Ekel: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Ekel''' (ursprünglich: ''Eckeloh'') ist ein Stadtviertel von [[Norden (Stadtteil)|Norden]] und damit Bestandteil des eigentlichen Stadtgebiets. Bis 1919 war der Ort ein Teil der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]], die im genannten Jahr nach Norden eingemeindet wurde. Seither spiel die | '''Ekel''' (ursprünglich: ''Eckeloh'') ist ein Stadtviertel von [[Norden (Stadtteil)|Norden]] und damit Bestandteil des eigentlichen Stadtgebiets. Bis 1919 war der Ort ein Teil der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]], die im genannten Jahr nach Norden eingemeindet wurde. Seither spiel die Ortsbezeichnung nur noch im allgemeinen Sprachgebrauch eine Rolle, hat jedoch keine administrative Bedeutung mehr. | ||
Der Name ''E(c)kel'' ist seit 1589 überliefert und geht zurück auf das [[Gut Ekel]], eine Wehranlage sowie adeliges Gut im Besitz der [[Uldinga]], einem einst mächtigen [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlingsgeschlechter]]. Der Name des Guts bezieht sich wiederum auf den hier einst dichten Eichenwald bezieht, dessen Früchte Eicheln genannt werden und im Niederdeuschen ''Eckeln'' heißen. Eichen heißen ''Eckelboomen'' und in ihrer Gesamtheit als Wald auch ''Eckeloh''. Das Pendant zum Eichenbestandenen Ekel kann damit im Lindenbestandenen [[Lintel]] (ursprünglich: ''Linteloh'') gesehen werden. | Der Name ''E(c)kel'' ist seit 1589 überliefert und geht zurück auf das [[Gut Ekel]], eine Wehranlage sowie adeliges Gut im Besitz der [[Uldinga]], einem einst mächtigen [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlingsgeschlechter]]. Der Name des Guts bezieht sich wiederum auf den hier einst dichten Eichenwald bezieht, dessen Früchte Eicheln genannt werden und im Niederdeuschen ''Eckeln'' heißen. Eichen heißen ''Eckelboomen'' und in ihrer Gesamtheit als Wald auch ''Eckeloh''. Das Pendant zum Eichenbestandenen Ekel kann damit im Lindenbestandenen [[Lintel]] (ursprünglich: ''Linteloh'') gesehen werden. | ||
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Historisch war Ekel bis zur Eingemeindung nach Norden am 1. April 1919 Teil der Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]], einem Zusammenschluss verstreuter Kleinstsiedlungen, die sich um die [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|Burgen und Wehrhäuser]] der Stadt bildeten und diese ringförmig umschlossen. Das namensgebende Steinhaus, welches nach seinen Erbauern - dem Häuptlingsgeschlecht [[Uldinga]], auch [[Uldingaburg]] genannt wird, wurde vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet und 1805 oder 1806 wegen Baufälligkeit abgerissen. | Historisch war Ekel bis zur Eingemeindung nach Norden am 1. April 1919 Teil der Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]], einem Zusammenschluss verstreuter Kleinstsiedlungen, die sich um die [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|Burgen und Wehrhäuser]] der Stadt bildeten und diese ringförmig umschlossen. Das namensgebende Steinhaus, welches nach seinen Erbauern - dem Häuptlingsgeschlecht [[Uldinga]], auch [[Uldingaburg]] genannt wird, wurde vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet und 1805 oder 1806 wegen Baufälligkeit abgerissen. | ||
Die Anlagen sind anhand der über die Jahrhunderte weitestgehend unverändert gebliebenen Straßenverläufe [[Looger Weg]], [[Heitsweg]], [[Ekeler Weg]], [[Baumstraße]] und [[Ekeler Gaste]] noch eindeutig auszumachen. Der zum Häuptlingssitz gehörende, von großen Wassergräben eingeschlossene [[Großer Garten|Große Garten]] liegt noch heute weitgehend unbebaut zwischen [[An der Gartenallee]] und dem Wohnheim der [[Behindertenhilfe Norden|Behindertenhilfe]], das [[Haus Uldinga]]. Das Turmhaus, das in seinem Äußeren mit dem [[Altes Rathaus | Alten Rathaus]] vergleichbar ist, lag ungefähr im Bereich der [[Schulstraße]] 9-11. | Die Anlagen sind anhand der über die Jahrhunderte weitestgehend unverändert gebliebenen Straßenverläufe [[Looger Weg]], [[Heitsweg]], [[Ekeler Weg]], [[Baumstraße]] und [[Ekeler Gaste]] noch eindeutig auszumachen. Der zum Häuptlingssitz gehörende, von großen Wassergräben eingeschlossene [[Großer Garten|Große Garten]] liegt noch heute weitgehend unbebaut zwischen [[An der Gartenallee]] und dem Wohnheim der [[Behindertenhilfe Norden|Behindertenhilfe]], das [[Haus Uldinga]]. Das Turmhaus, das in seinem Äußeren mit dem [[Altes Rathaus | Alten Rathaus]] vergleichbar ist, lag ungefähr im Bereich der [[Schulstraße]] 9 - 11. | ||
Zum Gut gehörten mehrere Nebengebäude und umfangreiche Ländereien, wie zum Beispiel das bis heute | Zum Gut gehörten mehrere Nebengebäude und umfangreiche Ländereien, wie zum Beispiel das bis heute erhaltene [[Ekeler Vorwerk]]. Um das Gut herum entwickelte sich eine kleine Siedlung, deren Bewohner vorrangig aus Arbeitern (Gesinde) bestand, die beim oder für das Gut arbeiteten. Mit dem Wachsen der Siedlung stieg auch die Zahl anderer Betriebe. Im 19. Jahrhundert siedelte sich mit der [[Eisenhütte]], die sich gerade noch auf dem Gebiet der Sandbauerschaft befand, erstmals Industrie an. | ||
Für das Jahr 1848 sind gemäß statistischem Handbuch des Königreichs Hannover, zu dem Ostfriesland zu dieser Zeit gehörte, insgesamt 166 Einwohner verzeichnet, die sich auf 25 Wohngebäude verteilten. Ein durchschnittlicher Haushalt bestand folglich aus sechs bis sieben Personen. Der einst dichte Wald wurde im Laufe der Jahre gerodet, zuletzt fanden 1960 größere | Für das Jahr 1848 sind gemäß statistischem Handbuch des Königreichs Hannover, zu dem Ostfriesland zu dieser Zeit gehörte, insgesamt 166 Einwohner verzeichnet, die sich auf 25 Wohngebäude verteilten.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref> Ein durchschnittlicher Haushalt bestand folglich aus sechs bis sieben Personen. Der einst dichte Wald wurde im Laufe der Jahre gerodet, zuletzt fanden 1960 größere Baumfällarbeiten und Rodungen im Bereich der [[Baumstraße]] statt. Erhalten geblieben sind nur wenige, vereinzelte Bäume. | ||
==Erwähnenswerte Gebäude== | ==Erwähnenswerte Gebäude== | ||
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* Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme) | * Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme) | ||
* Schreiber, Gretje (2011): Heim und Herd – Beilage Ostfriesischer Kurier. Norden, 8. Januar 2011 | * Schreiber, Gretje (2011): Heim und Herd – Beilage Ostfriesischer Kurier. Norden, 8. Januar 2011 | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||