Bundesstraße: Unterschied zwischen den Versionen
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Geplant wurde die Bundesstraße erst ab 1844/1845.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 88</ref><ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 123</ref> Die Bauarbeiten begannen am 27. September 1847.<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 52</ref> Kurz zuvor entdeckte König Georg V. von Hannover (bekannt als ''Der blinde König''), damals auch Herrscher über Ostfriesland, die Insel Norderney für sich und besuchte sie regelmäßig zur Sommerfrische.<ref>Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Ortsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)</ref> Nach ihm wurde auch der Ort Georgsheil in der Gemeinde Südbrookmerland (am Städtedreieck Aurich-Emden-Norden) benannt.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Uthwerdum.pdf Beschreibung von Georgsheil] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Damit er mitsamt seines Trosses wohlbehalten und ohne unnötige Verzögerung vorankam, wurde die Straße letztlich befestigt. Für diese Zeit sind die Straßennamen ''Chaussee'' und ''Landstraße'' bekannt. Bis zur Befestigung musste die Bundesstraße nach jedem Befahren durch den Königstross neu hergerichtet werden. Die Stadt bemühte sich daher bereits seit 1838 um einen Anschluss an das Landstraßennetz, am 16. August 1842 erteilte die königliche Regierung die Zusage, obgleich sich die Stadt Norden innerhalb ihrer Grenzen an den Kosten beteiligen musste.<ref name=":0" /> | Geplant wurde die Bundesstraße erst ab 1844/1845.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 88</ref><ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 123</ref> Die Bauarbeiten begannen am 27. September 1847.<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 52</ref> Kurz zuvor entdeckte König Georg V. von Hannover (bekannt als ''Der blinde König''), damals auch Herrscher über Ostfriesland, die Insel Norderney für sich und besuchte sie regelmäßig zur Sommerfrische.<ref>Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Ortsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)</ref> Nach ihm wurde auch der Ort Georgsheil in der Gemeinde Südbrookmerland (am Städtedreieck Aurich-Emden-Norden) benannt.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Uthwerdum.pdf Beschreibung von Georgsheil] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Damit er mitsamt seines Trosses wohlbehalten und ohne unnötige Verzögerung vorankam, wurde die Straße letztlich befestigt. Für diese Zeit sind die Straßennamen ''Chaussee'' und ''Landstraße'' bekannt. Bis zur Befestigung musste die Bundesstraße nach jedem Befahren durch den Königstross neu hergerichtet werden. Die Stadt bemühte sich daher bereits seit 1838 um einen Anschluss an das Landstraßennetz, am 16. August 1842 erteilte die königliche Regierung die Zusage, obgleich sich die Stadt Norden innerhalb ihrer Grenzen an den Kosten beteiligen musste.<ref name=":0" /> | ||
Bei den Planungen erwog man, die neue Chaussee auf dem [[Alter Postweg|Alten Postweg]] verlaufen zu lassen, kam jedoch schnell zu dem Entschluss, dass die Wegstrecke zu kurvenreich ist, sodass man sich für einen (weitestgehend) geradlinigen Verlauf entschied. Hoffnungen einiger Bürger, die Straße werde mit der [[Brückstraße]] zerschlugen sich mit der Anbindung dieser an den [[Neuer Weg|Neuen Weg]], der sich seitdem zum neuen Südeingang der Stadt entwickelte.<ref name=":0" /> | Bei den Planungen erwog man, die neue Chaussee auf dem [[Alter Postweg|Alten Postweg]] verlaufen zu lassen, kam jedoch schnell zu dem Entschluss, dass die Wegstrecke zu kurvenreich ist, sodass man sich für einen (weitestgehend) geradlinigen Verlauf entschied. Hoffnungen einiger Bürger, die Straße werde mit der [[Brückstraße]] zerschlugen sich mit der Anbindung dieser an den [[Neuer Weg|Neuen Weg]], der sich seitdem zum neuen Südeingang der Stadt entwickelte.<ref name=":0" /> Für den Ausbau der damaligen Bundesstraße 70 um 1970 mussten einige alte historische Bauten dem Stadtbild weichen, so etwa das Haus [[Am Markt 53]], einer Filiale des späteren Supermarktes [[EDEKA Anton Götz|Anton Götz]]. Auch der sogenannte [[Pannkooksboom]], eine 250 Jahre alte Linde an der [[Norddeicher Straße]], wurde dafür gefällt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 125</ref> | ||
