Schloss Tidofeld: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Schloss Tidofeld''' (auch: ''Burg Tidofeld'') wurde um 1614 von Tido zu Innhausen und Knyphausen im heutigen [[Tidofeld |Stadtteil gleichen Namens]] aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen in Sengwarden bei Wilhelmshaven errichtet. Es befand sich nördlich der [[Heerstraße]] auf dem Grund des Baugebietes aus der Zeit um 1995. Die alte Burgstelle ist noch als deutliche Erhöhung in der Landschaft auszumachen. Auch der [[Tidofelder Burgen- und Schlickplaats]] genannte Hof erinnert noch an das ehemalige Schloss. | Das '''Schloss Tidofeld''' (auch: ''Burg Tidofeld'') wurde um 1614 von Tido zu Innhausen und Knyphausen im heutigen [[Tidofeld |Stadtteil gleichen Namens]] aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen in Sengwarden bei Wilhelmshaven errichtet. Es befand sich nördlich der [[Heerstraße]] auf dem Grund des Baugebietes aus der Zeit um 1995. Die alte Burgstelle ist noch als deutliche Erhöhung in der Landschaft auszumachen. Auch der [[Tidofelder Burgen- und Schlickplaats]] genannte Hof erinnert noch an das ehemalige Schloss. | ||
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung ''Burg Tidofeld'' oftmals synonym mit der Beschreibung des gesamten Stadtteils verwendet. Im Speziellen wird hierunter auch nur das Neubaugebiet aus der Mitte der 1990er Jahre nördlich der Heerstraße verstanden. | Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung ''Burg Tidofeld'' oftmals synonym mit der Beschreibung des gesamten Stadtteils verwendet. Im Speziellen wird hierunter auch nur das Neubaugebiet aus der Mitte der 1990er Jahre nördlich der Heerstraße verstanden. | ||
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== Geschichte == | ==Geschichte== | ||
Ursprünglich waren [[Bargebur]] und Tidofeld zusammengehörende Orte, die zur Lütetsburg gehörten. Das Land gehörte ursprünglich den [[Manninga]], durch Erbschaft fiel Lütetsburg jedoch 1588 an die Grafen von Innhausen und Knyphausen, die ihren Stammsitz ursprünglich bei Wilhelmshaven hatten. Nachdem Tido II. von Innhausen und Knyphausen (1582 - 1638) der Nachfolger seines verstorbenen Vaters wurde, ließ er sich zwischen der Lütetsburg und der [[Stadt Norden]] ein neues Schloss für 24.000 Reichstaler errichten, das er nach sich selbst Schloss Tidofeld nannte. Bald schon wurde Tidofeld zum Synonym für den gesamten, eigentlich noch zu Bargebur gehörenden Ort.<ref name=":0" /> | Ursprünglich waren [[Bargebur]] und Tidofeld zusammengehörende Orte, die zur Lütetsburg gehörten. Das Land gehörte ursprünglich den [[Manninga]], durch Erbschaft fiel Lütetsburg jedoch 1588 an die Grafen von Innhausen und Knyphausen, die ihren Stammsitz ursprünglich bei Wilhelmshaven hatten. Nachdem Tido II. von Innhausen und Knyphausen (1582 - 1638) der Nachfolger seines verstorbenen Vaters wurde, ließ er sich zwischen der Lütetsburg und der [[Stadt Norden]] ein neues Schloss für 24.000 Reichstaler errichten, das er nach sich selbst Schloss Tidofeld nannte. Bald schon wurde Tidofeld zum Synonym für den gesamten, eigentlich noch zu Bargebur gehörenden Ort.<ref name=":0" /> | ||
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2014 fanden Archäologen der Ostfriesischen Landschaft bei Grabungen Hinweise darauf, dass es sich bei der bislang vermuteten Burgstelle wohl auch um die tatsächliche Örtlichkeit handelte. Die zur Burg gehörende [[Warft]] ist bis heute gut erkennbar. Hier befand sich seit etwa 1717 das Haus des Müllers der [[Sägemühle Tidofeld|Tidofelder Sägemühle]]. Auch heute steht hier noch ein Haus, das postalisch unter [[Westekelbur]] 2 fällt. Bis auf die Bezeichnung ''Burg Tidofeld'' als Synonym für den Ort sowie der Name des [[Tidofelder Burgen- und Schlickplaats]] erinnert heute ansonsten nichts mehr an das einst stolze Schloss. | 2014 fanden Archäologen der Ostfriesischen Landschaft bei Grabungen Hinweise darauf, dass es sich bei der bislang vermuteten Burgstelle wohl auch um die tatsächliche Örtlichkeit handelte. Die zur Burg gehörende [[Warft]] ist bis heute gut erkennbar. Hier befand sich seit etwa 1717 das Haus des Müllers der [[Sägemühle Tidofeld|Tidofelder Sägemühle]]. Auch heute steht hier noch ein Haus, das postalisch unter [[Westekelbur]] 2 fällt. Bis auf die Bezeichnung ''Burg Tidofeld'' als Synonym für den Ort sowie der Name des [[Tidofelder Burgen- und Schlickplaats]] erinnert heute ansonsten nichts mehr an das einst stolze Schloss. | ||
== Beschreibung == | ==Beschreibung== | ||
Die Maße des Schlossen betrugen 35 mal 19,5 Meter. Es verfügte über neun Zimmer, eine Küche und einen großen Saal.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 136</ref> Überragt wurde das Bauwerk von einem etwa 20 Meter hohen, schlanken Turm, der jenem des alten Schloss Lütetsburgs nicht unähnlich gewesen sein soll. | Die Maße des Schlossen betrugen 35 mal 19,5 Meter. Es verfügte über neun Zimmer, eine Küche und einen großen Saal.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 136</ref> Überragt wurde das Bauwerk von einem etwa 20 Meter hohen, schlanken Turm, der jenem des alten Schloss Lütetsburgs nicht unähnlich gewesen sein soll. | ||
Zum Anwesen gehörte zudem ein stattlicher Garten und Wohngebäuden für Bedienstete und das Gesinde. Dieses setzte sich zusammen aus drei Dienern, einer Haushälterin, drei Mägden, zwei Knechten und einem Jungen nebst sechs landwirtschaftlich tätigen Arbeitern.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 134</ref> | Zum Anwesen gehörte zudem ein stattlicher Garten und Wohngebäuden für Bedienstete und das Gesinde. Dieses setzte sich zusammen aus drei Dienern, einer Haushälterin, drei Mägden, zwei Knechten und einem Jungen nebst sechs landwirtschaftlich tätigen Arbeitern.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 134</ref> | ||
== Einzelnachweise == | ==Sonstiges== | ||
Der Schlossherr Dodo II. von Innhausen und Knyphausen hatte wenige Jahre nach dem Fall des Schlosses maßgeblichen Anteil daran, dass die [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden]] entstehen und die [[Bargeburer Kirche]] errichten konnte. | |||
==Einzelnachweise== | |||
<references /> | <references /> | ||