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| colspan="2" |[[Datei:Vossenhus 13062021.jpg|mini|Das ''Vossenhus'' auf einer Aufnahme vom 13. Juni 2021.|alternativtext=|zentriert]]
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Das '''Vossenhus''' wurde im 16. Jahrhundert erbaut und zunächst als Wohnhaus benutzt. Später wurde es als Gasthof, als Süßwarenfabrik und als Landhandel benutzt. Bekannt ist das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude heute vor allem durch die hier seit 1983 ansässige Stadtbibliothek. Sein Namen bedeutet im Niederdeutschen ''Fuchshaus''; ein Fuchs auf einer Sandsteinplatte ziert das Mauerwerk etwa mittig der zum Markt gewandten Seite.
Das '''Vossenhus''' (hochdeutsch: ''Fuchshaus'') wurde im 16. Jahrhundert erbaut und zunächst als Wohnhaus benutzt. Später wurde es als Gasthof, als Süßwarenfabrik und als Landhandel benutzt. Bekannt ist das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude heute vor allem durch die hier seit 1983 ansässige Stadtbibliothek. Sein Namen bedeutet im Niederdeutschen ''Fuchshaus''; ein Fuchs auf einer Sandsteinplatte ziert das Mauerwerk etwa mittig der zum Markt gewandten Seite.
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==Geschichte==
==Geschichte==
Der Bau des Gebäudes kann nicht mehr eindeutig datiert werden, ist aber im frühen 16. Jahrhundert zu suchen. Zunächst bestand nur der linke (nördliche) Teil. Es handelte sich um ein für Ostfriesland typisches Steinhaus, das giebelständig zum [[Marktplatz]] errichtet wurde, ähnlich wie beispielsweise der [[Engenahof]].<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 163ff.</ref> Der Steinbau ist durch die weiße Fassade an der dem Markt zugewandten Seite nicht mehr zu erkennen, an den Seiten hingegen schon. Diese Fassade ist das Ergebnis einer 1796 durchgeführten Umgestaltung, in dessen Rahmen auch die Sandsteinplatte mit dem den Namen versinnbildlichenden Fuchs in das Mauerwerk eingelassen wurde.<ref name=":0" />
Der Bau des Gebäudes kann nicht mehr eindeutig datiert werden, ist aber im frühen 16. Jahrhundert zu suchen. Zunächst bestand nur der linke (nördliche) Teil. Es handelte sich um ein für Ostfriesland typisches Steinhaus, das giebelständig zum [[Marktplatz]] errichtet wurde, ähnlich wie beispielsweise der [[Engenahof]].<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 163ff.</ref> Der Steinbau ist durch die weiße Fassade an der dem Markt zugewandten Seite nicht mehr zu erkennen, an den Seiten hingegen schon. Diese Fassade ist das Ergebnis einer 1796 durchgeführten Umgestaltung, in dessen Rahmen auch die Sandsteinplatte mit dem den Namen versinnbildlichenden Fuchs in das Mauerwerk eingelassen wurde.<ref name=":0" />


Als ältester Besitzer des Gebäudes ist der Drost [[Ulrich Harringa]] für das Jahr 1606 urkundlich nachweisbar, dem u.a. auch der [[Hof Selden Rüst]] in [[Westgaste]] zugerechnet wird.<ref name=":1">[https://www.norden.de/index.php?ModID=7&FID=3170.8800.1&object=tx%7C3170.8800.1 Das Vossenhus in Norden], abgerufen am 4. Mai 2021</ref> Dieser hat das Gebäude jedoch offenbar bereits 1605 an seinen Schwager, den Norder Bürgermeister [[Otto Loringa]], überlassen. Auch wird ein [[Heye Beners]] als Besitzer in diesem Zeitraum genannt.<ref name=":0" /> Die genauen Besitzverhältnisse bleiben daher unklar.[[Datei:Vossenhus 08092019.jpg|mini|Seitliche bzw. rückwärtige Ansicht des Gebäudes (8. September 2019).