Norddeicher Hafen: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 39: | Zeile 39: | ||
Offiziell wird Norddeich als Abfahrtsort nach Norderney erstmalig im Jahre 1824 genannt, existiert hat ein (bedarfsorientierter) Fährbetrieb jedoch spätestens seit 1797 nach Norderney und seit 1789 nach Juist.<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 301</ref> Genutzt wurden kleine Segelschiffe.<ref name=":0" /> Erst ab 1830 verlief der Fährbetrieb geordnet und regelmäßig.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 302</ref> Im Juni 1871 beschlossen 23 Bürger aus Norden und Norderney, die [[Dampfschiffsrhederei Norden]] zu gründen, um einen regulären Schiffsverkehr mit geeigneten Schiffen zu gewährleisten. 1872 wurde das erste Dampfschiff in Dienst gestellt. Als Anleger diente eine befestigte Landungsbrücke, die sogenannte ''Schlenge'' (erbaut 1835).<ref name=":1" /><ref name=":2" /> Diese Landungsbrücke kann man sich wie eine etwas breite Buhne vorstellen, die mit Holzbrettern zu einem Steg erweitert wurde. Bei (schweren) Sturmfluten wurde die Schlenge nicht selten beschädigt, da sie in der offenen Nordsee lag.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 298</ref> Erst 1892 wird der Hafen erstmals (einigermaßen) befestigt, doch erst um 1936 wurden Wellenbrecher verbaut, um den Hafen vor der brandenden Flut zu schützen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 310</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 330</ref> | Offiziell wird Norddeich als Abfahrtsort nach Norderney erstmalig im Jahre 1824 genannt, existiert hat ein (bedarfsorientierter) Fährbetrieb jedoch spätestens seit 1797 nach Norderney und seit 1789 nach Juist.<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 301</ref> Genutzt wurden kleine Segelschiffe.<ref name=":0" /> Erst ab 1830 verlief der Fährbetrieb geordnet und regelmäßig.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 302</ref> Im Juni 1871 beschlossen 23 Bürger aus Norden und Norderney, die [[Dampfschiffsrhederei Norden]] zu gründen, um einen regulären Schiffsverkehr mit geeigneten Schiffen zu gewährleisten. 1872 wurde das erste Dampfschiff in Dienst gestellt. Als Anleger diente eine befestigte Landungsbrücke, die sogenannte ''Schlenge'' (erbaut 1835).<ref name=":1" /><ref name=":2" /> Diese Landungsbrücke kann man sich wie eine etwas breite Buhne vorstellen, die mit Holzbrettern zu einem Steg erweitert wurde. Bei (schweren) Sturmfluten wurde die Schlenge nicht selten beschädigt, da sie in der offenen Nordsee lag.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 298</ref> Erst 1892 wird der Hafen erstmals (einigermaßen) befestigt, doch erst um 1936 wurden Wellenbrecher verbaut, um den Hafen vor der brandenden Flut zu schützen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 310</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 330</ref> | ||
Gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] plante die Wehrmacht die Zerstörung des Hafens, um den Alliierten diese wichtige Infrastruktur nicht in die Hände fallen zu lassen.<ref name=":0" /> Glücklicherweise kam es hierzu nicht. Nach Kriegsende übernahmen die Briten kurzzeitig den Inselverkehr, bis die Reederei im Spätsommer 1945 wieder ihren Betrieb aufnehmen konnte. | Gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] plante die Wehrmacht die Zerstörung des Hafens, um den Alliierten diese wichtige Infrastruktur nicht in die Hände fallen zu lassen.<ref name=":0" /> Glücklicherweise kam es hierzu nicht. Nach Kriegsende übernahmen die Briten kurzzeitig den Inselverkehr, bis die Reederei im Spätsommer 1945 wieder ihren Betrieb aufnehmen konnte. In den Folgejahren investiert sie selbst nicht unerhebliche Summen in die Hafeninfrastruktur, hinzu kommen besonders ab den 1950er Jahren auch öffentliche Mittel. Als einer der ersten Bereiche wird die [[Mole Norddeich]] saniert.<ref name=":3">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 88</ref> | ||
1962 nimmt die Frisia einen fahrplanmäßigen Autofährverkehr auf. Zunächst werden die Autos noch mit Kränen an und von Bord gehievt, ab 1972 erbaut die Reederei dann erstmals eine Landungsbrücke an der Mole, ehe sie 1992 im Osthafen eine weitere errichtet. 1998 folgt eine dritte Hubbrückenanlage.<ref name=":3" /> | |||
Von 1972 bis 1986 wurden die Seedeichee und damit einhergehend auch der Norddeicher Hafen in mehreren Teilschritten erweitert und verstärkt; so entstand der westliche Hafenschutzdamm.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Rose.pdf Basse-Soltau, Ursula (2001): Biographie des Karl von Rose], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> Durch die westliche Eindeichung des Hafens (Westhafen) entstand eine geschützte Fläche, die sich als potentieller Yachthafen eignen würde. So gelang es dem bis dahin im Osthafen ansässigen [[Yacht-Club Norden]] 1983, die Auflagen der Bezirksregierung Weser-Ems zu erfüllen und sich hier neu anzusiedeln. Das erforderliche Geld konnte jedoch erst durch den Verkauf von Bootsliegeplätzen eingenommen werden. Die Anlage des Yachthafens wurde nachfolgend aus weitestgehend eigenen Mitteln und eigener Arbeitskraft bewerkstelligt. Nach zähen Verhandlungen mit den Behörden konnte im Jahr 1996, nachdem klar war, dass der reguläre Schiffsverkehr weitestgehend in den Osthafen verlagert werden würde, das neue Clubhaus an seiner bis heute bestehenden Örtlichkeit errichtet werden. Die dort befindliche Gastronomie wird seit 1998 verpachtet.<ref name=":02">[https://yacht-club-norden.de/der-verein Geschichte des Yacht-Clubs Norden], abgerufen am 17. Juni 2021</ref> | Von 1972 bis 1986 wurden die Seedeichee und damit einhergehend auch der Norddeicher Hafen in mehreren Teilschritten erweitert und verstärkt; so entstand der westliche Hafenschutzdamm.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Rose.pdf Basse-Soltau, Ursula (2001): Biographie des Karl von Rose], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> Durch die westliche Eindeichung des Hafens (Westhafen) entstand eine geschützte Fläche, die sich als potentieller Yachthafen eignen würde. So gelang es dem bis dahin im Osthafen ansässigen [[Yacht-Club Norden]] 1983, die Auflagen der Bezirksregierung Weser-Ems zu erfüllen und sich hier neu anzusiedeln. Das erforderliche Geld konnte jedoch erst durch den Verkauf von Bootsliegeplätzen eingenommen werden. Die Anlage des Yachthafens wurde nachfolgend aus weitestgehend eigenen Mitteln und eigener Arbeitskraft bewerkstelligt. Nach zähen Verhandlungen mit den Behörden konnte im Jahr 1996, nachdem klar war, dass der reguläre Schiffsverkehr weitestgehend in den Osthafen verlagert werden würde, das neue Clubhaus an seiner bis heute bestehenden Örtlichkeit errichtet werden. Die dort befindliche Gastronomie wird seit 1998 verpachtet.<ref name=":02">[https://yacht-club-norden.de/der-verein Geschichte des Yacht-Clubs Norden], abgerufen am 17. Juni 2021</ref> | ||
Von 1988 bis 1998 wird die [[Mole Norddeich|Mole]] abermals verstärkt, erhöht und auch verlängert.<ref name=":3" /> | |||
== Gliederung == | == Gliederung == | ||