Synagogenweg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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=== Herkunft des Namens ===
=== Herkunft des Namens ===
Bis zu ihrer Zerstörung durch Brandstiftung während der Reichspogromnacht (Reichskristallnacht) vom 9. auf den 10. November 1938 und ihrem anschließenden Abbruch befand sich hier die [[Synagoge]] der [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeinde]] von Norden. An die Synagoge erinnert heute noch ein Gedenkstein.
Bis zu ihrer Zerstörung durch Brandstiftung während der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 und ihrem anschließenden Abbruch befand sich hier die [[Synagoge]] der [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeinde]] von Norden. An die Synagoge erinnert heute noch ein Gedenkstein.


=== Entwicklung ===
=== Entwicklung ===
Die Entwicklung der Straße dürfte in den selben Zeitpunkt fallen wie die der [[Heringstraße]] und des [[Neuer Weg|Neuen Wegs]]. Bevor sie ihren heutigen Namen erhielt, hieß sie ''Judenlohne''. Weitere Namen sind nicht überliefert. Seit etwa 1679 war das Gebiet rund um den Synagogenweg das Zentrum der jüdischen Gemeinde. 1987 erhielt die ehemalige Judenlohne dann, anlässlich der ''Woche der Begegnung'', wo auch das Denkmal eingeweiht wurde, ihren heutigen Namen. Im Zuge dessen waren Zeitzeugen der nationalsozialistischen Verfolgung, so etwa [[Heinz Ewald Samson]], anwesend.
Die Entwicklung der Straße dürfte in den selben Zeitpunkt fallen wie die der [[Heringstraße]] und des [[Neuer Weg|Neuen Wegs]]. Bevor sie ihren heutigen Namen erhielt, hieß sie ''Judenlohne''. Weitere Namen sind nicht überliefert. Seit etwa 1679 war das Gebiet rund um den Synagogenweg das Zentrum der [[Jüdische Gemeinde Norden|jüdischen Gemeinde]]. 1987 erhielt die ehemalige Judenlohne dann, anlässlich der ''Woche der Begegnung'', bei der auch das Denkmal eingeweiht wurde, ihren heutigen Namen. Bei der Einweihung waren auch Zeitzeugen der nationalsozialistischen Verfolgung, so etwa [[Heinz Ewald Samson]], anwesend.


== Gebäude und Plätze ==
== Gebäude und Plätze ==
Die neue Synagoge (Synagogenweg 1) wurde 1804 erbaut und in der Kristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 niedergebrannt. An gleicher Stelle wurde ein Gedenkstein errichtet. Der Bau der alten Synagoge (Neuer Weg 110), auch als Judenkirche bezeichnet, ist seit 1751 nachweisbar, wird aber zu einem früheren Zeitpunkt schon stattgefunden haben. Ein weiteres historisches Gebäude ist das [[Vorsängers Haus]]. Im Keller dieses Hauses befand sich das Frauenbad und im Hinterhaus ein Lagerraum für Särge. Gegenüber des Standortes der ehemaligen Synagoge befand sich die [[Jüdische Schule]] mit dazugehöriger Lehrerwohnung.<ref>Schreiber, Gretje (2006): Norder Häuser (XIX). Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, 17./18. August 2006, S. 12</ref> Hier befindet sich heute ein Frisörsalon.
Die [[Synagoge]] wurde 1804 erbaut und in der Kristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 niedergebrannt. An gleicher Stelle wurde 1987 eine Gedenkstätte errichtet. Der Bau der alten Synagoge ([[Neuer Weg 110]]), auch als ''Judenkirche'' bezeichnet, ist seit 1751 nachweisbar, wird aber zu einem früheren Zeitpunkt schon stattgefunden haben.
 
Ein weiteres historisches Gebäude ist des [[Vorsängers Haus]]. Im Keller dieses Hauses befand sich das Frauenbad und im Hinterhaus ein Lagerraum für Särge. Gegenüber des Standortes der ehemaligen Synagoge befand sich die [[jüdische Schule]].<ref>Schreiber, Gretje (2006): Norder Häuser (XIX). Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, 17./18. August 2006, S. 12</ref> Hier befindet sich heute ein Frisörsalon.
 
Hinter dem Haus des Vorsängers befand sich die Lehrerwohnung, wo unter anderem auch die spätere jüdische Widerstandskämpferin [[Recha Freier]] mit ihrer Familie wohnte.


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==

Version vom 24. September 2021, 08:06 Uhr

Synagogenweg

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Basisdaten
Stadtteil/-viertel Norden
Erschließungsjahr vor 1679
Namensgebung 1987
Historische Namen Judenlohne

Der Synagogenweg ist eine Gemeindestraße in Norden. Er verbindet die Uffenstraße mit dem Neuen Weg.

Geschichte

Herkunft des Namens

Bis zu ihrer Zerstörung durch Brandstiftung während der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 und ihrem anschließenden Abbruch befand sich hier die Synagoge der jüdischen Gemeinde von Norden. An die Synagoge erinnert heute noch ein Gedenkstein.

Entwicklung

Die Entwicklung der Straße dürfte in den selben Zeitpunkt fallen wie die der Heringstraße und des Neuen Wegs. Bevor sie ihren heutigen Namen erhielt, hieß sie Judenlohne. Weitere Namen sind nicht überliefert. Seit etwa 1679 war das Gebiet rund um den Synagogenweg das Zentrum der jüdischen Gemeinde. 1987 erhielt die ehemalige Judenlohne dann, anlässlich der Woche der Begegnung, bei der auch das Denkmal eingeweiht wurde, ihren heutigen Namen. Bei der Einweihung waren auch Zeitzeugen der nationalsozialistischen Verfolgung, so etwa Heinz Ewald Samson, anwesend.

Gebäude und Plätze

Die Synagoge wurde 1804 erbaut und in der Kristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 niedergebrannt. An gleicher Stelle wurde 1987 eine Gedenkstätte errichtet. Der Bau der alten Synagoge (Neuer Weg 110), auch als Judenkirche bezeichnet, ist seit 1751 nachweisbar, wird aber zu einem früheren Zeitpunkt schon stattgefunden haben.

Ein weiteres historisches Gebäude ist des Vorsängers Haus. Im Keller dieses Hauses befand sich das Frauenbad und im Hinterhaus ein Lagerraum für Särge. Gegenüber des Standortes der ehemaligen Synagoge befand sich die jüdische Schule.[1] Hier befindet sich heute ein Frisörsalon.

Hinter dem Haus des Vorsängers befand sich die Lehrerwohnung, wo unter anderem auch die spätere jüdische Widerstandskämpferin Recha Freier mit ihrer Familie wohnte.

Einzelnachweise

  1. Schreiber, Gretje (2006): Norder Häuser (XIX). Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, 17./18. August 2006, S. 12

Siehe auch