Seinen heutigen Namen hat die Straße naturgemäß erst nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland erhalten, da es zuvor keine Bundesstraßen gab. Diese hießen bis dahin Reichsstraße. Seit ihrem Ausbau zur Bundesstraße im Jahre 1971 bis zur Umbenennung 1995 trug sie die Kennung 70. Danach bekam sie ihre heute Kennung 72. | Seinen heutigen Namen hat die Straße naturgemäß erst nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland erhalten, da es zuvor keine Bundesstraßen gab. Diese hießen bis dahin Reichsstraße. Seit ihrem Ausbau zur Bundesstraße im Jahre 1971 bis zur Umbenennung 1995 trug sie die Kennung 70. Danach bekam sie ihre heute Kennung 72. | ||
Im Jahr 2009 wurde die [[Umgehungsstraße]] fertiggestellt. Dadurch verlor die [[Bahnhofstraße]] ihre Bedeutung als Teil der Bundesstraße und wurde zur [[Landesstraße]] (L27). | Im Jahr 2009 wurde die [[Umgehungsstraße]] fertiggestellt. Dadurch verlor die [[Bahnhofstraße]] ihre Bedeutung als Teil der Bundesstraße und wurde zur [[Landesstraße]] (L27). | ||
==Gebäude und Plätze== | ==Gebäude und Plätze== | ||
In der Straße finden sich einige Wohnhäuser und Höfe, eine Pension und ein ''Multibetrieb'' in den Geschäftsräumen eines ehemaligen Autohauses (Mercedes-Benz ''Beninga und Schmehl'', später Nebenstelle von Mercedes-Benz ''Kannegiesser''). An der Ecke zum [[Südring]], welche in das Gewerbegebiet [[Leegemoor]] führt, befindet sich eine Tankstelle. Erwähnenswert ist auch die [[Pomologie]], die sich auf der westlichen Straßenseite befindet. | In der Straße finden sich einige Wohnhäuser und Höfe, eine Pension und ein ''Multibetrieb'' in den Geschäftsräumen eines ehemaligen Autohauses (Mercedes-Benz ''Beninga und Schmehl'', später Nebenstelle von Mercedes-Benz ''Kannegiesser''). An der Ecke zum [[Südring]], welche in das Gewerbegebiet [[Leegemoor]] führt, befindet sich eine Tankstelle. Erwähnenswert ist auch die [[Pomologie]], die sich auf der westlichen Straßenseite befindet. | ||
Parallel zur Bundesstraße verläuft östlich der Straße der [[Berumerfehnkanal]]. Westlich, ebenfalls weitestgehend parallel, verläuft die alte Deichlinie, die bis zur Eindeichung von Süderneuland um 1556 das Land vom Meer trennte. Nahe des [[Ostermarscher Kreisel|Ostermarscher Kreisels]] befindet sich seit 2015 eine [[Küstenschutzhalle]] der [[Deichacht Norden|Norder Deichacht]], in der vor allem leere und gefüllte Sandsäcke sowie Befüllmaschinen nebst entsprechenden Baustoffen gelagert werden. | |||
Eine Besonderheit der Bundesstraße ist die historische Nummerierung der Gebäude. Diese verlaufen nicht auf- bzw. absteigend ihrer Anordnung entlang der Straße, sondern gehen auf historische Gepflogenheiten zurück, nach der Häuser ihre Nummern entsprechend des Zeitpunkts ihrer Bebauung erhielten. Das erste Haus an einer Straße trug so die 1, das zweite die 2 und so weiter. Eine solche Nummerierung findet sich heute bundesweit nur noch sehr vereinzelt, zum Beispiel auf der ostfriesischen Insel Baltrum. Daher wirkt die Nummerierung der Häuser entlang der Bundesstraße teilweise konfus. So folgt beispielsweise auf die Hausnummer 144 die Nummer 156 und darauf wiederum die 140. In Norden findet man dies nur noch hier und am [[Verschönerungsweg]], der ebenfalls zu [[Süderneuland II]] gehört. | |||
Am 12. April 2021 musste das Wohnhaus mit der Nr. 139 für den Bau der Entwässerung des gegenüberliegenden Grundstück weichen. Hier entstand seit März 2021 ein neuer [[toom Baumarkt]]. | |||
==Galerie== | ==Galerie== | ||