Westgaster Mühle: Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Die früheste Erwähnung einer Mühle in Westgaste stammt aus dem Jahr 1550. Hierbei soll es sich, wie bei der [[Deichmühle]] auch, um eine holzerne Bockwindmühle gehandelt haben, die spätestens im 18. Jahrhundert das gleiche Schicksal wie die Westgaster Mühle ereilte und als sogenannte Zwangsmühle an den ostfriesischen Landesherren fiel. Der Landesherr machte von seinem Vorrecht als Grundherr Gebrauch | Die früheste Erwähnung einer Mühle in Westgaste stammt aus dem Jahr 1550. Hierbei soll es sich, wie bei der [[Deichmühle]] auch, um eine holzerne Bockwindmühle gehandelt haben, die spätestens im 18. Jahrhundert das gleiche Schicksal wie die Westgaster Mühle ereilte und als sogenannte Zwangsmühle an den ostfriesischen Landesherren fiel. Der Landesherr machte von seinem Vorrecht als Grundherr Gebrauch und verpflichtete die umliegenden Bauern dort zu mahlen. Die Mühle soll sich damals etwa 300 Meter nordöstlich des heutigen Standortes (in der [[Mühlenlohne]]) befunden haben. | ||
1717 wurde [[Johann Muhlen|Johann Janssen Muhlen]] Pächter des Mühlenanwesens für sechs Jahre. Jährlich waren 94 Reichsthaler Heuer zu entrichten. Dieser Pachtvertrag wurde noch vor Ablauf der 6 Jahre aufgelöst. 1731 wird als neuer Pächter [[Melchert Goldenstein|Melchert Renken Goldenstein]] genannt. 1781 bis mindestens 1794 wird [[Roolf Janssen|Roolf Rieken Janssen]] neuer Pächter. Zu diesem Zeitpunkt wird die Mühle erstmals als ''Westgaster Mühle'' bezeichnet. | 1717 wurde [[Johann Muhlen|Johann Janssen Muhlen]] Pächter des Mühlenanwesens für sechs Jahre. Jährlich waren 94 Reichsthaler Heuer zu entrichten. Dieser Pachtvertrag wurde noch vor Ablauf der 6 Jahre aufgelöst. 1731 wird als neuer Pächter [[Melchert Goldenstein|Melchert Renken Goldenstein]] genannt. 1781 bis mindestens 1794 wird [[Roolf Janssen|Roolf Rieken Janssen]] neuer Pächter. Zu diesem Zeitpunkt wird die Mühle erstmals als ''Westgaster Mühle'' bezeichnet. | ||
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1818 wird [[Claes Ulrichs-Erben]] neuer Besitzer der Westgaster Mühle. 1834 wird sie in der Mühlenbrand-Societät Ostfriesland (Brandversicherung für Mühlen) als ''Rockenmühle auf der Gaste'' mit 4.000 holländischen Gulden versichert. 1846 wird [[Ode Gerdes]] als Besitzer genannt. | 1818 wird [[Claes Ulrichs-Erben]] neuer Besitzer der Westgaster Mühle. 1834 wird sie in der Mühlenbrand-Societät Ostfriesland (Brandversicherung für Mühlen) als ''Rockenmühle auf der Gaste'' mit 4.000 holländischen Gulden versichert. 1846 wird [[Ode Gerdes]] als Besitzer genannt. | ||
1856 wird die alte Bockwindmühle schließlich abgebrochen. [[O. F. Onnen]], der neue Besitzer, ließ sie daraufhin am heutigen Standort als dreistöckigen Galerieholländer wiedererrichten. Dieser Bau wird bereits 1862 durch einen Blitzschlag zerstört und daraufhin ein Jahr später wieder aufgebaut. Die Höhe der Mühle beträgt nun 27 Meter. In diese Zeit fällt wohl auch der Bau des anliegenden Gebäudes (Müllerhaus). | 1856 wird die alte Bockwindmühle schließlich abgebrochen. [[O. F. Onnen]], der neue Besitzer, ließ sie daraufhin am heutigen Standort als dreistöckigen Galerieholländer wiedererrichten. Der Grund für die Verlegung war, dass sie sich dann auf direkterem Wege in die [[Westermarsch]] befand und so besser für die Bauern erreichbar war.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 148</ref> Dieser 18.000 Reichstaler teure Bau wird bereits 1862 durch einen Blitzschlag zerstört und daraufhin ein Jahr später wieder aufgebaut. Die Höhe der Mühle beträgt nun 27 Meter. In diese Zeit fällt wohl auch der Bau des anliegenden Gebäudes (Müllerhaus). | ||
Im 19. Jahrhundert und bis Anfang des 20. Jahrhunderts sollen - in guten Zeiten - bis zu 12 Menschen Arbeit in der Westgaster Mühle gefunden haben, die von der Säuberung über die Verarbeitung bis zur Auslieferung des gemahlenen Korns jeden Arbeitsschritt ausführten. Bei gutem Wind war das in einer Stunde eine Tonne Korn, die gemahlen wurde, allerdings mit drei Mahlgängen. So konnte es auch vorkommen, dass die Mannschaft der Mühle die ganze Nacht durcharbeiten musste. | Im 19. Jahrhundert und bis Anfang des 20. Jahrhunderts sollen - in guten Zeiten - bis zu 12 Menschen Arbeit in der Westgaster Mühle gefunden haben, die von der Säuberung über die Verarbeitung bis zur Auslieferung des gemahlenen Korns jeden Arbeitsschritt ausführten. Bei gutem Wind war das in einer Stunde eine Tonne Korn, die gemahlen wurde, allerdings mit drei Mahlgängen. So konnte es auch vorkommen, dass die Mannschaft der Mühle die ganze Nacht durcharbeiten musste. | ||
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2006 wurde die abgängige Galerie erneuert, 2009 folgen der Kappenumlauf und Teile der Flughölzer. 2014 wird der abgängige Windrosenbock ersetzt. Die Flügel wurden 2018 neu angestrichen. Ein Jahr später werden sich breit machende Holzwürmer bekämpft und eine Aufhängung am Stirnrad befestigt. Im Jahr 2020 übernimmt [[Martin Campen]] die Mühle als Erbe seines Vaters Gerhard Campen. Sodann lässt er den maroden Fugbalken und die Getreidescheiben der Windrose erneuern. | 2006 wurde die abgängige Galerie erneuert, 2009 folgen der Kappenumlauf und Teile der Flughölzer. 2014 wird der abgängige Windrosenbock ersetzt. Die Flügel wurden 2018 neu angestrichen. Ein Jahr später werden sich breit machende Holzwürmer bekämpft und eine Aufhängung am Stirnrad befestigt. Im Jahr 2020 übernimmt [[Martin Campen]] die Mühle als Erbe seines Vaters Gerhard Campen. Sodann lässt er den maroden Fugbalken und die Getreidescheiben der Windrose erneuern. | ||
==Trivia== | |||
Die Westgaster Mühle verhinderte lange Zeit, dass der umliegende Bereich bebaut wurde. So wurde beispielsweise die Straße [[Martensdorf]] erst ab 1958 in der heutigen Form bebaut. | |||
==Galerie== | ==Galerie== | ||
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== | == Einzelnachweise == | ||
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==Quellenverzeichnis== | ==Quellenverzeichnis== | ||