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Der Neue Weg war aber keine Sackgasse, da sich östlich die [[Brückstraße]] und westlich die [[Dammstraße]] öffneten. In den 1542 angelegten Kontraktenprotokollen wird als Straßenname ebenfalls ''Neuer Weg'' als Name angegeben. Der Neue Weg war schon im 16. Jahrhundert die Geschäftsstraße von Norden.<ref name=":1" /> | Der Neue Weg war aber keine Sackgasse, da sich östlich die [[Brückstraße]] und westlich die [[Dammstraße]] öffneten. In den 1542 angelegten Kontraktenprotokollen wird als Straßenname ebenfalls ''Neuer Weg'' als Name angegeben. Der Neue Weg war schon im 16. Jahrhundert die Geschäftsstraße von Norden.<ref name=":1" /> | ||
Auffallend ist, dass im 16. Jahrhundert bis ca. 1630 reiche Emder Familien versuchten, in Norden am Neuen Weg Fuß zu fassen. Hausbesitzer an der Ostseite hielten zur damaligen Zeit hinter ihren Häusern Gärten, deren Grenze die [[Große Hinterlohne]] bildete. Viele Bürger bewirtschafteten zusätzlich zwischen der Großen Hinterlohne und der [[Kleine Hinterlohne |Kleinen Hinterlohne]] einen oder mehrere Äcker. Die Bezeichnung des Neuen Weges reichte im 16. Jahrhundert auf der Ostseite laut Steuerlisten bis zur Brücke, die über das Galgentief führte. Das wäre aus heutiger Sicht gesehen bis zur Brückstraße Nr. 5. Die Bewohner der Westseite des Neuen Weges besaßen Gärten, deren Grenze die Helle bildete und teilweise zusätzlich einen Acker oder Garten, deren Grenze die [[Heringstraße]] ausmachte, die im 16. Jahrhundert nur vereinzelt bebaut war.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> | Auffallend ist, dass im 16. Jahrhundert bis ca. 1630 reiche Emder Familien versuchten, in Norden am Neuen Weg Fuß zu fassen. Hausbesitzer an der Ostseite hielten zur damaligen Zeit hinter ihren Häusern Gärten, deren Grenze die [[Große Hinterlohne]] bildete. Viele Bürger bewirtschafteten zusätzlich zwischen der Großen Hinterlohne und der [[Kleine Hinterlohne |Kleinen Hinterlohne]] einen oder mehrere Äcker. Die Bezeichnung des Neuen Weges reichte im 16. Jahrhundert auf der Ostseite laut Steuerlisten bis zur Brücke, die über das Galgentief führte. Das wäre aus heutiger Sicht gesehen bis zur Brückstraße Nr. 5. Die Bewohner der Westseite des Neuen Weges besaßen Gärten, deren Grenze die [[Helle]] bildete und teilweise zusätzlich einen Acker oder Garten, deren Grenze die [[Heringstraße]] ausmachte, die im 16. Jahrhundert nur vereinzelt bebaut war.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> | ||
Die Einwohnerschaft des Neuen Weges setzte sich hauptsächlich aus Handwerkern und wohlhabenden Kaufleuten zusammen, nur vereinzelt waren Tagelöhner zu finden. Im Ersten Weltkrieg, nach dem Sieg des Generals Paul von Hindenburg in der Schlacht bei Tannenberg im August 1914, wurde der Neue Weg in ''Hindenburgstraße'' umgetauft und erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder seinen heutigen Namen.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> | Die Einwohnerschaft des Neuen Weges setzte sich hauptsächlich aus Handwerkern und wohlhabenden Kaufleuten zusammen, nur vereinzelt waren Tagelöhner zu finden. Im Ersten Weltkrieg, nach dem Sieg des Generals Paul von Hindenburg in der Schlacht bei Tannenberg im August 1914, wurde der Neue Weg in ''Hindenburgstraße'' umgetauft und erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder seinen heutigen Namen.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> | ||
Version vom 9. September 2021, 14:29 Uhr
Neuer Weg | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Stadtteil/-viertel | Norden | |||||||
| Erschließungsjahr | vor 1255 | |||||||
| Namensgebung | um 1509 | |||||||
| Historische Namen | Hindenburgstraße
Langer Weg | |||||||
Der Neue Weg ist eine Gemeindestraße in Norden und liegt im Stadtviertel Norden. Die Straße grenzt nördlich an die Osterstraße und die Kleine Mühlenstraße und südlich an die Brückstraße und die Dammstraße sowie den Popke-Fegter-Platz. An den Neuen Weg grenzen auf beiden Seiten mehrere namenhafte und -lose Lohnen bzw. Gassen und Straßen an. Die westlich gelegenen, benannten Lohnen und Straßen sind der Synagogenweg, die Große Neustraße, die Coneruslohne und die Vogelhändlergasse, bei den östlichen handelt es sich um die Doornkaatstraße, die Bäko-Passage und Hooge Thun.
