Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 48: Zeile 48:
Am 10. März 1914, gerade mal vier Monate vor Beginn des Ersten Weltkriegs, erhielt Norden den Anschluss an das Stromnetz. In einem Vertrag zwischen der Stadt Norden mit der Überlandzentrale Wiesmoor sicherte sich die Stadt Norden die Versorgung. Am 5. Juni 1914 erging ein entsprechender Auftrag an die AEG Berlin zum Bau eines Verteilernetzes in Norden. Direkt zu Beginn meldeten bereits 400 Norder Haushalte einen Anschlussbedarf an.<ref name=":0" />
Am 10. März 1914, gerade mal vier Monate vor Beginn des Ersten Weltkriegs, erhielt Norden den Anschluss an das Stromnetz. In einem Vertrag zwischen der Stadt Norden mit der Überlandzentrale Wiesmoor sicherte sich die Stadt Norden die Versorgung. Am 5. Juni 1914 erging ein entsprechender Auftrag an die AEG Berlin zum Bau eines Verteilernetzes in Norden. Direkt zu Beginn meldeten bereits 400 Norder Haushalte einen Anschlussbedarf an.<ref name=":0" />


Zum 1. Oktober 1915 wurden durch die Stadt auch die Übergabestationen im Stadtgebiet und die Umspannwerke zum Anschluss an das Avacon Netz übernommen. Am 1. Oktober 1943 erfolgte durch Übertragung der Verträge die Versorgung über die EWE.<ref name=":0" />
Zum 1. Oktober 1915 wurden durch die Stadt auch die Übergabestationen im Stadtgebiet und die Umspannwerke zum Anschluss an das Avacon Netz übernommen. 1925 übernahm man die von der Firma Siemens errichteten Transformatoren.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 295</ref> Am 1. Oktober 1943 erfolgte durch Übertragung der Verträge die Versorgung über die EWE.<ref name=":0" />


Das Stromnetz wurde kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 1983 übernahmen die Stadtwerke die Konzession und das Stromnetz für bzw. in der [[Ostermarsch]] für 2,1 Millionen DM und begannen mit der Eigenproduktion von Strom. So wurde erstmals ein Blockheizkraftwerk errichtet. Mittlerweile betreiben die Stadtwerke elf Blockheizkraftwerke im gesamten Stadtgebiet, eins davon befindet sich im [[Ocean Wave]], ein weiteres im ehemaligen Kessel- und Maschinenraum der Firma [[Doornkaat]]. Am 2. Dezember 1987 wurde der erste unter dem Namen [[Nörder Windloopers]] bekannte Windpark am [[Fledderweg]] eröffnet. Gebaut wurden fünf Windkraftanlagen zu je 55 kW für rund 1,1 Millionen DM. Der Windpark wurde Anfang 2019 nach 31 Jahren abgebaut.<ref>[https://wind-turbine.com/magazin/innovationen-aktuelles/109386/windpark-aus-nach-31-jahren.html Bericht über die Schließung des Windparks vom 21. Januar 2019], abgerufen am 13. April 2021</ref> Seit 2003 existiert jedoch ein weiterer, durch die Stadtwerke betriebener Windpark am [[Marschweg]] in [[Ostermarsch]].<ref name=":1">[https://www.stadtwerke-norden.de/ihre-stadtwerke/umwelt.html Internetseite der Stadtwerke Norden (Abschnitt "Umwelt")], abgerufen am 14. April 2021</ref>
Das Stromnetz wurde kontinuierlich ausgebaut. Im Jahr 1983 übernahmen die Stadtwerke die Konzession und das Stromnetz für bzw. in der [[Ostermarsch]] für 2,1 Millionen DM und begannen mit der Eigenproduktion von Strom. So wurde erstmals ein Blockheizkraftwerk errichtet. Mittlerweile betreiben die Stadtwerke elf Blockheizkraftwerke im gesamten Stadtgebiet, eins davon befindet sich im [[Ocean Wave]], ein weiteres im ehemaligen Kessel- und Maschinenraum der Firma [[Doornkaat]]. Am 2. Dezember 1987 wurde der erste unter dem Namen [[Nörder Windloopers]] bekannte Windpark am [[Fledderweg]] eröffnet. Gebaut wurden fünf Windkraftanlagen zu je 55 kW für rund 1,1 Millionen DM. Der Windpark wurde Anfang 2019 nach 31 Jahren abgebaut.<ref>[https://wind-turbine.com/magazin/innovationen-aktuelles/109386/windpark-aus-nach-31-jahren.html Bericht über die Schließung des Windparks vom 21. Januar 2019], abgerufen am 13. April 2021</ref> Seit 2003 existiert jedoch ein weiterer, durch die Stadtwerke betriebener Windpark am [[Marschweg]] in [[Ostermarsch]].<ref name=":1">[https://www.stadtwerke-norden.de/ihre-stadtwerke/umwelt.html Internetseite der Stadtwerke Norden (Abschnitt "Umwelt")], abgerufen am 14. April 2021</ref>


