Ölmühle: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Ölmühle''' (auch: ''Die Vereinigung'') befindet sich am nach ihr benannten [[Ölmühlenweg]] in [[Süderneuland II]], unmittelbar an der Schnittstelle zwischen [[Norden (Stadtteil)|Norden]] und [[Bargebur]]. Sie wurde von 1773 bis etwa 1870 als solche und anschließend, bis 1945, als herkömmliche Schrot- und Peldemühle genutzt. Die Ölmühle wurde im amtlichen Gebrauch zudem als Ortsteil der ehemals selbstständigen Gemeinde Süderneuland II geführt. | Die '''Ölmühle''' (auch: ''Die Vereinigung'') befindet sich am nach ihr benannten [[Ölmühlenweg]] in [[Süderneuland II]], unmittelbar an der Schnittstelle zwischen [[Norden (Stadtteil)|Norden]] und [[Bargebur]]. Sie wurde von 1773 bis etwa 1870 als solche und anschließend, bis 1945, als herkömmliche Schrot- und Peldemühle genutzt. Die Ölmühle wurde im amtlichen Gebrauch zudem als Ortsteil der ehemals selbstständigen Gemeinde Süderneuland II geführt. | ||
Zeitweise soll es bis zu fünf Mühlen gegeben haben, die auch ''Ölschlag'' genannt wurden, das sich wiederum vom Ölschlagen, also der Gewinnung von Öl aus Pflanzen wie Raps, ableitete. Eine dieser Ölmühlen war wahrscheinlich die nahegelegene [[Westerroggenmühle]], in der die [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden]] vor dem Bau der [[Bargeburer Kirche]] zeitweise ihren Gottesdienst abhielt. | Zeitweise soll es bis zu fünf Mühlen gegeben haben, die auch ''Ölschlag'' genannt wurden, das sich wiederum vom Ölschlagen, also der Gewinnung von Öl aus Pflanzen wie Raps, ableitete. Eine dieser Ölmühlen war wahrscheinlich die nahegelegene [[Westerroggenmühle]], in der die [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden]] vor dem Bau der [[Bargeburer Kirche]] zeitweise ihren Gottesdienst abhielt. Das gewonnene Öl wurde sowohl als günstiger Brotaufstrich als auch zum Beleuchten von Öllampen verwendet. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Am 20. Oktober 1772 erhält eine Interessengemeinschaft die Erlaubnis, im Süden des [[Heerstraße|Bargeburer Weges]] eine Windölmühle anzulegen.<ref>StAA, Rep.12, Nr. 3060</ref> Zehn Jahre durfte im Umkreis keine andere Ölmühle gebaut werden. Die Erlaubnis wurde darauf beschränkt, dass die Ölmühle nur als solche betrieben werden darf. Weiterhin waren die Eigner verpflichtet, unmittelbar ab ihrer Inbetriebnahme das Windgeld (Steuer für den Betrieb einer Windmühle), zu zahlen. Im August 1773 war die Fertigstellung geplant. Bauherr war [[Johann Friedrich Janßen]], ein gebürtiger Ostfriese. | Am 20. Oktober 1772 erhält eine Interessengemeinschaft die Erlaubnis, im Süden des [[Heerstraße|Bargeburer Weges]] eine Windölmühle anzulegen.<ref>StAA, Rep.12, Nr. 3060</ref> Zehn Jahre durfte im Umkreis keine andere Ölmühle gebaut werden. Die Erlaubnis wurde darauf beschränkt, dass die Ölmühle nur als solche betrieben werden darf. Weiterhin waren die Eigner verpflichtet, unmittelbar ab ihrer Inbetriebnahme das Windgeld (Steuer für den Betrieb einer Windmühle), zu zahlen. Im August 1773 war die Fertigstellung geplant. Bauherr war [[Johann Friedrich Janßen]], ein gebürtiger Ostfriese. Dieser hatte offenbar maßgebliche Unterstützung von [[Hajo Laurenz Damm|Amtsverwalter Damm]] erhalten.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 155</ref> | ||
Als eine Dampfmaschine angelegt wird, schied die Ölmühle aus der Brand-Sozietät (Feuerversicherung) am 22. August 1857 aus. In dieser Zeit wurde | Als eine Dampfmaschine angelegt wird, schied die Ölmühle aus der Brand-Sozietät (Feuerversicherung) am 22. August 1857 aus. In dieser Zeit wurde auch der - schon lange nicht mehr existente - Schornstein errichtet. Nachdem die Besitzer das Ölschlagen um 1870 eingestellt hatten, wurde die Mühle als Pelde- und Schrotmühle eingerichtet und erhielt den Namen ''(Die) Vereinigung'', weil dort jetzt auch Getreide gemahlen werden konnte. Die ursprüngliche Beschränkung auf den Betrieb als Ölmühle war offenbar obsolet geworden. In dieser Zeit werden die Interessenten der ''Oelmühlen Vereinigung'' mit Senator R. Eiben in Norden genannt.<ref name=":0" /> Ursächlich für die Umstellung der Mahlart war die aufkommende Unwirtschaftlichkeit von Ölmühlen, deren Zahl in der Stadt im Jahre 1860 noch fünf betrug. Raps als wichtigster Rohstoff für das Ölschlagen war häufig unsicher im Ertrag.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 89</ref> | ||
Seit 1945 ist die Mühle ohne Flügel. Mühlenhaus und -rumpf werden seitdem privat für Wohnzwecke genutzt.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2012): Mühlengeschichten in und um Norden, Manuskript</ref> | Seit 1945 ist die Mühle ohne Flügel. Mühlenhaus und -rumpf werden seitdem privat für Wohnzwecke genutzt.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2012): Mühlengeschichten in und um Norden, Manuskript</ref> | ||