Ziegelei (Westermarsch I): Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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|1908
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|Erbauer
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|Ziegelei
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|1912 / 1913 abgebrochen
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26506 Norden
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Die '''Ziegelei in Westermarsch I''' (auch: ''Kaufmannsche Ziegelei'') war der (wesentlich unbekanntere) Vorgängerbau der [[Ziegelei (Westermarsch II)|Ziegelei in Westermarsch II]]. Das alte Ziegelwerk wurde am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie [[Manninga]] und [[Roelf Schmidt]] als ''Tichelbude am [[Gaster Tief]]'' genannt.<ref>NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98</ref> 1770 wird eine ''Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der [[Knullenbrücke]]'' erwähnt, erbaut von [[Folkmar Lantzius|Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius]], dem Mitbegründer der [[Norder Fehngesellschaft]].<ref>StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A</ref> Die Brennöfen der Ziegeleien der Umgebung wurden vor allem mit Torf aus [[Norderfehn]] (heute Berumerfehn) geheizt. Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein ''Ziegeleiland'' mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete.
Die '''Ziegelei in Westermarsch I''' war der wesentlich unbekanntere Vorgängerbau der [[Ziegelei (Westermarsch II)|Ziegelei in Westermarsch II]]. Das alte Ziegelwerk wurde am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie [[Manninga]] und Roelf Schmidt als "Tichelbude" am "Gaster Tief" genannt. 1770 wird eine "Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der Knollenbrücke" erwähnt. Diese wurde [[Folkmar Lantzius|Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius]], dem Gründer der [[Fehngesellschaft]] erbaut. Die Brennöfen der Ziegeleien der Umgebung wurden vor allem mit Torf aus [[Norderfehn]] (heute Berumerfehn) geheizt.
 
Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals "Götzentempel" genannt wurde. Um 1897 hatte Rolf Kaufmann die Ziegelei, die hier bis 1909 in Betrieb blieb, übernommen. Dann wurde der Betrieb in die [[Ziegeleistraße]] verlegt.


Zwischen der [[Ziegelei (Vierzig Diemat)|Ziegelei in Vierzig Diemat]] und dieser scheint es eine Verbindung gegeben zu haben. Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 steht über der Ziegelei "Zuckerpolder", obwohl dieser wesentlich weiter südlich liegt. Wahrscheinlich handelte es sich um zwei zusammengehörige Werke, die diesen Namen als Alternativbezeichnung trugen.
Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals ''Götzentempel'' genannt wurde. Um 1897 hatte [[Rolf Kaufmann|Ro(h)lf Kaufmann]] die Ziegelei, die hier bis 1908 oder 1909 in Betrieb blieb, übernommen, danach wurde der Betrieb in die Ziegeleistraße verlegt.<ref>Imhoff, Mathilde (1988): Flurnamen zur Deutschen Grundkarte (DGK 5) 2409/6 Addinggaster Polder, in: Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 289</ref>


Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein "Ziegeleiland" mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete.
== Sonstiges ==
Zwischen der [[Ziegelei (Vierzig Diemat)|Ziegelei in Vierzig Diemat]] und dieser scheint es eine Verbindung gegeben zu haben. Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 steht über der Ziegelei "Zuckerpolder", obwohl dieser wesentlich weiter südlich liegt. Wahrscheinlich handelte es sich um zwei zusammengehörige Werke, die diesen Namen als Alternativbezeichnung trugen.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>


==Quellenverzeichnis==
==Einzelnachweise==
* Imhoff, Mathilde (1988): Flurnamen zur Deutschen Grundkarte (DGK 5) 2409/6 Addinggaster Polder, in: Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.
<references />
* NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98
* StAA, Rep. 37, Nr. 418
* StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A
* Uphoff, Rolf (1992): Das "Zuckerpolder-Projekt", in: Heim und Herd 24. Dezember 1992, Beilage "Ostfriesischer Kurier" Nr. 12, S. 46ff.


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Ziegelei (Westermarsch II)]]
*[[Knullenbrücke]]


[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Westermarsch I]]
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Version vom 17. Juli 2021, 10:17 Uhr

Ziegelei am Altendeichsweg

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Basisdaten
Entstehungszeit 1908
Erbauer Folkmar Lantzius
Bauweise Ziegelei
Erhaltungszustand 1912 / 1913 abgebrochen
Genaue Lage Altendeichsweg, Ecke Hansweg

26506 Norden

Die Ziegelei in Westermarsch I (auch: Kaufmannsche Ziegelei) war der (wesentlich unbekanntere) Vorgängerbau der Ziegelei in Westermarsch II. Das alte Ziegelwerk wurde am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie Manninga und Roelf Schmidt als Tichelbude am Gaster Tief genannt.[1] 1770 wird eine Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der Knullenbrücke erwähnt, erbaut von Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius, dem Mitbegründer der Norder Fehngesellschaft.[2] Die Brennöfen der Ziegeleien der Umgebung wurden vor allem mit Torf aus Norderfehn (heute Berumerfehn) geheizt. Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein Ziegeleiland mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete.

Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals Götzentempel genannt wurde. Um 1897 hatte Ro(h)lf Kaufmann die Ziegelei, die hier bis 1908 oder 1909 in Betrieb blieb, übernommen, danach wurde der Betrieb in die Ziegeleistraße verlegt.[3][4]

Sonstiges

Zwischen der Ziegelei in Vierzig Diemat und dieser scheint es eine Verbindung gegeben zu haben. Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 steht über der Ziegelei "Zuckerpolder", obwohl dieser wesentlich weiter südlich liegt. Wahrscheinlich handelte es sich um zwei zusammengehörige Werke, die diesen Namen als Alternativbezeichnung trugen.[5]

Einzelnachweise

  1. NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98
  2. StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A
  3. Imhoff, Mathilde (1988): Flurnamen zur Deutschen Grundkarte (DGK 5) 2409/6 Addinggaster Polder, in: Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.
  4. Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 289
  5. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)

Siehe auch