Die Seite wurde neu angelegt: „Eine '''Straßenbeleuchtung''' erhält Norden erstmals 1838 bzw. 1839. Bis dahin lag die Stadt zur Nachtzeit buchstäblich im Dunkeln.<ref>Canzler, Gerhard (19…“
 
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
Eine '''Straßenbeleuchtung''' erhält Norden erstmals 1838 bzw. 1839. Bis dahin lag die Stadt zur Nachtzeit buchstäblich im Dunkeln.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 293</ref>
Eine '''Straßenbeleuchtung''' erhält Norden erstmals 1838 bzw. 1839. Bis dahin lag die Stadt zur Nachtzeit buchstäblich im Dunkeln. Für die Realisierung der Pläne wurde eine eigens hierfür gegründete städtische Kommission (''Beleuchtungskommission'') zuständig. Schon früh nach dem Start der nächtlichen Beleuchtung stellte sich heraus, dass die veranschlagten Kosten weit überschritten werden, sodass kritische Stimmen laut wurden, die Mitglieder der Kommission sollten hierfür persönlich haften. Die jährlichen Kosten für den Unterhalt der Beleuchtung bzw. Heranschaffung des Brennmaterials belief sich auf gut 300 Taler.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 293</ref>
 
Die Stadt wandte sich daher an die Landdrostei Aurich (Vorläufer der Regierungsbezirke) und bat dort um finanzielle Unterstützung, wurden jedoch abgewiesen. Stattdessen wurden die Kosten auf den Jahreshaushalt des Folgejahres umgewälzt, sodass die anfänglich 40 mit Öl betriebenen Laternen im Stadtgebiet weiter betrieben werden konnten. Die Zahl blieb aufgrund der klammen Stadtkasse lange Zeit nahezu unverändert. Hinzu kam eine Verteuerung des Ölpreises. Am 26. September 1855 beschloss der [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] schließlich, ein Großteil der Laternen vorläufig nicht zu befeuern, um den städtischen Haushalt zu schonen.<ref name=":0" /><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 294</ref> Eine kostengünstigere Alternative zum Öl bot sich schließlich ab 1868 bzw. 1869 mit der Umstellung auf das wesentlich preiswertere Petroleum. Die Zahl der Straßenlaternen belief sich bis 1890 auf 98. 1896 waren es schon 120.<ref name=":1" />
 
Mit dem Bau des [[Gaswerk|Gaswerks]] wurde die Straßenbeleuchtung ab 1896 mit Stadtgas betrieben.<ref>[https://www.stadtwerke-norden.de/ihre-stadtwerke/ueber-uns/stadtwerke-als-modell.html#:~:text=1896%3A%20Die%20Norder%20Stra%C3%9Fenbeleuchtung%20wird,aus%20dem%20eigenen%20Gaswerk%20betrieben.&text=1967%3A%20Erdgasversorgung%20wird%20in%20Norden,Stadtwerke%20nun%20f%C3%BCr%20dessen%20Neubau. Geschichte der Stadtwerke Norden], abgerufen am 22. Juli 2021</ref> Ermöglicht wurde die Umstellung durch die Entwicklung des sogenannten Glühstrumpfes, mit dem es möglich war, ein besonderes Gas-Luft-Gemisch zum Weißglühen zu bringen.<ref name=":1" /> Mit Strom wurde die Straßenbeleuchtung erst wesentlich später betrieben, obwohl die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von verschiedenen europäischen Forschern erfundene elektrische Glühbirne 1879 soweit von Thomas Edison verbessert wurde, dass sie zum kostengünstigen Einsatz als Straßenbeleuchtung hätte genutzt werden können. Norden erhielt jedoch erst 1914 einen Anschluss an die [[Stromversorgung]].


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==