Ostermarsch: Unterschied zwischen den Versionen
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Durch Registerauszüge der Jahre 1580 und 1611 wird ersichtlich, dass die zu den einzelnen Höfen gehörenden Ländereien in die Gebiete ''Neuland'' und ''Altland'' unterteilt war. Mit ''Neuland'' ist jenes Land gemeint, das erst nach dem Bau des Deiches von 1576 gewonnen wurde und mit ''Altland'' das bereits vorher bestehende, man nannte diese Gebiete daher auch [[Altes Ostermarscher Neuland]] (724,25 [[Diemat]]) und [[Ostermarscher Neuland]] (790 [[Diemat]]) in Abgrenzung zu den Gebieten südlich der Deichlinie von 1200, die das Altland war.. So umfasste die Ostermarsch in 1611 insgesamt 724,25 [[Diemat]] Altland und 790 Diemat Neuland. Die Eindeichung war jedoch zu keinem Zeitpunkt ausschlaggebend für die Entstehung neuer Höfe und auch deren Zahl hat sich dadurch nicht verändert. Zwar sank die Zahl der Kleinbauern seit dem Mittelalter kontinuierlich, doch hatte dies eher wirtschaftliche Gründe, die sich überregional gleich darstellten. Die Kleinbauern konnten mit den Großbauern wirtschaftlich nicht mithalten, wurden dadurch von diesen abhängig und letztlich ''aufgesogen''. Die durchschnittliche Größe eines Marschhofes stieg somit bis zum Doppelten und Dreifachen. Durch die neue Landvergabe konnten sich immerhin noch einige mittelgroße Höfe halten und brachten es teils auf immerhin 30 bis 80 [[Diemat]] Land. | Durch Registerauszüge der Jahre 1580 und 1611 wird ersichtlich, dass die zu den einzelnen Höfen gehörenden Ländereien in die Gebiete ''Neuland'' und ''Altland'' unterteilt war. Mit ''Neuland'' ist jenes Land gemeint, das erst nach dem Bau des Deiches von 1576 gewonnen wurde und mit ''Altland'' das bereits vorher bestehende, man nannte diese Gebiete daher auch [[Altes Ostermarscher Neuland]] (724,25 [[Diemat]]) und [[Ostermarscher Neuland]] (790 [[Diemat]]) in Abgrenzung zu den Gebieten südlich der Deichlinie von 1200, die das Altland war.. So umfasste die Ostermarsch in 1611 insgesamt 724,25 [[Diemat]] Altland und 790 Diemat Neuland. Die Eindeichung war jedoch zu keinem Zeitpunkt ausschlaggebend für die Entstehung neuer Höfe und auch deren Zahl hat sich dadurch nicht verändert. Zwar sank die Zahl der Kleinbauern seit dem Mittelalter kontinuierlich, doch hatte dies eher wirtschaftliche Gründe, die sich überregional gleich darstellten. Die Kleinbauern konnten mit den Großbauern wirtschaftlich nicht mithalten, wurden dadurch von diesen abhängig und letztlich ''aufgesogen''. Die durchschnittliche Größe eines Marschhofes stieg somit bis zum Doppelten und Dreifachen. Durch die neue Landvergabe konnten sich immerhin noch einige mittelgroße Höfe halten und brachten es teils auf immerhin 30 bis 80 [[Diemat]] Land. | ||
Zur Zeit der Bedeichung war die alte bäuerliche Sozialordnung noch in Kraft, sodass die Landnahme in [[Rott|Rotten]] erfolgte. So kolonisierten die aus dem Raume Norden angesetzten Siedler in der Ostermarsch in acht Rotten, in der [[Lintelermarsch]] in drei Rotten und in der [[Westermarsch]] in neun Rotten<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 60</ref> | Zur Zeit der Bedeichung war die alte bäuerliche Sozialordnung noch in Kraft, sodass die Landnahme in [[Rott|Rotten]] erfolgte. So kolonisierten die aus dem Raume Norden angesetzten Siedler in der Ostermarsch in acht Rotten, in der [[Lintelermarsch]] in drei Rotten und in der [[Westermarsch]] in neun Rotten.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 60</ref> | ||
Am 5. Oktober 1669 fiel Haro Caspar von Innhausen und Knyphausen, Herr von Lütetsburg, in der Ostermarsch ein und ließ Türen und Scheiben von fünf Höfen, die sich im Eigentum seines Vetters Dodo II. befanden, einschlagen. Zuvor hatte der auf [[Schloss Tidofeld]] residierende Dodo seinen wiederum auf Schloss Lütetsburg wohnenden Vetter infolge jahrelanger Erbstreitigkeiten angegriffen. Der Angriff schlug fehl und Haro sann auf Rache. Wenige Tage später griff er schließlich auch Schloss Tidofeld direkt an.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 135f.</ref> | Am 5. Oktober 1669 fiel Haro Caspar von Innhausen und Knyphausen, Herr von Lütetsburg, in der Ostermarsch ein und ließ Türen und Scheiben von fünf Höfen, die sich im Eigentum seines Vetters Dodo II. befanden, einschlagen. Zuvor hatte der auf [[Schloss Tidofeld]] residierende Dodo seinen wiederum auf Schloss Lütetsburg wohnenden Vetter infolge jahrelanger Erbstreitigkeiten angegriffen. Der Angriff schlug fehl und Haro sann auf Rache. Wenige Tage später griff er schließlich auch Schloss Tidofeld direkt an.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 135f.</ref> | ||