Alter Friedhof: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Alte Friedhof''' befindet sich in unmittelbarer Nähe zum [[Marktplatz]] und der [[Ludgerikirche]] in der Norder Innenstadt. Hier wurden die Toten der Stadt und der [[Norder Umlandgemeinden]] bis 1879 bestattet. Anschließend fanden die Begräbnisse auf dem [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhof]] in [[Ostlintel]] statt. Auf dem höchsten Punkt des Alten Friedhofs befand sich einst die [[Andreaskirche]]. | Der '''Alte Friedhof''' befindet sich in unmittelbarer Nähe zum [[Marktplatz]] und der [[Ludgerikirche]] in der Norder Innenstadt. Hier wurden die Toten der Stadt und der [[Norder Umlandgemeinden]] bis 1879 bestattet. Anschließend fanden die Begräbnisse auf dem [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhof]] in [[Ostlintel]] statt. Auf dem höchsten Punkt des Alten Friedhofs befand sich einst die [[Andreaskirche]]. | ||
Bei Grabungsarbeiten im Jahre 1900 wurden in [[Westgaste]], südlich des heutigen [[Wasserturm|Wasserturms]], Hinweise darauf gefunden, dass sich auch hier ein alter Friedhof befunden haben könnte | Bei Grabungsarbeiten im Jahre 1900 wurden in [[Westgaste]], südlich des heutigen [[Wasserturm|Wasserturms]], Hinweise darauf gefunden, dass sich auch hier ein alter Friedhof befunden haben könnte (siehe [[Alter Friedhof (Westgaste)|Alter Friedhof in Westgaste]]). | ||
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Durch stetes Bevölkerungswachstum wurde im 19. Jahrhundert ein neuer Friedhof notwendig. Man fand eine geeignete Fläche in [[Ostlintel]] auf den Landen des [[Gasthaus|Gasthauses]] bzw. des [[Kloster Marienthal|alten Klosters]], damals noch Teil der [[Sandbauerschaft]]. Hier befand sich bereits seit dem 16. Jahrhundert der [[Jüdischer Friedhof|Judenfriedhof]]. Seit 1900 gehörte die Fläche zum Stadtgebiet.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref> | Durch stetes Bevölkerungswachstum wurde im 19. Jahrhundert ein neuer Friedhof notwendig. Man fand eine geeignete Fläche in [[Ostlintel]] auf den Landen des [[Gasthaus|Gasthauses]] bzw. des [[Kloster Marienthal|alten Klosters]], damals noch Teil der [[Sandbauerschaft]]. Hier befand sich bereits seit dem 16. Jahrhundert der [[Jüdischer Friedhof|Judenfriedhof]]. Seit 1900 gehörte die Fläche zum Stadtgebiet.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref> | ||
Die letzte Tote, die zweieinhalbjährige [[Anna Rose|Anna Maria Foline Rose]], wurde am 30. | Die letzte Tote, die zweieinhalbjährige [[Anna Rose|Anna Maria Foline Rose]], wurde am 30. April 1879 um 18:00 Uhr auf dem Alten Friedhof bestattet. Insgesamt sollen hier rund 9.000 Menschen begraben worden sein.<ref name=":1" /> Alle späteren Begräbnisse fanden auf dem Neuen Friedhof statt. Noch heute sind jedoch viele der alten Grabmäler erhalten. 2012 belief sich ihre Zahl noch auf 42. Das älteste Grab ist das eines ''T. Bermann'' und stammt aus dem Mai 1867.<ref>[https://www.grabsteine-ostfriesland.de/friedhof/Norden-alter+Friedhof/ Grabsteine Ostfriesland], abgerufen am 1. März 2021</ref> | ||
Seit 2013 setzt sich der [[Förderkreis Kulturschatz Ludgeri]] für den Erhalt des Alten Friedhofs ein. Eigens hierfür wurde in 2019 erstmals Steinmetz Sven Thater aus Friedeburg engagiert, der in mühsamer Einzelarbeit die Grabsteine restaurierte. Die Arbeiten brachten viele verborgene Details zurück ans Tageslicht: Die nach unten zeigenden Fackeln für das verlöschende Leben, der Schmetterling als Symbol für die aufsteigende Seele, die sich in den Schwanz beißende Schlange als Symbol der Ewigkeit. Inschriften erzählen Geschichte und Geschichten. Nicht nur Geburts- und Todesdatum sind vermerkt, auch Wichtiges aus dem Leben des verstorbenen Menschen ist hier in Stein gemeißelt.<ref name=":1" /> | Seit 2013 setzt sich der [[Förderkreis Kulturschatz Ludgeri]] für den Erhalt des Alten Friedhofs ein. Eigens hierfür wurde in 2019 erstmals Steinmetz Sven Thater aus Friedeburg engagiert, der in mühsamer Einzelarbeit die Grabsteine restaurierte. Die Arbeiten brachten viele verborgene Details zurück ans Tageslicht: Die nach unten zeigenden Fackeln für das verlöschende Leben, der Schmetterling als Symbol für die aufsteigende Seele, die sich in den Schwanz beißende Schlange als Symbol der Ewigkeit. Inschriften erzählen Geschichte und Geschichten. Nicht nur Geburts- und Todesdatum sind vermerkt, auch Wichtiges aus dem Leben des verstorbenen Menschen ist hier in Stein gemeißelt.<ref name=":1" /> | ||