Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 84: Zeile 84:


Ab dem 19. Jahrhundert stand der Gemeindevorsteher (Bürgermeister) an oberster Spitze von Westermarsch I. Es handelte sich jedoch um ein Ehrenamt mit vor allen repräsentativen Aufgaben. An der Spitze der eigentlichen Verwaltung stand ein (Samt-)Gemeindedirektor. Von 01.12.1965 bis 30.06.1972 fand unter Gemeindedirektor Hippen die "kleine Gebietsreform" statt, Westermarsch I und II verloren ihre Eigenständigkeit und gingen in der [[Samtgemeinde Leybucht]] auf, der auch [[Neuwesteel]] und [[Leybuchtpolder]] angehörten. Infolge der niedersächischen Gemeindereform fiel die Samtgemeinde Leybucht am 1. Juli 1972 schließlich an Norden. Ein ehrenamtlicher [[Ortsvorsteher]] vertritt nun den Ort gegenüber der städtischen Verwaltung.
Ab dem 19. Jahrhundert stand der Gemeindevorsteher (Bürgermeister) an oberster Spitze von Westermarsch I. Es handelte sich jedoch um ein Ehrenamt mit vor allen repräsentativen Aufgaben. An der Spitze der eigentlichen Verwaltung stand ein (Samt-)Gemeindedirektor. Von 01.12.1965 bis 30.06.1972 fand unter Gemeindedirektor Hippen die "kleine Gebietsreform" statt, Westermarsch I und II verloren ihre Eigenständigkeit und gingen in der [[Samtgemeinde Leybucht]] auf, der auch [[Neuwesteel]] und [[Leybuchtpolder]] angehörten. Infolge der niedersächischen Gemeindereform fiel die Samtgemeinde Leybucht am 1. Juli 1972 schließlich an Norden. Ein ehrenamtlicher [[Ortsvorsteher]] vertritt nun den Ort gegenüber der städtischen Verwaltung.
==Bildung==
{{Hauptartikel|Schule (Westermarsch I)}}
Mindestens seit 1622 ist in Westermarsch I eine Schule belegt, die im Laufe der Jahre neugebaut und erweitert wurde. Das [[Schule (Westermarsch I) | Schulgebäude]] aus dem Jahr 1868 existiert noch heute und befindet sich in Privatbesitz.
Das Schulgebäude der Altendeichsschule liegt an der Nordseite des Altendeichsweges im 2. Rott,
etwa 5 km von der Stadt Norden entfernt. Die Schüler, die diese Schule besuchten, wohnten im 1.
und 2. Westermarscher Rott, sowie im Langhauser Rott und im Westercharlotten Polder.81 Das
älteste vorhandene Protokoll datiert vom 8. Februar 1622 als ein Schulmeister eingestellt wurde.82
An dieser Schule unterrichtete der durch seine Zeichnungen bekannt gewordene Jacob Menßen bis
zu seinem Tode im Jahre 1749.83 Weitere Erwähnung der Schule im Jahre 1750 und 1753.84 Vor
1772 wurde von der Gemeinde in unmittelbarer Nähe der vorhergehenden Schule auf
Gemeindegrund ein neues Schulgebäude mit Lehrerwohnung, Garten und Land errichtet.85 Ein
weiterer Neubau erfolgte im Jahre 1823. Die Schule war ungefähr 23 Fuß lang und 16 Fuß breit und
die Lehrerwohnung ungefähr 64 Fuß lang und 38 Fuß breit.86 An Schulgeld waren etwa 100
Reichstaler zu zahlen.87 Ein weiterer Neubau fand im Jahre 1868 statt. Der Klassenraum des heute
noch vorhandenen Schulgebäudes wies eine Länge von 7 m und eine Breite von 6 m auf. Die
Lehrerwohnung umfasste 2 Wohn- und 2 Schlafstuben, 1 Karnhaus mit einem Eingang zum Keller,
welcher sich hinter der einen Schlafkammer befindet. Ein Gang trennt die Wohnung von der
Scheune, welche die Räume für Korn, Heu und Torf, 3 Viehställe, 1 Schweinekaven, 1 Schafstall,
so wie die Aborte enthält.88 1878 besuchten 78 Kinder die Schule, 1882: 82 und 1884: 109 Kinder
im Sommer und 104 Kinder im Winter. Der Klassenraum besaß eine Fläche von 42,21 qm.89 1883
wird die Schule um 4,40 m verlängert. In der Scheune wurde neben dem vorhandenen Abort ein
neuer Abort mit Pissoirs für Knaben hergerichtet.90 Im Jahre 1888 sollte eine zweite Lehrerstelle
eingerichtet werden. Erst nach Fertigstellung eines Erweiterungsbau im Jahre 1889 wurde die 2.
Lehrerstelle besetzt.91 1901 wurde die „Altendeicher“ Schule in Westermarsch I umbenannt. 1949
sind in der Schule 110 evangelische und 8 katholische Schüler. 47 Kinder davon sind Flüchtlingskinder. Der Schulrat erfordert die Einrichtung einer 3. Stelle.92 1961 wird eine neue
Schule am Altendeichsweg eingeweiht.93 Westermarsch I, eine zweiklassige Volksschule, gehört
zum Schulzweckverband wie auch zum Kirchspiel Norden. Im Zuge der Neuordnung der
Einzugsgebiete wurden die 5. bis 7. Klassen der Schule Im Spiet zugewiesen, während nur die
Grundschule, allerdings in Verbindung mit den aus der früheren einklassigen Schule in Westerhörn
umgeschulten Kindern in Westermarsch I verblieb. Dies änderte sich wiederum 1992 durch die
Bildung der „Grundschule an der Leybucht“.94 Weiterführende Schulen sind in Norden das
“Ulrichsgymnasium“, „Realschule Norden“ und „Hauptschule Norden“. In der letzten
Altendeichsschule ist heute der Kindergarten AWO untergebracht.
==Religion==
Es ist nicht belegt, dass es in Westermarsch jemals einen Friedhof gegeben hat. Die Verstorbenen wurden in Norden beerdigt, die zuständige Kirche aller Norder Umlandgemeinden war die [[Ludgerikirche]] am Norder [[Marktplatz]].
Die Bevölkerung ist überwiegend evangelisch-lutherisch und gehört mittlerweile zur [[Andreas-Kirchengemeinde]] Norden, welche ihren Sitz im [[Warfenweg]] hat. Vereinzelt gibt es evangelisch-reformierte Bewohner, die die Kirche in Bargebur besuchen, sowie Mennoniten, die einst Schutzgeld zahlten und die in Norden am Marktplatz auf der Südseite seit 1795 ihre eigene Kirche besitzen. Die wenigen katholischen Bewohner gehen in die Kirche St. Ludgerus in Norden. In der Begegnisstätte am Altendeichsweg finden regelmäßig Teenachmittage statt.


== Sehenswürdigkeiten ==
== Sehenswürdigkeiten ==