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===Frühzeit===
===Frühzeit===
Das Gebiet der heutigen Stadt Norden wurde nachweislich schon in der Mittelsteinzeit, viele tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung, besiedelt - vor allem von den Friesen, aber auch Chauken und Sachsen waren hier sesshaft.<ref name=":10">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 3</ref><ref name=":11" /> Nachdem das Reich der Friesen, beherrscht vom legendären Friesenkönig [[Radbodstraße|Radbod]], durch Karl Martell im Jahre 734 zerschlagen wurde, geriet Friesland unter die Herrschaft der Franken, die von Karl dem Großen endgültig vollzogen wurde.<ref name=":11">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Neben einer christlichen Missionierung verfolgten die Franken in erster Linie politische Ziele zur Ausweitung ihres Machtbereichs. Der fränkische Missionar Luidger, nach dem die [[Ludgerikirche]] benannt wurde, sprach friesisch und konnte die Einheimischen von den Gedanken einer befürchteten Fremdherrschaft durch die Hintertür abbringen.<ref name=":10" /> Er hatte damit maßgeblichen Einfluss am Siegeszug des Christentums im bis dahin heidnischen Ostfriesland.
Das Gebiet der heutigen Stadt Norden wurde nachweislich schon in der Mittelsteinzeit, viele tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung, besiedelt - vor allem von den Friesen, aber auch Chauken und Sachsen waren hier sesshaft.<ref name=":10">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 3</ref><ref name=":11" /> 1892 wurden die Kieshügel des [[Escher|Eschers]] für den Bau der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke]] abgegraben, dabei stieß man auf Reste einer Siedlung aus dem 5. oder 6. Jahrhundert nach Christus. Forscher deuten Teile der Fundstücke (Tongefäße und Scherben) als Reste einer Salzsiederei.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref>
 
Nachdem das Reich der Friesen, beherrscht vom legendären Friesenkönig [[Radbodstraße|Radbod]], durch Karl Martell im Jahre 734 zerschlagen wurde, geriet Friesland unter die Herrschaft der Franken, die von Karl dem Großen endgültig vollzogen wurde.<ref name=":11">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Neben einer christlichen Missionierung verfolgten die Franken in erster Linie politische Ziele zur Ausweitung ihres Machtbereichs. Der fränkische Missionar Luidger, nach dem die [[Ludgerikirche]] benannt wurde, sprach friesisch und konnte die Einheimischen von den Gedanken einer befürchteten Fremdherrschaft durch die Hintertür abbringen.<ref name=":10" /> Er hatte damit maßgeblichen Einfluss am Siegeszug des Christentums im bis dahin heidnischen Ostfriesland.


Die Menschen besiedelten zunächst die Gebiete auf der [[Norder Geestinsel]], die deutlich über den Meeresspiegel ragt und dadurch einen natürlichen Schutz vor Überflutungen but. Die umliegenden [[Marsch|Marschgebiete]] wurden erst wesentlich später besiedelt bzw. [[Liste der Eindeichungen|eingedeicht]]. Entlang der Geestinsel bildeten sich einzelne Bauerschaften (kleine Hofstellen bzw. Bauernsiedlungen), die sich später zu einer Gemeinde, der sogenannten [[Sandbauerschaft]], zusammenschlossen. Im Zentrum ihrer Bauerschaften errichteten sie einen [[Marktplatz]], von dem aus sich das spätere Stadtgebiet entwickelte. Hier erbauten besonders vornehme Familien bzw. Geschlechter ihre Wohnhäuser, sogar [[Oldeborg|eine Burg]] entstand. Fast alle [[Ostfriesische Häuptlinge|ostfriesischen Häuptlingsgeschlechter]] haben ihre Wurzeln in Norden gehabt.<ref name=":10" /> In der Folgezeit wuchsen die Bauer(n)schaften parallel zur Besiedlung um den Marktplatz weiter zusammen, sodass Norden einen ersten, stadtähnlichen Charakter entwickelte.
Die Menschen besiedelten zunächst die Gebiete auf der [[Norder Geestinsel]], die deutlich über den Meeresspiegel ragt und dadurch einen natürlichen Schutz vor Überflutungen but. Die umliegenden [[Marsch|Marschgebiete]] wurden erst wesentlich später besiedelt bzw. [[Liste der Eindeichungen|eingedeicht]]. Entlang der Geestinsel bildeten sich einzelne Bauerschaften (kleine Hofstellen bzw. Bauernsiedlungen), die sich später zu einer Gemeinde, der sogenannten [[Sandbauerschaft]], zusammenschlossen. Im Zentrum ihrer Bauerschaften errichteten sie einen [[Marktplatz]], von dem aus sich das spätere Stadtgebiet entwickelte. Hier erbauten besonders vornehme Familien bzw. Geschlechter ihre Wohnhäuser, sogar [[Oldeborg|eine Burg]] entstand. Fast alle [[Ostfriesische Häuptlinge|ostfriesischen Häuptlingsgeschlechter]] haben ihre Wurzeln in Norden gehabt.<ref name=":10" /> In der Folgezeit wuchsen die Bauer(n)schaften parallel zur Besiedlung um den Marktplatz weiter zusammen, sodass Norden einen ersten, stadtähnlichen Charakter entwickelte.