Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 50: Zeile 50:
Noch auf dem Stadtplan von 1882 und bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde, wie auch im Falle der [[Osterstraße]], unterschieden in die ''Kleine Westerstraße'' und ''Große Westerstraße''. Die Altstadt von Norden endete mit der heutigen Hausnummer (Kleine) Westerstraße 39 auf der südlichen Seite und fing auf der nördlichen Seite mit der Hausnummer 60 an. So fiel das Haus (Kleine) [[Westerstraße 58]], welches zu den ältesten Häusern in Norden zählt, ursprünglich in das [[Amt Norden]], nicht aber in die Stadt.<ref>Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser. Die Bewohner der Westerstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 8./9.Januar 2000</ref> Dieser Bereich wird 1848 im statistischen Handbuch für das Königreich Hannover, zu dem Ostfriesland damals gehörte, auch als eine Art Vorstadt Nordens genannt. Hier sollen 154 Menschen in 24 Wohnhäusern gewohnt haben.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref>
Noch auf dem Stadtplan von 1882 und bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde, wie auch im Falle der [[Osterstraße]], unterschieden in die ''Kleine Westerstraße'' und ''Große Westerstraße''. Die Altstadt von Norden endete mit der heutigen Hausnummer (Kleine) Westerstraße 39 auf der südlichen Seite und fing auf der nördlichen Seite mit der Hausnummer 60 an. So fiel das Haus (Kleine) [[Westerstraße 58]], welches zu den ältesten Häusern in Norden zählt, ursprünglich in das [[Amt Norden]], nicht aber in die Stadt.<ref>Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser. Die Bewohner der Westerstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 8./9.Januar 2000</ref> Dieser Bereich wird 1848 im statistischen Handbuch für das Königreich Hannover, zu dem Ostfriesland damals gehörte, auch als eine Art Vorstadt Nordens genannt. Hier sollen 154 Menschen in 24 Wohnhäusern gewohnt haben.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref>


Heute fallen die ''Große Westerstraße'' und die ''Kleine Westerstraße'' unter den Namen ''Westerstraße''. Die heutige [[Mackeriege]] zweigt von der Großen Westerstraße ab, etwa dort, wo die Große Westerstraße in einem Bogen in die Kleine Westerstraße übergeht. Auf der Karte von 1882 kann man sehen, dass die Parzellen auf der Südseite ab Westerstraße 9 große Freiflächen besaßen und bis an die [[Mennonitenlohne]] reichten. Die Grundstücke der Westersraße 1 bis 8 treffen sich mit den Grundstücken der Häuser auf der Westseite des [[Marktplatz |Marktes]]. Die Parzellen auf der Nordseite der Westerstraße sind kleiner.<ref name=":1" />
Heute fallen die ''Große Westerstraße'' und die ''Kleine Westerstraße'' unter den Namen ''Westerstraße''. Die heutige [[Mackeriege]] zweigt von der Großen Westerstraße ab, etwa dort, wo die Große Westerstraße in einem Bogen in die Kleine Westerstraße übergeht. Auf der Karte von 1882 kann man sehen, dass die Parzellen auf der Südseite ab Westerstraße 9 große Freiflächen besaßen und bis an die [[Mennonitenlohne]] reichten. Die Grundstücke der Westersraße 1 bis 8 treffen sich mit den Grundstücken der Häuser auf der Westseite des [[Marktplatz |Marktes]]. Die Parzellen auf der Nordseite der Westerstraße sind kleiner.<ref name=":1" /> Bei der Betrachtung des Streckenverlaufs wird deutlich, dass die Kleine Westerstraße eigentlich wesentlich länger als die Große Westerstraße war. Diese Adjektive sind im Norder Kontext jedoch weniger ein Hinweis auf die Länge, sondern vielmehr auf das Alter. Demnach wurde die Kleine Westerstraße erst nach der Großen so benannt, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ein Großteil der Straße seit jeher nicht in Norden, sondern innerhalb der Gemeindegrenzen der [[Sandbauerschaft]] lag. Alle drei genannten Straßen(-abschnitte) wurden 1966 als Westerstraße zusammengefasst.


Ab dem 18. Jahrhundert war die Westerstraße die Straße der Handwerker und Einkaufsstraße der [[Westermarsch |Westermarscher Bauern]], während die [[Osterstraße]] lange Zeit eher den Charakter einer reinen Wohnstraße hatte.<ref name=":0" /><ref name=":1">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser. Die Bewohner der Westerstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 8./9.Januar 2000</ref><ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 20</ref> Die wohlhabenden Marschbauern ließen sich gerne hierher kutschieren und kehrten nach ihren Einkäufen entweder im [[Lentzhof]] oder im [[Gasthof Waage]] ein. Zwischen den Nachbarn herrschte eine enge Vertraulichkeit. Man kannte und duzte sich und da es beispielsweise mehrere Janssens in der Straße gab, waren Spitznamen sehr geläufig.<ref name=":0" /> Wegen der engen Verbundenheit mit der Landwirtschaft dominierten jahrhundertelang vor allem Schmieden, Seilereien und weitere Handwerker, die überwiegend Nutzgegenstände für die Landwirtschaft herstellten, das gewerbliche Leben in der Westerstraße.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 208</ref>
Ab dem 18. Jahrhundert war die Westerstraße die Straße der Handwerker und Einkaufsstraße der [[Westermarsch |Westermarscher Bauern]], während die [[Osterstraße]] lange Zeit eher den Charakter einer reinen Wohnstraße hatte.<ref name=":0" /><ref name=":1">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser. Die Bewohner der Westerstraße (I), in: Ostfriesischer Kurier 8./9.Januar 2000</ref><ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 20</ref> Die wohlhabenden Marschbauern ließen sich gerne hierher kutschieren und kehrten nach ihren Einkäufen entweder im [[Lentzhof]] oder im [[Gasthof Waage]] ein. Zwischen den Nachbarn herrschte eine enge Vertraulichkeit. Man kannte und duzte sich und da es beispielsweise mehrere Janssens in der Straße gab, waren Spitznamen sehr geläufig.<ref name=":0" /> Wegen der engen Verbundenheit mit der Landwirtschaft dominierten jahrhundertelang vor allem Schmieden, Seilereien und weitere Handwerker, die überwiegend Nutzgegenstände für die Landwirtschaft herstellten, das gewerbliche Leben in der Westerstraße.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 208</ref>