Korndeich: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Der '''Korndeich''' war ein alter Deich, der die die [[Stadt Norden]] umlaufende [[Geest]] teilweise umschloss und in geringen Teilen noch heute erhalten bzw. erkennbar ist. Er diente weniger als Seedeich zum Schutz vor Sturmfluten als vor den Überschwemmungen der umliegenden [[Marsch|Marschgebiete]].
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Der '''Korndeich''' ist ein alter Deich, der die die [[Stadt Norden]] umlaufende [[Geest]] umschloss und in geringen Teilen noch heute erhalten bzw. erkennbar ist.
==Geschichte==
Die Quellenlage über den genauen Verlauf und die Entstehung des Korndeichs ist äußerst dürftig, er wird wird jedoch schon seit der Besiedlung der [[Sandbauerschaft]] seinen Ursprung gehabt haben. Eine bauernrechtliche Vorschrift des 18. Jahrhunderts besagt: ''"Auf der [[Geest|Gasten]] und was innerhalb des Korndeiches liegt, darf niemand losgehendes Vieh am Weg weiden.".''<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Der alte Korndeich von Norden (Manuskript)</ref> Gemeint ist damit, dass niemand frei herumlaufendes Vieh innerhalb der Grenzen des Korndeichs weiden lassen durfte, damit diese das dort angebaute Getreide nicht fraßen oder zerstörten. Die Tiere durften also nur außerhalb des Ackerlandes weiden.


== Geschichte ==
Der Korndeich diente damit als eindeutige Abgrenzung zwischen Ackerland und Viehweiden. Ursprünglich wurde er jedoch nicht hierfür angelegt, sondern vielmehr, um das in den Herbst- und Wintermonate sich im tiefliegenden [[Marsch|Marschland]] der Umgebung sammelnde Wasser davon abzuhalten, die auf der höher gelegenen [[Geest]] befindlichen Äcker zu zerstören. Der Grundwasserspiegel war noch bis in die Zeit nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] bedeutend höher als heute, sodass es regelmäßig - auch ohne Deichbrüche - zu schwerwiegenden Überschwemmungen gab, da das Wasser nicht ausreichend versickern konnte. Erst danach begann man den Grundwasserspiegel durch ausgeklügelte Entwässerungssystem (Pumpen und Kanäle) deutlich abzusenken.
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Das Ackerland war zum Schutz gegen das weidende Vieh mit einem Deich umgeben. Alle Ländereien, die binnen des Korndeiches lagen, waren deichfrei. [[Deichfreiheit]] wurde anerkannt, wenn sie aus der Höhenlage des Ortes abgeleitet wurde, zuerst der 3 Fuß-Grenze über ''ordinärer Flut'', später zur 6 Fuß-Grenze.
Da der Korndeich also nicht als Seedeich angelegt wurde, waren alle Ländereien, die binnen des Korndeiches lagen, grundsätzlich deichfrei. [[Deichfreiheit]] wurde anerkannt, wenn sie aus der Höhenlage des Ortes abgeleitet wurde, zuerst der 3 Fuß-Grenze über ''ordinärer Flut'', später zur 6 Fuß-Grenze.<ref name=":0" />


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==Quellenverzeichnis==
==Einzelnachweise==
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==Siehe auch==
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[[Kategorie:Deiche im Stadtgebiet]]
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Version vom 22. September 2021, 12:17 Uhr

Korndeich

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Basisdaten
Kategorie Deiche im Stadtgebiet
Baubeginn vor 1800
Fertigstellung vor 1800

Der Korndeich war ein alter Deich, der die die Stadt Norden umlaufende Geest teilweise umschloss und in geringen Teilen noch heute erhalten bzw. erkennbar ist. Er diente weniger als Seedeich zum Schutz vor Sturmfluten als vor den Überschwemmungen der umliegenden Marschgebiete.

Geschichte

Die Quellenlage über den genauen Verlauf und die Entstehung des Korndeichs ist äußerst dürftig, er wird wird jedoch schon seit der Besiedlung der Sandbauerschaft seinen Ursprung gehabt haben. Eine bauernrechtliche Vorschrift des 18. Jahrhunderts besagt: "Auf der Gasten und was innerhalb des Korndeiches liegt, darf niemand losgehendes Vieh am Weg weiden.".[1] Gemeint ist damit, dass niemand frei herumlaufendes Vieh innerhalb der Grenzen des Korndeichs weiden lassen durfte, damit diese das dort angebaute Getreide nicht fraßen oder zerstörten. Die Tiere durften also nur außerhalb des Ackerlandes weiden.

Der Korndeich diente damit als eindeutige Abgrenzung zwischen Ackerland und Viehweiden. Ursprünglich wurde er jedoch nicht hierfür angelegt, sondern vielmehr, um das in den Herbst- und Wintermonate sich im tiefliegenden Marschland der Umgebung sammelnde Wasser davon abzuhalten, die auf der höher gelegenen Geest befindlichen Äcker zu zerstören. Der Grundwasserspiegel war noch bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bedeutend höher als heute, sodass es regelmäßig - auch ohne Deichbrüche - zu schwerwiegenden Überschwemmungen gab, da das Wasser nicht ausreichend versickern konnte. Erst danach begann man den Grundwasserspiegel durch ausgeklügelte Entwässerungssystem (Pumpen und Kanäle) deutlich abzusenken.

Da der Korndeich also nicht als Seedeich angelegt wurde, waren alle Ländereien, die binnen des Korndeiches lagen, grundsätzlich deichfrei. Deichfreiheit wurde anerkannt, wenn sie aus der Höhenlage des Ortes abgeleitet wurde, zuerst der 3 Fuß-Grenze über ordinärer Flut, später zur 6 Fuß-Grenze.[1]

Gut zu erkennen ist die Erhabenheit des Deiches beispielsweise noch am nördlichen Beginn der Langen Riege. Der genaue Verlauf ist jedoch heute nur noch ungefähr erkennbar. Er verlief ungefähr von der Langen Riege in Richtung Königsberger Straße, von dort zum Grasweg und von hier unterhalb der Wirde weiter bis zum Looger Weg. Auch der nördlich der alten Deichlinie gelegene Korndeichsweg erinnert noch mit seiner Straßenbezeichnung an ihn.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Schreiber, Gretje (2011): Der alte Korndeich von Norden (Manuskript)

Siehe auch