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Als de Haan 1945 verhaftet werden sollte und daher mit seiner Auslieferung an die Russen rechnete, verschaffte er sich den Namen eines gefallenen Pfarrers und arbeitete als ''Hans Häfner'' bis 1949 in einem Getreidehandel in Bad Pyrmont. Von Drygalski, sein früherer Mentor an der Napola Ilfeld, holte ihn nach der Entnazifizierung an das Kaiser-Wilhelm in Hannover, wo er ab 1952 unter anderem als Latein- und Griechischlehrer tätig war. Mit seinen Schülern unternahm de Haan 1953 eine Fahrt nach Griechenland. Auf einer Pause in Jugoslawien gerieten sie in eine Polizeikontrolle. Der sehr nervös auf diese, letztlich glimpflich abgelaufene, Kontrolle reagierende de Haan offenbarte seinen Schülern, dass er Sorge um eine Entdeckung seiner ehemaligen Zugehörigkeit zur SS gehabt hatte.<ref name=":1" /> Diese waren leicht anhand der tätowierten Blutgruppe als solche zu erkennen.
Als de Haan 1945 verhaftet werden sollte und daher mit seiner Auslieferung an die Russen rechnete, verschaffte er sich den Namen eines gefallenen Pfarrers und arbeitete als ''Hans Häfner'' bis 1949 in einem Getreidehandel in Bad Pyrmont. Von Drygalski, sein früherer Mentor an der Napola Ilfeld, holte ihn nach der Entnazifizierung an das Kaiser-Wilhelm in Hannover, wo er ab 1952 unter anderem als Latein- und Griechischlehrer tätig war. Mit seinen Schülern unternahm de Haan 1953 eine Fahrt nach Griechenland. Auf einer Pause in Jugoslawien gerieten sie in eine Polizeikontrolle. Der sehr nervös auf diese, letztlich glimpflich abgelaufene, Kontrolle reagierende de Haan offenbarte seinen Schülern, dass er Sorge um eine Entdeckung seiner ehemaligen Zugehörigkeit zur SS gehabt hatte.<ref name=":1" /> Diese waren leicht anhand der tätowierten Blutgruppe als solche zu erkennen.


1957 wurde de Haan nach Norden versetzt, wo er Schulleiter am [[Ulrichsgymnasium]] wurde.<ref name=":1" /> Hier verfasste er 1967 eine Festschrift anlässlich des 400-jährigen Bestehens des Gymnasiums (Titel: ''400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. 1567-1967''). Am 9. Januar 1975 starb er im Alter von 66 Jahren und wurde auf dem [[Bargeburer Friedhof|reformierten Friedhof]] in [[Bargebur]] bestattet.<ref name=":0" />
1957 wurde de Haan nach Norden versetzt, wo er Schulleiter am [[Ulrichsgymnasium]] wurde.<ref name=":1" /> Hier verfasste er 1967 eine Festschrift anlässlich des 400-jährigen Bestehens des Gymnasiums (Titel: ''400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. 1567-1967''). Wenige Jahre zuvor setzte er sich maßgeblich für die Anlage eines Parks sowie Wanderwegs hinter dem ab 1961 errichteten [[Kreiskrankenhaus Norden|Kreiskrankenhaus]] ein.
 
Am 9. Januar 1975 verstarb de Haan im Alter von gerade einmal 66 Jahren und wurde auf dem [[Bargeburer Friedhof|reformierten Friedhof]] in [[Bargebur]] bestattet.<ref name=":0" />


==Ehrungen==
==Ehrungen==
Trotz seiner als hochproblematisch anzusehenden Vergangenheit als kommandierender Offizier einer an unzähligen Kriegsverbrechen beteiligten Organisation sowie als führende Lehrkraft an einer nationalsozialistischen Bildungsanstalt wurde ihm vom [[Stadtrat|Norder Stadtrat]] posthum die Ehre einer Straßenbenennung zuerkannt, als ein bis dato namenloser Wanderweg entlang des [[Norder Tief|Norder Tiefs]] im Jahre 2010 nach ihm benannt wurde.<ref>[https://www.oz-online.de/-news/artikel/33285/Wanderweg-hinter-Krankenhaus-erhaelt-Namen Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 14. Oktober 2010], abgerufen am 10. April 2021</ref> Die Benennung folgte auf Wunsch der Familie. De Haan selbst wohnte tatsächlich nur wenige Meter von ''seinem Padd'' entfernt - und zwar im Winkel der [[Baltrumer Straße]] und der [[Uferstraße]]. Ein Großteil der Ländereien am [[Hexenkolk]] soll ihm und seiner Frau gehört haben.
Trotz seiner als hochproblematisch anzusehenden Vergangenheit als kommandierender Offizier einer an unzähligen Kriegsverbrechen beteiligten Organisation sowie als führende Lehrkraft an einer nationalsozialistischen Bildungsanstalt wurde ihm vom [[Stadtrat|Norder Stadtrat]] posthum die Ehre einer Straßenbenennung zuerkannt, als ein bis dato namenloser Wanderweg entlang des [[Norder Tief|Norder Tiefs]] im Jahre 2010 nach ihm benannt wurde.<ref>[https://www.oz-online.de/-news/artikel/33285/Wanderweg-hinter-Krankenhaus-erhaelt-Namen Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 14. Oktober 2010], abgerufen am 10. April 2021</ref> Die Benennung folgte auf Wunsch der Familie. De Haan selbst wohnte tatsächlich nur wenige Meter von ''seinem Padd'' entfernt - und zwar im Winkel der [[Baltrumer Straße]] und der [[Uferstraße]]. Ein Großteil der Ländereien am [[Hexenkolk]] soll ihm und seiner Frau gehört haben. Außerdem setzte er sich maßgeblich für die Gestaltung des Parks und des Wanderwegs entlang des [[Galgentief|Galgentiefs]] ein.


==Literatur==
==Literatur==