Ekel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Seit dem 27. März 2009 ist das neue [[Hilfeleistungszentrum]] mit Gebäuden für die [[Freiwillige Feuerwehr]] und das [[Technisches Hilfswerk|Technische Hilfswerk]] am neuen Standort an der äußeren Osterstraße in Betrieb.
Seit dem 27. März 2009 ist das neue [[Hilfeleistungszentrum]] mit Gebäuden für die [[Freiwillige Feuerwehr]] und das [[Technisches Hilfswerk|Technische Hilfswerk]] am neuen Standort an der äußeren Osterstraße in Betrieb.


Der Sitz der örtlichen Volks- und Raiffeisenbank wurde in den 2010er Jahren in die neue Zentrale an die [[Osterstraße]] verlegt.
Der Sitz der örtlichen [[Raiffeisenbank-Volksbank Norden|Raiffeisenbank-Volksbank]] wurde in den 2010er Jahren in die neue Zentrale an die [[Osterstraße]] verlegt.


Am Ende der [[Juister Straße]] hat der [[Verein für naturgemäße Lebens- und Heilweise]], welcher umgangssprachlich auch "Blomo" genannt wird, seinen Sitz.
Am Ende der [[Juister Straße]] hat der [[Verein für naturgemäße Lebens- und Heilweise]], welcher umgangssprachlich auch "Blomo" genannt wird, seinen Sitz.

Version vom 15. Juli 2021, 14:04 Uhr

Ekel

Basisdaten
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Administrativer Stadtteil Norden
Ungefähre Lage östlich des Stadtgebiets

Ekel ist ein Stadtviertel von Norden und damit Bestandteil des eigentlichen Stadtgebiets. Der Name ist seit 1589 überliefert und geht zurück auf das Gut Ekel, eine Wehranlage bzw. adeliges Gut, dessen Name sich wiederum auf den hier einst dichten Eichenwald bezieht, dessen Früchte Eicheln genannt werden und im Niederdeuschen "Eckeln" heißen. Eichen heißen "Eckelboomen".

Historisch war Ekel bis zur Eingemeindung nach Norden im Jahr 1919 Teil der Norder Umlandgemeinde Sandbauerschaft, einem Zusammenschluss verstreuter Kleinstsiedlungen, die sich um die Wehrhäuser der Stadt bildeten und diese ringförmig umschlossen.

Obgleich Ekel als geografische Bezeichnung und im täglichen Sprachgebrauch der Norder eine bedeutende Rolle spielt, war es nie ein fest definiertes Viertel, das im Laufe der Zeit mit der Kernstadt und Ostlintel verwachsen ist und sich zu Beginn um das Gut Ekel konzentrierten.

Geografie

Luftaufnahme von Ekel-Ost. Aufgenommen am 20. Mai 2020.

Ekel liegt im Osten von Norden und gilt im Allgemeinen als gutbürgerliches Viertel. Die Gegend wird geprägt von Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäuser oder gar Wohnblocks finden sich nur selten (zum Beispiel am Försterpfad, Ecke Osterstraße).

Geografisch lässt sich Ekel grob in etwa wie folgt umgrenzen: Im Osten durch die Bundesstraße, im Süden durch das Norder Tief und im Westen durch die Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole. Nördlich ist die Grenzziehung am schwierigsten, im Allgemeinen wird hier jedoch die Ekeler Gaste herangezogen, da noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine deutliche bauliche Trennung (durch fehlende Bebauung) zwischen Ekel und Ostlintel erkennbar war.

Geschichte

Das namensgebende Steinhaus, welches nach seinen Erbauern - dem Häuptlingsgeschlecht Uldinga, auch Uldingaburg genannt wird, wurde vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet und 1805 oder 1806 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die Anlagen sind aber anhand der über die Jahrhunderte unverändert gebliebenen Straßenverläufe Looger Weg, Heitsweg, Ekeler Weg, Baumstraße und Ekeler Gaste noch eindeutig auszumachen. Der zum Häuptlingssitz gehörende, von großen Wassergräben eingeschlossene Große Garten liegt noch heute weitgehend unbebaut zwischen An der Gartenallee und dem Wohnheim der Behindertenhilfe, das Haus Uldinga. Das Turmhaus, das in seinem Äußeren mit dem Alten Rathaus vergleichbar ist, lag ungefähr im Bereich der Schulstraße 9-11.

