Carl Stegmann (1881): Unterschied zwischen den Versionen
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Carl Stegmann war zwar kein geborener Ostfriese, verbrachte aber nahezu sein ganzes Leben hier und identifizierte sich mit der Region als seine Heimat. Bereits früh zog er mit seiner Familie nach Norden, wo sein Vater [[Carl Stegmann (1852)|gleichnamiger Vater]] das [[Ulrichsgymnasium]] leitete. Nach dem Abitur studierte Stegmann in Hannover und Marburg Pharmakologie und arbeitete zunächst als Apotheker in Norden. Während seines Studiums wurde er Mitglied beim Verein Deutscher Studenten Marburg.<ref>Lange, Louis (1931): Kyffhäuser-Verband der Vereine Deutscher Studenten. Anschriftenbuch 1931. Berlin, S. 218</ref> | Carl Stegmann war zwar kein geborener Ostfriese, verbrachte aber nahezu sein ganzes Leben hier und identifizierte sich mit der Region als seine Heimat. Bereits früh zog er mit seiner Familie nach Norden, wo sein Vater [[Carl Stegmann (1852)|gleichnamiger Vater]] das [[Ulrichsgymnasium]] leitete. Nach dem Abitur studierte Stegmann in Hannover und Marburg Pharmakologie und arbeitete zunächst als Apotheker in Norden. Während seines Studiums wurde er Mitglied beim Verein Deutscher Studenten Marburg.<ref>Lange, Louis (1931): Kyffhäuser-Verband der Vereine Deutscher Studenten. Anschriftenbuch 1931. Berlin, S. 218</ref> | ||
Schon nach einigen Jahren übernahm er nach dem Tode seines Schwiegervaters die Weingroßhandelsfirma ''[[U. Groenefeld]]''. Sein eigentlicher Wirkungskreis aber war die 1871 gegründete [[Reederei Frisia|Reederei Norden-Frisia]]. 1923 trat er in den Aufsichtsrat ein, wechselte 1929 in den Vorstand, dessen Vorsitzender er über drei Jahrzehnte blieb, um dann 1960 wieder in den Aufsichtsrat einzutreten, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Nach seinem Tode wurde auf Juist die | Schon nach einigen Jahren übernahm er nach dem Tode seines Schwiegervaters die Weingroßhandelsfirma ''[[U. Groenefeld]]''. Sein eigentlicher Wirkungskreis aber war die 1871 gegründete [[Reederei Frisia|Reederei Norden-Frisia]]. 1923 trat er in den Aufsichtsrat ein, wechselte 1929 in den Vorstand, dessen Vorsitzender er über drei Jahrzehnte blieb, um dann 1960 wieder in den Aufsichtsrat einzutreten, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Nach seinem Tode wurde auf Juist die Carl-Stegmann-Straße nach ihm benannt. | ||
Als Reedereidirektor prägte er einen Zeitraum, in dem auch Ostfriesland Teil eines ausgedehnten Bäder- und Massentourismus wurde und seine wirtschaftlichen Strukturen so allmählich veränderte. Unter seiner Leitung schuf die Firma in schwierigen Zeiten eine moderne Infrastruktur, um den gewandelten Anforderungen gewachsen zu sein. Neue, moderne Schiffe zur Personen- und Frachtbeförderung, eine Anpassung an die veränderten Verkehrsgewohnheiten mit der Schaffung von Parkmöglichkeiten für Touristen in Norddeich, die Modernisierung der Inselanlagen bis hin zum Bau eines neuen Inselanlegers auf Juist nach der Zerstörung der alten Holzlandungsbrücke in einem Wintersturm 1947 gingen im Wesentlichen auf Stegmanns Konto. | Als Reedereidirektor prägte er einen Zeitraum, in dem auch Ostfriesland Teil eines ausgedehnten Bäder- und Massentourismus wurde und seine wirtschaftlichen Strukturen so allmählich veränderte. Unter seiner Leitung schuf die Firma in schwierigen Zeiten eine moderne Infrastruktur, um den gewandelten Anforderungen gewachsen zu sein. Neue, moderne Schiffe zur Personen- und Frachtbeförderung, eine Anpassung an die veränderten Verkehrsgewohnheiten mit der Schaffung von Parkmöglichkeiten für Touristen in Norddeich, die Modernisierung der Inselanlagen bis hin zum Bau eines neuen Inselanlegers auf Juist nach der Zerstörung der alten Holzlandungsbrücke in einem Wintersturm 1947 gingen im Wesentlichen auf Stegmanns Konto. | ||
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== Politisches Engagement == | == Politisches Engagement == | ||
Stegmann gehörte zu den ersten vier [[Ratsherr|Ratsherren]] der Nachkriegszeit.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 51</ref> | Stegmann gehörte zu den ersten vier [[Ratsherr|Ratsherren]] der Nachkriegszeit. Als solcher unterlag er bei der Wahl zum stellvertretenden Bürgermeister nur knapp gegen [[Johann Fischer]], da er dem bürgerlich-konservativen Lager aufgrund seiner Mitgliedschaft in der ''Deutschen Union'' (ehemalige Partei) als zu liberal erschien.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 51</ref> | ||
== Unternehmensbeteiligungen == | == Unternehmensbeteiligungen == | ||