeitungslandschaft mit dem ''Volksboten'' eine neue Konkurrenz. Die sozialdemokratisch geprägte Zeitung ging wegen ihrer Ausrichtung und der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wieder ein, obwohl sie mit 5.000 Exemplaren kurzzeitig sogar die Marktführerschaft errungen hatte.<ref name=":0" /> Auch der Kurier wurde Opfer der NS-Ideologie und - wie alle Medien - gleichgeschaltet. Nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] durfte der Kurier, wie die gesamte unter den Nationalsozialisten gleichgeschaltete deutsche Presse, nicht mehr erscheinen. Nur von den Besatzungsmächten gestattete ''Lizenzzeitungen'' waren zunächst erlaubt.


[[Heinrich Soltau]] starb im August 1949. Nur kurz erlebte er die im Mai 1949 durch das Grundgesetz wiedererlangte Pressefreiheit, dank der der Kurier wieder in gewohnter Weise erscheinen konnte. 1950 erwarb der SKN mit den Verlagen in Emden, Aurich und Rhauderfehn von der Oldenburger ''Nordwest-Zeitung'' deren Lizenzausgabe für den Regierungsbezirk Aurich, die ''Ostfriesen-Zeitung'' mit Sitz in Leer. Diedrich Gerhard Soltau verstarb 1953 nach längerer Krankheit. Seine Frau [[Irmgard Soltau]], geb. Lattmann, aus Goslar übernahm die Verantwortung für den Verlag mit damals 64 Mitarbeitern. Nach dem Tod von Irmgard Soltau im Jahr 1973 übernahmen die älteste Tochter [[Ursula Basse-Soltau]] und der Verlagsleiter Heinrich Siever die Unternehmensführung. Siever verließ den ''Ostfriesischen Kurier'' 1976 und wurde Geschäftsführer bei der ''Ostfriesen-Zeitung'' in Leer.
[[Heinrich Soltau]] starb im August 1949. Nur kurz erlebte er die im Mai 1949 durch das Grundgesetz wiedererlangte Pressefreiheit, dank der der Kurier wieder in gewohnter Weise erscheinen konnte - wenngleich zunächst unter dem Namen ''Norder Kurier'' (bis 31. August 1950).<ref>[https://ostfriesischer-kurier.de/images/OK_150Jahre.pdf Festschrift zum 150-jährigen Firmenbestehen], abgerufen am 20. Oktober 2021</ref> 1950 erwarb der SKN mit den Verlagen in Emden, Aurich und Rhauderfehn von der Oldenburger ''Nordwest-Zeitung'' deren Lizenzausgabe für den Regierungsbezirk Aurich, die ''Ostfriesen-Zeitung'' mit Sitz in Leer. Diedrich Gerhard Soltau verstarb 1953 nach längerer Krankheit. Seine Frau [[Irmgard Soltau]], geb. Lattmann, aus Goslar übernahm die Verantwortung für den Verlag mit damals 64 Mitarbeitern. Nach dem Tod von Irmgard Soltau im Jahr 1973 übernahmen die älteste Tochter [[Ursula Basse-Soltau]] und der Verlagsleiter Heinrich Siever die Unternehmensführung. Siever verließ den ''Ostfriesischen Kurier'' 1976 und wurde Geschäftsführer bei der ''Ostfriesen-Zeitung'' in Leer.


Die Kündigung des Lohndrucks der ''Emder Zeitung'' stürzte die Firma 1979 bis 1982 in eine Existenzkrise. Nachdem 1945 durch die Bombardierung Emdens die dortige Zeitungsdruckerei vernichtet worden war, hatte sich der Norder Verlag vollständig darauf ausgerichtet, Zeitungen herzustellen. Rund ein Drittel der 100 Norder Mitarbeiter war 1979 mit dem Emder Lohnauftrag beschäftigt. Im Juni 1981 wurde die letzte ''Emder Zeitung'' in Norden gedruckt, wodurch der Betrieb erneut in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten drohte.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118</ref>
Die Kündigung des Lohndrucks der ''Emder Zeitung'' stürzte die Firma 1979 bis 1982 in eine Existenzkrise. Nachdem 1945 durch die Bombardierung Emdens die dortige Zeitungsdruckerei vernichtet worden war, hatte sich der Norder Verlag vollständig darauf ausgerichtet, Zeitungen herzustellen. Rund ein Drittel der 100 Norder Mitarbeiter war 1979 mit dem Emder Lohnauftrag beschäftigt. Im Juni 1981 wurde die letzte ''Emder Zeitung'' in Norden gedruckt, wodurch der Betrieb erneut in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten drohte.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118</ref>