Zum Gut gehörten mehrere Nebengebäude und umfangreiche Ländereien, wie zum Beispiel das bis heute erhaltenene Ekeler Vorwerk. Um das Gut herum entwickelte sich eine kleine Siedlung, deren Bewohner vorrangig aus Arbeitern (Gesinde) bestand, die beim oder für das Gut arbeiteten. Mit dem Wachsen der Siedlung stieg auch die Zahl anderer Betriebe. Im 19. Jahrhundert siedelte sich auch Industrie an: Die Eisenhütte, die sich gerade noch auf dem Gebiet der Sandbauerschaft befand und unmittelbar am Stadtrand lag.

Für das Jahr 1848 sind gemäß statistischem Handbuch des Königreichs Hannover, zu dem Ostfriesland zu dieser Zeit gehörte, insgesamt 166 Einwohner verzeichnet, die sich auf 25 Wohngebäude verteilten. Ein durchschnittlicher Haushalt bestand folglich aus 6-7 Personen.

Der einst dichte Wald wurde im Laufe der Jahre gerodet, zuletzt fanden 1960 größere Rodungsarbeiten statt. Erhalten geblieben sind nur wenige, vereinzelte Bäume.

Erwähnenswerte Gebäude

Der ehemalige Müllberg, heute ein Naherholungsgebiet bei Hoog Ses.

Erhaltene Gebäude

Im östlichen Teil der Schulstraße befindet sich die sogenannte Finettenburg, ein dreigliedriges ehemaliges Kaufmannshaus, welches mehrfach überbaut wurde, aber bis heute noch weitestgehend originalgetreu erhalten ist.

Daneben befindet sich die (ehemalige) Ekeler Schule, eine Schule mit einst vier Klassenräumen und Lehrerwohnungen, die 1898 als eine von mehreren Grundschulen von der Gemeinde Sandbauerschaft errichtet wurde.

An der Osterstraße befindet sich einer von zwei Standorten der Ubbo-Emmius-Klinik (früher: "Kreiskrankenhaus Norden") mit mehreren Nebengebäuden. Links und rechts daneben befinden sich weitere Einrichtungen der Gesundheitsversorgung: Das Alten- und Pflegeheim Johann-Christian-Reil-Haus im Osten und das MediCenter, ein medizinisches Versorungszentrum, im Westen.

Etwas weiter gen Stadtkern befindet sich das Schulzentrum Ekel, in der sich heute eine Oberschule befindet. Neben einer Sporthalle verfügt das Schulzentrum auch über ein Theater, das ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt ist.

Seit dem 27. März 2009 ist das neue Hilfeleistungszentrum mit Gebäuden für die Freiwillige Feuerwehr und das Technische Hilfswerk am neuen Standort an der äußeren Osterstraße in Betrieb.

Der Sitz der örtlichen Raiffeisenbank-Volksbank wurde in den 2010er Jahren in die neue Zentrale an die Osterstraße verlegt.

Am Ende der Juister Straße hat der Verein für naturgemäße Lebens- und Heilweise, welcher umgangssprachlich auch "Blomo" genannt wird, seinen Sitz.

Abgebrochene Gebäude

Bis zum Jahr 1900 befand sich eine hohe Bockwindmühle (eine der ehemals acht Mühlen Nordens) an der Großen Mühlenstraße.

Die bis Mitte des 20. Jahrhunderts für die Norder Wirtschaft sehr bedeutsame Eisenhütte befand sich bis zu ihrem Abbruch auf dem Grund der ehemaligen Gemeinde Sandbauerschaft an der Kleinen Osterstraße. Heute steht dort ein Supermarkt.

Die Eisenhütte wurde auf dem Grund der Osterburg (auch "Osterhus") genannt, errichtet. Beim Abriss der Eisenhütte wurde auch das bis dahin weitestgehend originalgetreu erhaltene Steinhaus mit abgerissen.

An der heutigen Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole, östlich der Eisenhütte, entstand der Bahnhof Norden-Stadt, welcher 1983 aufgrund von Fahrplanänderungen der Deutschen Bundesbahn geschlossen wurde.

Erwähnenswerte Plätze

Im Bereich Juister Straße / Uferstraße / Am Galgenberg befinden sich historische Folter- und Richtstätten: Der Galgenberg und der Hexenkolk.

Quellenverzeichnis

  • Aeils, Johann; Smidt, Jan; Stromann, Martin (2001): Steinerne Zeugen erzählen Geschichte. Auf Spurensuche nach architektonischen Schätzen der Norder Bauhistorie.
  • Beschreibung von Norden in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  • Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel.
  • Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten. Im Auftrage der Stadt Norden zur 700-Jahr-Feier.
  • Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  • Schreiber, Gretje (2011): Heim und Herd – Beilage Ostfriesischer Kurier. Norden, 8. Januar 2011
  • Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848

Siehe auch