Armenverband Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Armenverband Norden''' (auch | Der '''Armenverband Norden''' (auch: ''Gesamt-Armenverband Norden'') war eine öffentlich-rechtliche Körperschaft der Stadt, die zuständig für die sogenannte Armenpflege war. Nachdem es über Jahrhunderte üblich war, dass sich die Kirche und ihre Einrichtungen der Armenpflege bzw. -hilfe verpflichtet fühlte, ging diese Aufgabe ab dem Spätmittelalter nach und nach auf die Städte und Gemeinden über. Neben der Stadt war der Armenverband auch für die umliegenden Gemeinden und heutigen Stadtteile zuständig. | ||
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== | ==Geschichte== | ||
Die Aufgaben des Armenverbandes umfassten Zahlungen in Form von Geld oder Naturalien (z.B. Nahrung) an unterstützungsbedürftige Personen, die Gewährung von Pflege und Unterbringung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen und die Fürsorge für arme Kinder und deren Unterbringung in Heimen und Pflegefamilien. | Seinen Hauptsitz hatte der Verband im sogenannten [[Gasthaus]], das zunächst im ehemaligen Torf- und Brauhaus des [[Kloster Marienthal|Klosters Marienthal]] ansässig war und dort später neu errichtet wurde. Zur Finanzierung erhielt der Verband einen großen Teil der Klosterländereien.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 97</ref> Die Aufgaben des Armenverbandes umfassten letztlich die bis zu dessen Säkularisierung vom Kloster wahrgenommenen Zahlungen in Form von Geld oder Naturalien (z.B. Nahrung) an unterstützungsbedürftige Personen, die Gewährung von Pflege und Unterbringung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen und die Fürsorge für arme Kinder und deren Unterbringung in Heimen und Pflegefamilien. Finanziert wurden der Armenverband vor allem durch Zuwendungen von Stiftungen, Spenden, Steuern (Armensteuern), staatliche Umlagen und Einkommen aus der Bewirtschaft und Verpachtung von sogenanntem ''Armenland''. Auch kam es vor, dass Bußgelder der [[Polizei Norden|Polizei]] oder [[Stadtgericht Norden|gerichtliche]] Strafen an den Armenverband flossen. | ||
Finanziert wurden der Armenverband vor allem durch Zuwendungen von Stiftungen, Spenden, Steuern (Armensteuern), staatliche Umlagen und Einkommen aus der Bewirtschaft und Verpachtung von sogenanntem | |||
Im 19. Jahrhundert erbaute der Armenverband das [[Krankenhaus Norden]] in der naheliegenden [[Feldstraße]], um eine bessere Versorgung der Kranken sicherzustellen. | Im 19. Jahrhundert erbaute der Armenverband das [[Krankenhaus Norden]] in der naheliegenden [[Feldstraße]], um eine bessere Versorgung der Kranken sicherzustellen. | ||
Version vom 26. September 2021, 12:08 Uhr
Armenverband Norden | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Gründung | um 1557 |
| Auflösung | 20. Jahrhundert |
| Rechtsform | Armenverband |
| Hauptsitz | Am Zingel 18
26506 Norden |
Der Armenverband Norden (auch: Gesamt-Armenverband Norden) war eine öffentlich-rechtliche Körperschaft der Stadt, die zuständig für die sogenannte Armenpflege war. Nachdem es über Jahrhunderte üblich war, dass sich die Kirche und ihre Einrichtungen der Armenpflege bzw. -hilfe verpflichtet fühlte, ging diese Aufgabe ab dem Spätmittelalter nach und nach auf die Städte und Gemeinden über. Neben der Stadt war der Armenverband auch für die umliegenden Gemeinden und heutigen Stadtteile zuständig.
Geschichte
Seinen Hauptsitz hatte der Verband im sogenannten Gasthaus, das zunächst im ehemaligen Torf- und Brauhaus des Klosters Marienthal ansässig war und dort später neu errichtet wurde. Zur Finanzierung erhielt der Verband einen großen Teil der Klosterländereien.[1] Die Aufgaben des Armenverbandes umfassten letztlich die bis zu dessen Säkularisierung vom Kloster wahrgenommenen Zahlungen in Form von Geld oder Naturalien (z.B. Nahrung) an unterstützungsbedürftige Personen, die Gewährung von Pflege und Unterbringung in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen und die Fürsorge für arme Kinder und deren Unterbringung in Heimen und Pflegefamilien. Finanziert wurden der Armenverband vor allem durch Zuwendungen von Stiftungen, Spenden, Steuern (Armensteuern), staatliche Umlagen und Einkommen aus der Bewirtschaft und Verpachtung von sogenanntem Armenland. Auch kam es vor, dass Bußgelder der Polizei oder gerichtliche Strafen an den Armenverband flossen.
Im 19. Jahrhundert erbaute der Armenverband das Krankenhaus Norden in der naheliegenden Feldstraße, um eine bessere Versorgung der Kranken sicherzustellen.
Einzelnachweise
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 97
Quellenverzeichnis
- Guttstadt, Albert (1900): Krankenhaus-Lexikon für das Deutsche Reich, Berlin, S. 380