==Wasserversorgung==
==Wasserversorgung==
Am 30. Juni 1938 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau eines Wasserwerks in Hage mit geplanten Kosten von 600.000 RM. Am 2. August 1939 erfolgte die planmäßige Inbetriebnahme.<ref name=":0" /> Zur gleichen Zeit wird der [[Wasserturm]] in [[Westgaste]] erbaut.
Pläne für den Bau einer öffentlichen Wasserversorgung existierten seit 1905.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 294</ref> Erst am 30. Juni 1938 erfolgte jedoch der erste Spatenstich zum Bau eines Wasserwerks an der Hager Bahnhofstraße mit geplanten Kosten von 600.000 RM, verlegt wurden ca. 24 Kilometer Wasserrohre.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Am 2. August 1939 erfolgte die planmäßige Inbetriebnahme.<ref name=":0" /> Zur gleichen Zeit wurde der [[Wasserturm]] in [[Westgaste]] erbaut. Bis zur Installation eines öffentlichen Wassernetzes bedienten sich die Norder am Regenwasser, das sie in Zisternen u.ä. sammelten. Die Qualität war gut, sodass man sich bis dahin mit diesem Umstand begnügte. Auf Drängen der Wehrmacht, die in [[Tidofeld]] eine [[Vertriebenenlager Tidofeld|Kaserne]] errichtete, wurde schließlich der Bau fokussiert. Ein weiterer Grund war die Hoffnung auf Ansiedlung größerer Gewerbebetriebe, die um Norden wegen der fehlenden Wasserversorgung oftmals noch einen großen Bogen machten.<ref name=":2" />


Im Jahr 1969 musste das Wasserwerk in Hage erweitert werden, im Jahr 1975 erfolgte ein Neubau des Wasserwerks am alten Standort. Dieser war Basis für die Übernahme der Wasserversorgung in Hage. Am 29. April 1976 erfolgte die feierliche Eröffnung des neuen Wasserwerks, am 10. Mai 1976 wurde der erste Konzessionsvertrag zwischen den Stadtwerken und der Samtgemeinde Hage zur Wasserversorgung geschlossen.<ref name=":0" />
Zu Anfang mussten viele Randgebiete der Stadt wegen Materialmangels noch ohne einen Anschluss an das Netz auskommen. Stattdessen richtete man 25 öffentliche ''Zapfstellen'' ein, an denen die Bewohner kostenlos Wasser beziehen konnten. 1964 hatte das Wassernetz bereits eine Länge von fast 83 Kilometern erreicht.<ref name=":2" /> Im Jahr 1969 musste das Wasserwerk in Hage durch die gestiegenen Abnahmemengen erweitert werden, im Jahr 1975 erfolgte ein Neubau des Wasserwerks am alten Standort. Dieser war Basis für die Übernahme der Wasserversorgung in Hage. Am 29. April 1976 erfolgte die feierliche Eröffnung des neuen Wasserwerks, am 10. Mai 1976 wurde der erste Konzessionsvertrag zwischen den Stadtwerken und der Samtgemeinde Hage zur Wasserversorgung geschlossen.<ref name=":0" />


== Fernwärme ==
== Fernwärme ==