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Auffallend ist, dass im 16. Jahrhundert bis ca. 1630 reiche Emder Familien versuchten, in Norden am Neuen Weg Fuß zu fassen. Hausbesitzer an der Ostseite hielten zur damaligen Zeit hinter ihren Häusern Gärten, deren Grenze die [[Große Hinterlohne]] bildete. Viele Bürger bewirtschafteten zusätzlich zwischen der Großen Hinterlohne und der [[Kleine Hinterlohne |Kleinen Hinterlohne]] einen oder mehrere Äcker. Die Bezeichnung des Neuen Weges reichte im 16. Jahrhundert auf der Ostseite laut Steuerlisten bis zur Brücke, die über das Galgentief führte. Das wäre aus heutiger Sicht gesehen bis zur Brückstraße Nr. 5. Die Bewohner der Westseite des Neuen Weges besaßen Gärten, deren Grenze die [[Helle]] bildete und teilweise zusätzlich einen Acker oder Garten, deren Grenze die [[Heringstraße]] ausmachte, die im 16. Jahrhundert nur vereinzelt bebaut war.<ref name=":0" /><ref name=":1" />
Auffallend ist, dass im 16. Jahrhundert bis ca. 1630 reiche Emder Familien versuchten, in Norden am Neuen Weg Fuß zu fassen. Hausbesitzer an der Ostseite hielten zur damaligen Zeit hinter ihren Häusern Gärten, deren Grenze die [[Große Hinterlohne]] bildete. Viele Bürger bewirtschafteten zusätzlich zwischen der Großen Hinterlohne und der [[Kleine Hinterlohne |Kleinen Hinterlohne]] einen oder mehrere Äcker. Die Bezeichnung des Neuen Weges reichte im 16. Jahrhundert auf der Ostseite laut Steuerlisten bis zur Brücke, die über das Galgentief führte. Das wäre aus heutiger Sicht gesehen bis zur Brückstraße Nr. 5. Die Bewohner der Westseite des Neuen Weges besaßen Gärten, deren Grenze die [[Helle]] bildete und teilweise zusätzlich einen Acker oder Garten, deren Grenze die [[Heringstraße]] ausmachte, die im 16. Jahrhundert nur vereinzelt bebaut war.<ref name=":0" /><ref name=":1" />


Die Einwohnerschaft des Neuen Weges setzte sich hauptsächlich aus Handwerkern und wohlhabenden Kaufleuten zusammen, nur vereinzelt waren Tagelöhner zu finden. Im Ersten Weltkrieg, nach dem Sieg des Generals Paul von Hindenburg in der Schlacht bei Tannenberg im August 1914, wurde der Neue Weg in ''Hindenburgstraße'' umgetauft und erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder seinen heutigen Namen.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref>
Die Einwohnerschaft des Neuen Weges setzte sich hauptsächlich aus Handwerkern und wohlhabenden Kaufleuten zusammen, nur vereinzelt waren Tagelöhner zu finden. Zum 70. Geburtstag von General Paul von Hindenburg, der in der Schlacht bei Tannenberg im August 1914 die Russen besiegt hatte, wurde der Neue Weg in ''Hindenburgstraße'' umgetauft und erhielt nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wieder seinen alten Namen.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> Paul von Hindenburg hatte mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler letztlich dessen Aufstieg ermöglicht und wurde deshalb zurecht kritisch betrachtet.


In früheren Jahren wurde den heimkehrenden Kriegsteilnehmern am südlichen Neuen Weg ein feierlicher Empfang bereitet. So etwa nach den Befreiungskriegen gegen die französischen Besatzung im Jahre 1816.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57</ref> Spätestens zu dieser Zeit und noch spät in das 20. Jahrhundert hinein war es üblich, dass die jüngeren Bürger den südlichen (von der [[Osterstraße]] aus gesehen rechten) Bürgersteig nutzten, während jener auf der anderen Seite den älteren Herrschaften vorbehalten war. Umgangssprachlich nannte man diesen daher auch spöttisch ''Ollwievenpadd'' (Altweiberpfad).<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 108</ref>
In früheren Jahren wurde den heimkehrenden Kriegsteilnehmern am südlichen Neuen Weg ein feierlicher Empfang bereitet. So etwa nach den Befreiungskriegen gegen die französischen Besatzung im Jahre 1816.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57</ref> Spätestens zu dieser Zeit und noch spät in das 20. Jahrhundert hinein war es üblich, dass die jüngeren Bürger den südlichen (von der [[Osterstraße]] aus gesehen rechten) Bürgersteig nutzten, während jener auf der anderen Seite den älteren Herrschaften vorbehalten war. Umgangssprachlich nannte man diesen daher auch spöttisch ''Ollwievenpadd'' (Altweiberpfad).<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 108</ref>