|alternativtext=|links|265x265px]]Im Jahre 1616 stand das Haus, genannt ''de Valke,'' laut einer Steuerliste im Eigentum von [[Jobst Warner Conring]].<ref name=":1" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 192</ref> Conring war der erste einer langen Reihe von Landrentmeistern (oberster Finanzverwalter) der Ostfriesischen Stände und ein Vetter des [[Hermann Conring]]. Wie das Haus in seinen Besitz gelangte, ist unbekannt. Er veräußerte es bereits am 4. Oktober 1632 wieder an einen unbekannten Käufer.<ref name=":1" /> Laut Kaufvertrag gehörten noch 19 [[Diemat]] Land zum Anwesen.<ref name=":2" />
Als ältester Besitzer des Gebäudes ist der Drost [[Ulrich Harringa]] für das Jahr 1606 urkundlich nachweisbar, dem unter anderem auch der [[Hof Selden Rüst]] in [[Westgaste]] zugerechnet wird.<ref name=":1">[https://www.norden.de/index.php?ModID=7&FID=3170.8800.1&object=tx%7C3170.8800.1 Das Vossenhus in Norden], abgerufen am 4. Mai 2021</ref> Dieser hat das Gebäude jedoch offenbar bereits 1605 an seinen Schwager, den Norder Bürgermeister [[Otto Loringa]], überlassen. Auch wird ein [[Heye Beners]] als Besitzer in diesem Zeitraum genannt.<ref name=":0" /> Die genauen Eigentumsverhältnisse bleiben daher unklar.[[Datei:Vossenhus 08092019.jpg|mini|Seitliche bzw. rückwärtige Ansicht des Gebäudes (8. September 2019).|alternativtext=|links|265x265px]]Im Jahre 1616 stand das Haus, genannt ''de Valke,'' laut einer Steuerliste im Eigentum von [[Jobst Warner Conring]].<ref name=":1" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 192</ref> Conring war der erste einer langen Reihe von Landrentmeistern (oberster Finanzverwalter) der Ostfriesischen Stände und ein Vetter des [[Hermann Conring]]. Wie das Haus in seinen Besitz gelangte, ist unbekannt. Er veräußerte es bereits am 4. Oktober 1632 wieder an einen unbekannten Käufer.<ref name=":1" /> Laut Kaufvertrag gehörten zu diesem Zeitpunkt 19 [[Diemat]] Land zum Anwesen.<ref name=":2" />


Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangt das Gebäude in den Besitz des [[Reiner Christoph Voss]]. Nach dessen Tode erbte sein Sohn [[Johann Christoph Voss]] den Besitz und ließ das Haus samt Garten, Scheune und Packraum anno 1770 auf seinen Namen eintragen. Seine Witwe erweiterte den Besitz 1784, was von einem wirtschaftlichen Wohlergehen der Kaufmanns- und Weinhändlerfamilie zeugt. Ihr Sohn, der Weinhändler [[Lambert Voss]], richtete 1781 in dem damaligen Giebelhaus einen Gasthof ein. Badegäste auf der Weiterreise nach Norderney konnten von nun an im ''Vossenhus'' übernachteten.<ref name=":1" /> Lambert ließ auch die Sandsteintafel mit dem Fuchs (niederdeutsch: Voss) an dem Gebäude anbringen.<ref name=":0" />
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangt das Gebäude in den Besitz des [[Reiner Christoph Voss]]. Nach dessen Tode erbte sein Sohn [[Johann Christoph Voss]] den Besitz und ließ das Haus samt Garten, Scheune und Packraum anno 1770 auf seinen Namen eintragen. Seine Witwe erweiterte den Besitz 1784, was von einem wirtschaftlichen Wohlergehen der Kaufmanns- und Weinhändlerfamilie zeugt. Ihr Sohn, der Weinhändler [[Lambert Voss]], richtete 1781 in dem damaligen Giebelhaus einen Gasthof ein. Badegäste auf der Weiterreise nach Norderney konnten von nun an im ''Vossenhus'' übernachteten.<ref name=":1" /> Lambert ließ auch die Sandsteintafel mit dem Fuchs (niederdeutsch: Voss) an dem Gebäude anbringen.<ref name=":0" />