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Am 20. Oktober 1772 erhält eine Interessengemeinschaft die Erlaubnis, im Süden des [[Heerstraße|Bargeburer Weges]] eine Windölmühle anzulegen.<ref>StAA, Rep.12, Nr. 3060</ref> Zehn Jahre durfte im Umkreis keine andere Ölmühle gebaut werden. Die Erlaubnis wurde darauf beschränkt, dass die Ölmühle nur als solche betrieben werden darf. Weiterhin waren die Eigner verpflichtet, unmittelbar ab ihrer Inbetriebnahme das Windgeld (Steuer für den Betrieb einer Windmühle), zu zahlen. Im August 1773 war die Fertigstellung geplant. Bauherr war [[Johann Friedrich Janßen]], ein gebürtiger Ostfriese. Dieser hatte offenbar maßgebliche Unterstützung von [[Hajo Laurenz Damm|Amtsverwalter Damm]] erhalten.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 155</ref>
Am 20. Oktober 1772 erhält eine Interessengemeinschaft die Erlaubnis, im Süden des [[Heerstraße|Bargeburer Weges]] eine Windölmühle anzulegen.<ref>StAA, Rep.12, Nr. 3060</ref> Zehn Jahre durfte im Umkreis keine andere Ölmühle gebaut werden. Die Erlaubnis wurde darauf beschränkt, dass die Ölmühle nur als solche betrieben werden darf. Weiterhin waren die Eigner verpflichtet, unmittelbar ab ihrer Inbetriebnahme das Windgeld (Steuer für den Betrieb einer Windmühle), zu zahlen. Im August 1773 war die Fertigstellung geplant. Bauherr war [[Johann Friedrich Janßen]], ein gebürtiger Ostfriese. Dieser hatte offenbar maßgebliche Unterstützung von [[Hajo Laurenz Damm|Amtsverwalter Damm]] erhalten.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 155</ref>


Als eine Dampfmaschine angelegt wird, schied die Ölmühle aus der Brand-Sozietät (Feuerversicherung) am 22. August 1857 aus. In dieser Zeit wurde auch der - schon lange nicht mehr existente - Schornstein errichtet. Nachdem die Besitzer das Ölschlagen um 1870 eingestellt hatten, wurde die Mühle als Pelde- und Schrotmühle eingerichtet und erhielt den Namen ''(Die) Vereinigung'', weil dort jetzt auch Getreide gemahlen werden konnte. Die ursprüngliche Beschränkung auf den Betrieb als Ölmühle war offenbar obsolet geworden. In dieser Zeit werden die Interessenten der ''Oelmühlen Vereinigung'' mit Senator R. Eiben in Norden genannt.<ref name=":0" /> Ursächlich für die Umstellung der Mahlart war die aufkommende Unwirtschaftlichkeit von Ölmühlen, deren Zahl in der Stadt im Jahre 1860 noch fünf betrug. Raps als wichtigster Rohstoff für das Ölschlagen war häufig unsicher im Ertrag.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 89</ref>
Bis 1844 wurde die Mühle als [[Roßmühle]] betrieben, ehe mit einer Dampfmaschine ausgestattet wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 156</ref> In dieser Zeit wurde auch der - schon lange nicht mehr existente - Schornstein errichtet. Später, am 22. August 1857, schied die Ölmühle aus der Brand-Sozietät (Feuerversicherung) aus.
 
Nachdem die Besitzer das Ölschlagen um 1870 eingestellt hatten, wurde die Mühle als windbetriebene Pelde- und Schrotmühle eingerichtet und erhielt den Namen ''(Die) Vereinigung'', weil dort jetzt auch Getreide gemahlen werden konnte. Die ursprüngliche Beschränkung auf den Betrieb als Ölmühle von Seiten der Behörden war offenbar obsolet geworden. In dieser Zeit werden die Interessenten der ''Oelmühlen Vereinigung'' mit Senator R. Eiben in Norden genannt.<ref name=":0" /> Ursächlich für die Umstellung der Mahlart war die aufkommende Unwirtschaftlichkeit von Ölmühlen, deren Zahl in der Stadt im Jahre 1860 noch fünf betrug. Raps als wichtigster Rohstoff für das Ölschlagen war häufig unsicher im Ertrag.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 89</ref>


Seit 1945 ist die Mühle ohne Flügel. Mühlenhaus und -rumpf werden seitdem privat für Wohnzwecke genutzt.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2012): Mühlengeschichten in und um Norden, Manuskript</ref>
Seit 1945 ist die Mühle ohne Flügel. Mühlenhaus und -rumpf werden seitdem privat für Wohnzwecke genutzt.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2012): Mühlengeschichten in und um Norden, Manuskript</ref>