Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 41: Zeile 41:
Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurden 27 Sozialdemokraten und Kommunisten von diesen am 3. Mai des Jahres im Gasthof schwer misshandelt.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich. Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 46</ref><ref name=":1">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 29</ref> Die NSDAP erklärte den Gasthof kurz zuvor zu ihrem ''Parteilokal''.<ref name=":1" /> Statt einzugreifen stellte der Gastwirt das Radio auf volle Lautstärke, da der durch die Misshandlung entstandene Lärm bis auf die Straße drang.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 32</ref> Nachdem 1942 und 1943 mehrere Ladungen mit wertvollen Möbeln und anderen Gegenständen im [[Norder Hafen]] ankamen, lagerten die Nationalsozialisten große Teil davon im Gasthof.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41</ref>
Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurden 27 Sozialdemokraten und Kommunisten von diesen am 3. Mai des Jahres im Gasthof schwer misshandelt.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich. Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 46</ref><ref name=":1">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 29</ref> Die NSDAP erklärte den Gasthof kurz zuvor zu ihrem ''Parteilokal''.<ref name=":1" /> Statt einzugreifen stellte der Gastwirt das Radio auf volle Lautstärke, da der durch die Misshandlung entstandene Lärm bis auf die Straße drang.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 32</ref> Nachdem 1942 und 1943 mehrere Ladungen mit wertvollen Möbeln und anderen Gegenständen im [[Norder Hafen]] ankamen, lagerten die Nationalsozialisten große Teil davon im Gasthof.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41</ref>


Im November 1934 wird von hier aus das von Marie Ulfers verfasste Hörspiel ''Dat Arfdeel ut Ostindien'' (übersetzt: ''Das Erbteil aus Ostindien'') via Rundfunk übertragen, das von den Schauspielern der Niederdeutschen Bühne eingespielt wurde.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24</ref> Irgendwann in dieser Zeit bürgert sich teilweise der spöttische Namen ''Das Braune Haus'' ein, das auf das hier einkehrende nationalsozialistische (braune) Klientel anspielt.<ref>Ökumenischer Arbeitskreis (2021): Kleiner Rundgang durch Norden, Norden, S. 6</ref>
Im November 1934 wird von hier aus das von Marie Ulfers verfasste Hörspiel ''Dat Arfdeel ut Ostindien'' (übersetzt: ''Das Erbteil aus Ostindien'') via Rundfunk übertragen, das von den Schauspielern der Niederdeutschen Bühne eingespielt wurde.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24</ref> Irgendwann in dieser Zeit bürgert sich teilweise der spöttische Namen ''Das Braune Haus'' ein, das auf das hier einkehrende nationalsozialistische (braune) Klientel anspielt.<ref name=":2">Ökumenischer Arbeitskreis (2021): Kleiner Rundgang durch Norden, Norden, S. 6</ref> Spätestens seit dem 31. März 1933 war die Börse das offizielle ''Sturmlokal'' der Norder NSDAP, die hier nicht nur einen Stammtisch, sondern auch ihr ''Aktionskomittee'' zur Planung von Aktionen gegen jüdische Mitbürger einrichtete.<ref name=":2" /><ref>Ostfriesischer Kurier vom 31. März 1933</ref>


Im Oktober 1948 wurde der Gasthof zu einem Kino umgebaut, das später als [[Metropol-Theater]] bekannt wurde.
Im Oktober 1948 wurde der Gasthof zu einem Kino umgebaut, das später als [[Metropol-Theater]] bekannt wurde.