Bargebur: Unterschied zwischen den Versionen
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Die genaue Herkunft bzw. Ableitung des heutigen Ortsnamens ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich handelt es sich bei ''Barge'' um eine Herleitung des Plurals von ''Berge'', da sich der Ort am Hang der sich nach Osten erhebende [[Geest]] befindet. Alternativ ist eine Herleitung von einem nicht belegten altfriesischen Substantiv ''Berg'' für ''Bergung'' bzw. ''Schutz''. Das Grundwort ''Bur'' für ''Bauerschaft'' wurde erst später angehängt. | Die genaue Herkunft bzw. Ableitung des heutigen Ortsnamens ist nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich handelt es sich bei ''Barge'' um eine Herleitung des Plurals von ''Berge'', da sich der Ort am Hang der sich nach Osten erhebende [[Geest]] befindet. Alternativ ist eine Herleitung von einem nicht belegten altfriesischen Substantiv ''Berg'' für ''Bergung'' bzw. ''Schutz''. Das Grundwort ''Bur'' für ''Bauerschaft'' wurde erst später angehängt. | ||
Am wahrscheinlichsten ist, dass sich die Bedeutung des Wortes auf eine auf der erhöht gelegenen [[Geest]] gegründeten Bauerschaft, ähnlich jener der [[Sandbauerschaft]] bezieht. In Simonswolde (Gemeinde Ihlow) werden künstliche Erhöhungen als ''Bargen'' bezeichnet.<ref>[https://ofb.genealogy.net/simonswolde/ Beschreibung der Bargen in Simonswolde], abgerufen am 27. September 2021</ref> Auch die historische Wegbeschreibung ''to Bergen in Norderlande'' spricht dafür, ebenso die historische Alternativbezeichnung [[Westekelbur]], also für eine westlich von [[Ekel]] befindliche Bauerschaft. | Am wahrscheinlichsten ist, dass sich die Bedeutung des Wortes auf eine auf der erhöht gelegenen [[Geest]] gegründeten Bauerschaft, ähnlich jener der [[Sandbauerschaft]] bezieht. In Simonswolde (Gemeinde Ihlow) werden künstliche Erhöhungen als ''Bargen'' bezeichnet.<ref>[https://ofb.genealogy.net/simonswolde/ Beschreibung der Bargen in Simonswolde], abgerufen am 27. September 2021</ref> Auch die historische Wegbeschreibung ''to Bergen in Norderlande'' spricht dafür, ebenso die historische Alternativbezeichnung [[Westekelbur]], also für eine westlich von [[Ekel]] befindliche Bauerschaft. Allerdings liegt Bargebur eher südlich von Ekel, weshalb Unklarheiten bestehen bleiben. | ||
== Wappen== | == Wappen== | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
===Mittelalter=== | ===Mittelalter=== | ||
Möglicherweise war der Ort schon besiedelt, als die [[Zweite Marcellusflut]] 1362 über das Land kam. Die reißenden Fluten bahnten dem [[Norder Tief]] seinen Weg, das ursprünglich weiter nördlich verlief und ''Leide'' genannt wurde. Seit der Flut sind die [[Norder Geestinsel]] und Bargebur durch das Tief voneinander getrennt und erst seit 1986 wieder durch die [[Hexenkolkbrücke]] verbunden. | |||
Eine erstmalige Erwähnung findet der Ort im Jahr 1433, als es zwischen den Häuptlingen [[Focko Ukena]] und [[Ulrich Cirksena]] zu der sogenannten [[Schlacht von Bargebur]] als Entscheidungsschlacht der ''Ostfriesischen Freiheitskämpfe'' kam. Ein Bündnis mehrerer [[Ostfriesische Häuptlinge|ostfriesischer Häuptlinge]] unter Führung von [[Ulrich Cirksena]] besiegte den bis dahin in Ostfriesland vorherrschenden [[Focko Ukena]] und seine Gefolgsleute. Ulrichs Sieg hatte entscheidenden Einfluss auf seine Machtausbreitung und dem Aufstieg seines Geschlechts, da mit dem Tode des kinderlosen Sohnes von Focko, [[Udo Focken]], auch die letzten Chancen auf einen Nachkommen des Erbes der [[Idzinga]] erlosch. Ukena selbst konnte entkommen und starb später im niederländischen Exil. | Eine erstmalige Erwähnung findet der Ort im Jahr 1433, als es zwischen den Häuptlingen [[Focko Ukena]] und [[Ulrich Cirksena]] zu der sogenannten [[Schlacht von Bargebur]] als Entscheidungsschlacht der ''Ostfriesischen Freiheitskämpfe'' kam. Ein Bündnis mehrerer [[Ostfriesische Häuptlinge|ostfriesischer Häuptlinge]] unter Führung von [[Ulrich Cirksena]] besiegte den bis dahin in Ostfriesland vorherrschenden [[Focko Ukena]] und seine Gefolgsleute. Ulrichs Sieg hatte entscheidenden Einfluss auf seine Machtausbreitung und dem Aufstieg seines Geschlechts, da mit dem Tode des kinderlosen Sohnes von Focko, [[Udo Focken]], auch die letzten Chancen auf einen Nachkommen des Erbes der [[Idzinga]] erlosch. Ukena selbst konnte entkommen und starb später im niederländischen Exil. | ||