Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 34: Zeile 34:
|}
|}
__NOTOC__
__NOTOC__
Die '''Diakonissenstation''' an der [[Klosterstraße]] 19 war eine Einrichtung der [[Ludgerigemeinde Norden|evangelischen Kirche]], die sich der Krankenpflege verschrieben hatte. Das Gebäude wurde 1962 entwidmet.  
Die '''Diakonissenstation''' an der [[Klosterstraße]] 19 war eine Einrichtung der [[Ludgerigemeinde Norden|evangelischen Kirche]], die sich der Krankenpflege verschrieben hatte. Das Gebäude wurde 1962 entwidmet und von einem gleichnamigen, eingetragenen Verein betrieben.  


==Geschichte==
==Geschichte==
Zeile 40: Zeile 40:
Der 1878 von [[Hero Tilemann|Pastor Tilemann]] gegründete Verein als Betreiber der Diakonissenstation hatte sich durch seine Satzung dazu verpflichtet, die unentgeltliche Ausübung der Krankenpflege im Bezirk der [[Ludgerigemeinde Norden|evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde von Norden]] wahrzunehmen. Die hier tätigen Krankenschwestern wurden hierbei vor allem vom Henriettenstift aus Hannover gestellt.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 237</ref> Das [[Krankenhaus Norden|Krankenhaus]] an der [[Feldstraße]] wurde erst viel später gebaut. Gepflegt wurden alle Kranken unabhängig ihrer Herkunft oder ihrer Religion.<ref name=":0" /><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 238</ref>
Der 1878 von [[Hero Tilemann|Pastor Tilemann]] gegründete Verein als Betreiber der Diakonissenstation hatte sich durch seine Satzung dazu verpflichtet, die unentgeltliche Ausübung der Krankenpflege im Bezirk der [[Ludgerigemeinde Norden|evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde von Norden]] wahrzunehmen. Die hier tätigen Krankenschwestern wurden hierbei vor allem vom Henriettenstift aus Hannover gestellt.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 237</ref> Das [[Krankenhaus Norden|Krankenhaus]] an der [[Feldstraße]] wurde erst viel später gebaut. Gepflegt wurden alle Kranken unabhängig ihrer Herkunft oder ihrer Religion.<ref name=":0" /><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 238</ref>


Schon im Gründungsjahr sah sich der Verein und die bis dahin einzige Krankenschwester großen Herausforderungen durch eine grassierende Typhusepidemie ausgesetzt, bei der sich alle in Norden praktizierenden Ärzte infizierten. Dr. Salomon soll dem Fieber bereits sechs Tage nach Ausbruch erlegen sein, auch die Krankenschwester erkrankte, konnte sich jedoch erholen.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Drei Jahre später wurde der Norder Diakonissenstation eine weitere Krankenschwester zugewiesen.<ref name=":1" />
Schon im Gründungsjahr sah sich der Verein und die bis dahin einzige Krankenschwester [[Marie Janssen]] großen Herausforderungen durch eine grassierende Typhusepidemie ausgesetzt, bei der sich alle in Norden praktizierenden Ärzte infizierten. Dr. Salomon soll dem Fieber bereits sechs Tage nach Ausbruch erlegen sein, auch die Krankenschwester erkrankte, konnte sich jedoch erholen.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Drei Jahre später wurde der Norder Diakonissenstation eine weitere Krankenschwester zugewiesen.<ref name=":1" />


Neben der Krankenpflege waren die Schwestern ab 1881 auch in der Kindertagespflege tätig und betrieben parallel zur [[Kinderbewahranstalt]] am [[Fräuleinshof]] eine eigene. Hier hüteten sie unter anderem Kinder aus ärmeren Familien, die im Rahmen der Kinderlandverschickung nach Norderney reisten, aber wegen der damals noch nicht bis zur [[Mole Norddeich]] führenden [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke]] nicht durchfahren und daher in Norden übernachten mussten. Auch betrieben die Schwestern eine Suppenküche und boten ein kostenloses Mittagessen für Bedürftige an.<ref name=":1" />
Neben der Krankenpflege waren die Schwestern ab 1881 auch in der Kindertagespflege tätig und betrieben parallel zur [[Kinderbewahranstalt]] am [[Fräuleinshof]] eine eigene. Hier hüteten sie unter anderem Kinder aus ärmeren Familien, die im Rahmen der Kinderlandverschickung nach Norderney reisten, aber wegen der damals noch nicht bis zur [[Mole Norddeich]] führenden [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke]] nicht durchfahren und daher in Norden übernachten mussten. Auch betrieben die Schwestern eine Suppenküche und boten ein kostenloses Mittagessen für Bedürftige an.<ref name=":1" />