Geschichte
Herkunft des Namens
Der Name ergibt sich aus seiner Eigenschaft als neu angelegter Weg, der aus dem Langen Weg bzw. Langen Lohne entstand (siehe Entwicklung). Weg meint in diesem Sinne eine Befestigung und nicht bloß einen unbefestigten Feldweg. Da dieser Weg neu angelegt wurde, ergab sich der (zunächst nur) umgangssprachliche Name, der später auch amtlich bzw. offiziell wurde.[1]
Entwicklung
Der Neue Weg gehört an sich wohl zu den ältesten Straßen von Norden und wurde planmäßig angelegt. Nach einem schwerwiegenden Großbrand im Jahre 1509 wurde der (damals noch sogenannte) Lange Weg bzw. die Lange Lohne (teilweise lateinisch: longam plateam), der bis dahin ungefähr nur bis zur späteren Großneustraße ging, wiederhergestellt.[2] Der südliche, unbebaute Teil wurde damals noch Rispel bzw. Hammerk genannt.[3] Es handelte sich um gemeinschaftlich genutzte Weiden (Gemeinweiden).[1] Der Weg erhielt einen neuen Namen und nannte sich fortan Neuer Weg, der jetzt nach Süden hin verlängert bis an das Galgentief führte.[4]
Der Neue Weg war aber keine Sackgasse, da sich östlich die Brückstraße und westlich die Dammstraße öffneten. In den 1542 angelegten Kontraktenprotokollen wird als Straßenname ebenfalls Neuer Weg als Name angegeben. Der Neue Weg war schon im 16. Jahrhundert die Geschäftsstraße von Norden.[4]
Auffallend ist, dass im 16. Jahrhundert bis ca. 1630 reiche Emder Familien versuchten, in Norden am Neuen Weg Fuß zu fassen. Hausbesitzer an der Ostseite hielten zur damaligen Zeit hinter ihren Häusern Gärten, deren Grenze die Große Hinterlohne bildete. Viele Bürger bewirtschafteten zusätzlich zwischen der Großen Hinterlohne und der Kleinen Hinterlohne einen oder mehrere Äcker. Die Bezeichnung des Neuen Weges reichte im 16. Jahrhundert auf der Ostseite laut Steuerlisten bis zur Brücke, die über das Galgentief führte. Das wäre aus heutiger Sicht gesehen bis zur Brückstraße Nr. 5. Die Bewohner der Westseite des Neuen Weges besaßen Gärten, deren Grenze die Helle bildete und teilweise zusätzlich einen Acker oder Garten, deren Grenze die Heringstraße ausmachte, die im 16. Jahrhundert nur vereinzelt bebaut war.[2][4]
Die Einwohnerschaft des Neuen Weges setzte sich hauptsächlich aus Handwerkern und wohlhabenden Kaufleuten zusammen, nur vereinzelt waren Tagelöhner zu finden. Im Ersten Weltkrieg, nach dem Sieg des Generals Paul von Hindenburg in der Schlacht bei Tannenberg im August 1914, wurde der Neue Weg in Hindenburgstraße umgetauft und erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg wieder seinen heutigen Namen.[4][5]
In früheren Jahren wurde den heimkehrenden Kriegsteilnehmern am südlichen Neuen Weg ein feierlicher Empfang bereitet. So etwa nach den Befreiungskriegen gegen die französischen Besatzung im Jahre 1816.[6] Spätestens zu dieser Zeit und noch spät in das 20. Jahrhundert hinein war es üblich, dass die jüngeren Bürger den südlichen (von der Osterstraße aus gesehen rechten) Bürgersteig nutzten, während jener auf der anderen Seite den älteren Herrschaften vorbehalten war. Umgangssprachlich nannte man diesen daher auch spöttisch Ollwievenpadd (Altweiberpfad).[7]
Als Norden ab Dezember 1958 endlich einen Anschluss an die Kanalisation bekam, war der Neue Weg einer der ersten Straßen in Norden, in der die Rohre verlegt wurden.[8]
1988 bis 1989 fanden umfangreiche Bauarbeiten am Neuen Weg statt, um diesen - zunächst provisorisch - zu einer Fußgängerzone zu machen.[9][10] Anfang der 1990er Jahre werden die dafür erforderlichen Baumaßnahmen umgesetzt.[11] Die Fahrbahnbreite wurde erheblich verkürzt, die Fahrbahndecke erneuert und breitere Gehwege geschaffen. Die Straße ist seitdem für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.[9] Mehrere erhaltenswerte Gebäude wurden mit maßgeblicher Unterstützung der Sparkasse Aurich-Norden saniert.[12]
Gebäude und Plätze
Der Neue Weg ist die wichtigste Einkaufsstraße Nordens und von zentraler Bedeutung. Hier finden sich eine Vielzahl der unterschiedlichsten Geschäfte, Restaurants und Hotels. Dazu kommen einige Betriebe, Praxen, Kanzleien und sonstige Einrichtungen. Alle Gebäude werden zumindest im Erdgeschoss gewerblich genutzt, darüber befinden sich in der Regel Wohnungen. Auch eine Schule befand sich hier einst: Die Neuweger Schule.
Bis zum Bau der Alten Mühlenbrücke war der Neue Weg an sich eine Sackgasse, führte aber nach Osten zur Brückstraße und nach Westen zur Dammstraße weiter.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118
- ↑ 2,0 2,1 Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 16
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 93
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 Schreiber, Gretje (1995): Norder Häuser (I), Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, vom 19./20. August 1995, S. 9
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 108
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 67
- ↑ 9,0 9,1 Kurzfassung der Norder Stadthistorie, abgerufen am 5. Februar 2021
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 331
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 85
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 94