Polizei Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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Das [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus]] der Stadtdiener und Wachen befand sich zunächst in einem Anbau am [[Glockenturm]], in dem ab 1784 auch ein [[Spritzenhäuser|Spritzenhaus]] eingerichtet wurde. Dieser Anbau ist heute nicht mehr erhalten, wurde jedoch zur [[750 Jahrfeier]] der Stadt Norden im Jahr 2005 von Mitgliedern der [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] rekonstruiert. | Das [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus]] der Stadtdiener und Wachen befand sich zunächst in einem Anbau am [[Glockenturm]], in dem ab 1784 auch ein [[Spritzenhäuser|Spritzenhaus]] eingerichtet wurde. Dieser Anbau ist heute nicht mehr erhalten, wurde jedoch zur [[750 Jahrfeier]] der Stadt Norden im Jahr 2005 von Mitgliedern der [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] rekonstruiert. | ||
Mit dem Tode des kinderlosen Fürst Carl Edzard im Jahr 1744 fiel Ostfriesland an Preußen. Die preußische Regierung begann schon ab 1735 mit der Einstellung von regulären Polizisten. In Berlin gab es 1742 sogar schon 18 Polizeibezirke. Davon waren Ostfriesland im Allgemeinen und Norden im Speziellen allerdings noch weit entfernt. Zwar ist bekannt, dass spätestens seit der französischen Besatzungszeit Wachthäuser in [[Norddeich]] ([[ | Mit dem Tode des kinderlosen Fürst Carl Edzard im Jahr 1744 fiel Ostfriesland an Preußen. Die preußische Regierung begann schon ab 1735 mit der Einstellung von regulären Polizisten. In Berlin gab es 1742 sogar schon 18 Polizeibezirke. Davon waren Ostfriesland im Allgemeinen und Norden im Speziellen allerdings noch weit entfernt. Zwar ist bekannt, dass spätestens seit der französischen Besatzungszeit Wachthäuser in [[Norddeich]] (nahe [[Flüthörn]]), [[Westermarsch I]] ([[Tromschlag]]) und [[Westermarsch II]] ([[Utlandshörn]]) bestanden, doch waren die Bediensteten mehr Zoll- bzw. Grenz-, denn Polizeibeamte. | ||
Nach dem Sieg über Napoleon fiel Ostfriesland an das Königreich Hannover, das nach dem Vorbild der französischen Landgendarmie mehrere sogenannte Landdragonerkorps aufstellte. Hierbei handelte es sich um berittene Einheiten, die aus den Reihen der Armee rekrutiert wurden und fortan die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten sollten. Ab 1838 wurde die Bezeichnung "Landgendarmerie" geläufig. Auch in Norden waren diese Landgendarmen zuständig, was sich auch nicht änderte, als Ostfriesland ab 1866 wieder preußisch wurde. Die Bezeichnung Gendarm bzw. "Schandarm" hat sich dennoch bis heute im Niederdeutschen als Bezeichnung für einen Polizisten erhalten. Lange Zeit scheint es hier eine Ko-Existenz zwischen der Landgendarmerie, die vorrangig für das dörfliche Norder Umland zuständig war und den städtischen Exekutivpersonen gegeben haben, die nur für Norden zuständig waren und dem Bürgermeister unterstanden. Verantwortlich für kriminalpolizeiliche Untersuchungen war der vom Landesherren bestellte Drost in Aurich. | Nach dem Sieg über Napoleon fiel Ostfriesland an das Königreich Hannover, das nach dem Vorbild der französischen Landgendarmie mehrere sogenannte Landdragonerkorps aufstellte. Hierbei handelte es sich um berittene Einheiten, die aus den Reihen der Armee rekrutiert wurden und fortan die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten sollten. Ab 1838 wurde die Bezeichnung "Landgendarmerie" geläufig. Auch in Norden waren diese Landgendarmen zuständig, was sich auch nicht änderte, als Ostfriesland ab 1866 wieder preußisch wurde. Die Bezeichnung Gendarm bzw. "Schandarm" hat sich dennoch bis heute im Niederdeutschen als Bezeichnung für einen Polizisten erhalten. Lange Zeit scheint es hier eine Ko-Existenz zwischen der Landgendarmerie, die vorrangig für das dörfliche Norder Umland zuständig war und den städtischen Exekutivpersonen gegeben haben, die nur für Norden zuständig waren und dem Bürgermeister unterstanden. Verantwortlich für kriminalpolizeiliche Untersuchungen war der vom Landesherren bestellte Drost in Aurich. | ||