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==Geschichte==
==Geschichte==
1848 erwarb die Firma [[Julius Meyer]] & Co. die [[Osterburg]] samt Grundstück und gründete hier, unmittelbar an der Grenze zur Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]] und in Nachbarschaft zur Firma [[Doornkaat]], die Eisenhütte. Der aus Westfalen kommende Meyer wählte Norden als Standort für das Werk aus, da Norden seinerzeit gute Schiffsanbindungen mit England unterhielt und dadurch die Bedingungen für den Zugang zu den erforderlichen Rohstoffen relativ günstig waren.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 111</ref>
1848 erwarb die Firma [[Julius Meyer]] & Co. die [[Osterburg]] samt Grundstück und gründete hier, unmittelbar an der Grenze zur Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]] und in Nachbarschaft zur Firma [[Doornkaat]], die Eisenhütte. Der aus Westfalen kommende Meyer wählte Norden als Standort für das Werk aus, da Norden seinerzeit gute Schiffsanbindungen mit England unterhielt und dadurch die Bedingungen für den Zugang zu den erforderlichen Rohstoffen relativ günstig waren.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 111</ref>


Meyer setzte die Gebrüder Ibrügger als Direktoren ein und gewann später den Gießerei-Ingenieur Direktor Kohlschütter als technischen Leiter hinzu.<ref name=":1" /> Der Betrieb war das erste Eisenhüttenwerk im damaligen Königreich Hannover, zu dem Ostfriesland seinerzeit gehörte. Im März 1850 erfolgte der erste Guss.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 111</ref>
Meyer setzte die Gebrüder Ibrügger als Direktoren ein und gewann später den Gießerei-Ingenieur Direktor Kohlschütter als technischen Leiter hinzu.<ref name=":1" /> Der Betrieb war das erste Eisenhüttenwerk im damaligen Königreich Hannover, zu dem Ostfriesland seinerzeit gehörte. Im März 1850 erfolgte der erste Guss.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 111</ref>


Schon bald wurde der Betrieb im Ofen- und Kachelofenbau eine der führenden Eisenwerke Deutschlands und verkaufte ihre Waren auch ins Ausland. Die Norder Eisenhütte war hierbei insbesondere für ihre qualitativ hochwertige und besonders detailreiche Arbeit bekannt. Noch heute werden alte Werke in Museen ausgestellt, da die Produkte der Norder Eisenhütte zu den "Exoten" unter den historischen Gusseisenöfen gehören.
Schon bald wurde der Betrieb im Ofen- und Kachelofenbau eine der führenden Eisenwerke Deutschlands und verkaufte ihre Waren auch ins Ausland. Die Norder Eisenhütte war hierbei insbesondere für ihre qualitativ hochwertige und besonders detailreiche Arbeit bekannt. Noch heute werden alte Werke in Museen ausgestellt, da die Produkte der Norder Eisenhütte zu den "Exoten" unter den historischen Gusseisenöfen gehören.
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Ab 1950 wurde in neue Maschinen investiert, um sich im nationalen und internationalen Preiskampf besser aufstellen zu können. Ermöglicht wurde dies durch die Währungsreform 1948.<ref name=":0" /> Auch wurden Eisengussauftragsarbeiten für andere Firmen neben dem Tagesgeschäft abgewickelt und sogar Fensterrahmen aus Gusseisen gefertigt. Viele Aufträge kamen auch auch von Schiffsbauern, Landmaschinenherstellern und der boomenden Bauindustrie. Die Eisenhütte hatte feste Vertretungen in Hannover, Hamburg und Kiel. Sogar im Herrscherpalast des Schah von Persien (heute Iran) in der Hauptstadt Teheran soll ein Kachelofen der Norder Eisenhütte gestanden haben.
Ab 1950 wurde in neue Maschinen investiert, um sich im nationalen und internationalen Preiskampf besser aufstellen zu können. Ermöglicht wurde dies durch die Währungsreform 1948.<ref name=":0" /> Auch wurden Eisengussauftragsarbeiten für andere Firmen neben dem Tagesgeschäft abgewickelt und sogar Fensterrahmen aus Gusseisen gefertigt. Viele Aufträge kamen auch auch von Schiffsbauern, Landmaschinenherstellern und der boomenden Bauindustrie. Die Eisenhütte hatte feste Vertretungen in Hannover, Hamburg und Kiel. Sogar im Herrscherpalast des Schah von Persien (heute Iran) in der Hauptstadt Teheran soll ein Kachelofen der Norder Eisenhütte gestanden haben.


1968 ging das Unternehmen nach längeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten endgültig in Konkurs und wurde schließlich 1969 abgerissen. Das Unternehmen, das zuletzt 30 Mitarbeiter hatte, hatte vor allem dadurch einen herben Schlag erlitten, dass Häuser nun vor allem mit Öl- und Gasheizungen betrieben wurden. Hinzu kam, dass Norden fernab der prosperierenden Ballungszentren lag.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 113</ref> Der letzte (Allein-)Inhaber der Eisenhütte war der Kaufmann W. Kutz. Beim Abbruch der Eisenhütte wurde die Osterburg mit abgerissen, da dem Denkmalschutz seinerzeit noch keine Bedeutung zugemessen wurde. Seit 1971 stehen auf dem alten Betriebsgelände ein Bürogebäude bzw. Mehrparteienhaus sowie ein Verbrauchermarkt. Der erste "Combi" öffnete hier seine Türen.
1968 ging das Unternehmen nach längeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten endgültig in Konkurs und wurde schließlich 1969 abgerissen. Das Unternehmen, das zuletzt 30 Mitarbeiter hatte, hatte vor allem dadurch einen herben Schlag erlitten, dass Häuser nun vor allem mit Öl- und Gasheizungen betrieben wurden. Hinzu kam, dass Norden fernab der prosperierenden Ballungszentren lag.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 113</ref> Der letzte (Allein-)Inhaber der Eisenhütte war der Kaufmann W. Kutz. Beim Abbruch der Eisenhütte wurde die Osterburg mit abgerissen, da dem Denkmalschutz seinerzeit noch keine Bedeutung zugemessen wurde. Seit 1971 stehen auf dem alten Betriebsgelände ein Bürogebäude bzw. Mehrparteienhaus sowie ein Verbrauchermarkt. Der erste "Combi" öffnete hier seine Türen.


==Gebäude==
==Gebäude==