Westerstraße: Unterschied zwischen den Versionen
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Heute fallen die ''Große Westerstraße'' und die ''Kleine Westerstraße'' unter den Namen ''Westerstraße''. Die heutige [[Mackeriege]] zweigt von der Großen Westerstraße ab, etwa dort, wo die Große Westerstraße in einem Bogen in die Kleine Westerstraße übergeht. Auf der Karte von 1882 kann man sehen, dass die Parzellen auf der Südseite ab Westerstraße 9 große Freiflächen besaßen und bis an die [[Mennonitenlohne]] reichten. Die Grundstücke der Westersraße 1 bis 8 treffen sich mit den Grundstücken der Häuser auf der Westseite des [[Marktplatz |Marktes]]. Die Parzellen auf der Nordseite der Westerstraße sind kleiner.<ref name=":1" /> Bei der Betrachtung des Streckenverlaufs wird deutlich, dass die Kleine Westerstraße eigentlich wesentlich länger als die Große Westerstraße war. Diese Adjektive sind im Norder Kontext jedoch weniger ein Hinweis auf die Länge, sondern vielmehr auf das Alter. Demnach wurde die Kleine Westerstraße erst nach der Großen so benannt, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ein Großteil der Straße seit jeher nicht in Norden, sondern innerhalb der Gemeindegrenzen der [[Sandbauerschaft]] lag. Alle drei genannten Straßen(-abschnitte) wurden 1966 als Westerstraße zusammengefasst. | Heute fallen die ''Große Westerstraße'' und die ''Kleine Westerstraße'' unter den Namen ''Westerstraße''. Die heutige [[Mackeriege]] zweigt von der Großen Westerstraße ab, etwa dort, wo die Große Westerstraße in einem Bogen in die Kleine Westerstraße übergeht. Auf der Karte von 1882 kann man sehen, dass die Parzellen auf der Südseite ab Westerstraße 9 große Freiflächen besaßen und bis an die [[Mennonitenlohne]] reichten. Die Grundstücke der Westersraße 1 bis 8 treffen sich mit den Grundstücken der Häuser auf der Westseite des [[Marktplatz |Marktes]]. Die Parzellen auf der Nordseite der Westerstraße sind kleiner.<ref name=":1" /> Bei der Betrachtung des Streckenverlaufs wird deutlich, dass die Kleine Westerstraße eigentlich wesentlich länger als die Große Westerstraße war. Diese Adjektive sind im Norder Kontext jedoch weniger ein Hinweis auf die Länge, sondern vielmehr auf das Alter. Demnach wurde die Kleine Westerstraße erst nach der Großen so benannt, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ein Großteil der Straße seit jeher nicht in Norden, sondern innerhalb der Gemeindegrenzen der [[Sandbauerschaft]] lag. Alle drei genannten Straßen(-abschnitte) wurden 1966 als Westerstraße zusammengefasst. | ||
Ab dem 18. Jahrhundert war die Westerstraße die Straße der Handwerker und Einkaufsstraße der [[Westermarsch |Westermarscher Bauern]], während die [[Osterstraße]] lange Zeit eher den Charakter einer reinen Wohnstraße hatte.<ref name=":0" /><ref name=":1">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser. Die Bewohner der Westerstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 8./9.Januar 2000</ref><ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 20</ref> Die wohlhabenden Marschbauern ließen sich gerne hierher kutschieren und kehrten nach ihren Einkäufen entweder im [[Lentzhof]] oder im [[Gasthof Waage]] ein. Zwischen den Nachbarn herrschte eine enge Vertraulichkeit. Man kannte und duzte sich und da es beispielsweise mehrere Janssens in der Straße gab, waren Spitznamen sehr geläufig.<ref name=":0" /> Wegen der engen Verbundenheit mit der Landwirtschaft dominierten jahrhundertelang vor allem Schmieden, Seilereien und weitere Handwerker, die überwiegend Nutzgegenstände für die Landwirtschaft herstellten, das gewerbliche Leben in der Westerstraße.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 208</ref> | Ab dem 18. Jahrhundert war die Westerstraße die Straße der Handwerker und Einkaufsstraße der [[Westermarsch |Westermarscher Bauern]], während die [[Osterstraße]] lange Zeit eher den Charakter einer reinen Wohnstraße hatte.<ref name=":0" /><ref name=":1">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser. Die Bewohner der Westerstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 8./9.Januar 2000</ref><ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 20</ref> Die wohlhabenden Marschbauern ließen sich gerne hierher kutschieren und kehrten nach ihren Einkäufen entweder im [[Lentzhof]] oder im [[Gasthof Zur Waage]] ein. Zwischen den Nachbarn herrschte eine enge Vertraulichkeit. Man kannte und duzte sich und da es beispielsweise mehrere Janssens in der Straße gab, waren Spitznamen sehr geläufig.<ref name=":0" /> Wegen der engen Verbundenheit mit der Landwirtschaft dominierten jahrhundertelang vor allem Schmieden, Seilereien und weitere Handwerker, die überwiegend Nutzgegenstände für die Landwirtschaft herstellten, das gewerbliche Leben in der Westerstraße.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 208</ref> | ||
Der Straßenverlauf hat sich seit etwa 1895 nicht geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Zu dieser Zeit konzentrierte sich eine unverändert hohe Zahl an kaufmännischen und handwerklichen Betrieben entlang der Westerstraße. Ihre Zahl wird mit bis zu 32 angegeben.<ref name=":0" /> Noch heute haben hier zahlreiche Betriebe ihren Sitz, wenngleich nur noch wenige Handwerksbetriebe dazu zählen. Wie alle wichtigen Straßen war auch die Westerstraße schon vergleichsweise früh befestigt worden. Die Fahrbahnbeschaffenheit kann für damalige Zeiten als gut beschrieben werden. Wie im Falle weiterer Straßen war es auch im Falle der Westerstraße üblich, dass die Fahrbahnmitte aus einem mit Klinkern gepflasterten Bereich für Fußgänger und leichtere Fahrzeuge bestand, die so relativ bequem reisen konnten. Die beiden Außenbereiche waren mit Kopfsteinpflaster versehen, auf der schwere Fahrzeuge fahren mussten, die zwar so wesentlich unkomfortabler reisen mussten, aber so den Fahrbahnuntergrund wenigstens nicht beschädigten.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 72</ref> | Der Straßenverlauf hat sich seit etwa 1895 nicht geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Zu dieser Zeit konzentrierte sich eine unverändert hohe Zahl an kaufmännischen und handwerklichen Betrieben entlang der Westerstraße. Ihre Zahl wird mit bis zu 32 angegeben.<ref name=":0" /> Noch heute haben hier zahlreiche Betriebe ihren Sitz, wenngleich nur noch wenige Handwerksbetriebe dazu zählen. Wie alle wichtigen Straßen war auch die Westerstraße schon vergleichsweise früh befestigt worden. Die Fahrbahnbeschaffenheit kann für damalige Zeiten als gut beschrieben werden. Wie im Falle weiterer Straßen war es auch im Falle der Westerstraße üblich, dass die Fahrbahnmitte aus einem mit Klinkern gepflasterten Bereich für Fußgänger und leichtere Fahrzeuge bestand, die so relativ bequem reisen konnten. Die beiden Außenbereiche waren mit Kopfsteinpflaster versehen, auf der schwere Fahrzeuge fahren mussten, die zwar so wesentlich unkomfortabler reisen mussten, aber so den Fahrbahnuntergrund wenigstens nicht beschädigten.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 72</ref> | ||