Deutsches Haus: Unterschied zwischen den Versionen
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1903 erwarb [[Erich Beyer]] das Hotel von der Witwe des kurz zuvor verstorbenen Ploeger. Auch dieser hatte schon bald mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, denn der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] brachte den Fremdenverkehr praktisch gänzlich zum Erliegen. 1918 starb Beyer, ein Jahr später verkaufte seine Witwe das Haus [[Karl Däling]] und [[Harm Peters]], die das Gebäude zugleich elektrifizierten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127</ref> Die Stadt erhielt kurz vor Kriegsausbruch einen Anschluss an die Elektrizitätsversorgung. | 1903 erwarb [[Erich Beyer]] das Hotel von der Witwe des kurz zuvor verstorbenen Ploeger. Auch dieser hatte schon bald mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, denn der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] brachte den Fremdenverkehr praktisch gänzlich zum Erliegen. 1918 starb Beyer, ein Jahr später verkaufte seine Witwe das Haus [[Karl Däling]] und [[Harm Peters]], die das Gebäude zugleich elektrifizierten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127</ref> Die Stadt erhielt kurz vor Kriegsausbruch einen Anschluss an die Elektrizitätsversorgung. | ||
[[Datei:Neuer Weg Deutsches Haus ohne Datum.JPG|links|mini| | [[Datei:Neuer Weg Deutsches Haus ohne Datum.JPG|links|mini|268x268px|Das Deutsche Haus auf einer undatierten Aufnahme.]] | ||
Doch auch diesen neuen Eigentümern war das Glück wenig gesonnen, sodass sie das Gebäude an den [[Landkreis Norden]] veräußerten. Auch das [[Weinhaus]] ereilte dieses Schicksal. Während im Weinhaus das [[Finanzamt Norden|Finanzamt]] einzog, wurde in der ersten und zweiten Etage des ''Deutschen Hauses'' das ''Kreiswirtschaftsamt'' und eine Wohnung für einen Kreisbediensteten errichtet, die einliegende Gastwirtschaft und der Saal wurden von Peters in Pacht weiterbetrieben.<ref name=":1" /> | Doch auch diesen neuen Eigentümern war das Glück wenig gesonnen, sodass sie das Gebäude an den [[Landkreis Norden]] veräußerten. Auch das [[Weinhaus]] ereilte dieses Schicksal. Während im Weinhaus das [[Finanzamt Norden|Finanzamt]] einzog, wurde in der ersten und zweiten Etage des ''Deutschen Hauses'' das ''Kreiswirtschaftsamt'' und eine Wohnung für einen Kreisbediensteten errichtet, die einliegende Gastwirtschaft und der Saal wurden von Peters in Pacht weiterbetrieben.<ref name=":1" /> | ||
Schon 1920 kaufte der Schwiegersohn von Ploeger, der Hotelier Ebeling von Norderney, das Gebäude und führte er seiner früheren Bestimmung zurück. Kurz darauf erwarb [[Johannes Fleeth]] das Gebäude, dem es gelang, den Hotelbetrieb auch durch die schwierige Zeit der Rezession und der Inflation zu führen. Mit Hilfe der Freimaurerloge [[Zu den drei Sternen]] errichtete Fleeth im Obergeschoss den sogenannten ''Logensaal'', der später auch ''Fliegersaal'' genannt wurde. | Schon 1920 kaufte der Schwiegersohn von Ploeger, der Hotelier Ebeling von Norderney, das Gebäude und führte er seiner früheren Bestimmung zurück. Kurz darauf erwarb [[Johannes Fleeth]] das Gebäude, dem es gelang, den Hotelbetrieb auch durch die schwierige Zeit der Rezession und der Inflation zu führen. Mit Hilfe der Freimaurerloge [[Zu den drei Sternen]] errichtete Fleeth im Obergeschoss den sogenannten ''Logensaal'', der später auch ''Fliegersaal'' genannt wurde.<ref name=":1" /><ref name=":3">[http://www.westdoerp.eu/historie-der-norder-loge/ Geschichte der Norder Freimaurerloge], abgerufen am 17. Juni 2021</ref> Die Loge gewährte ihm ein zinsloses Darlehen von 1.000 Reichsmark und tagte hier ab dem 7. März 1926, ehe sie sich durch die nationalsozialistische Verfolgung auflösen musste.<ref name=":3" /> | ||
Den langen Flur vor dem Eingang des Hotels bis zum Saal gestaltete er als Wintergarten, was dem damaligen Zeitgeist und Geschmack entsprach.<ref name=":1" /> | |||
1934 kam das Hotel in den Besitz von [[Robert Meinberg|Robert]] und [[Johanna Meinberg]], die es grundlegend renovierten und modernisierten. Bis dahin gab es nicht einmal eine Wasserleitung, sodass sich die Gäste in Porzellanschüsseln mit herbeigeholtem Wasser waschen mussten.<ref name=":1" /> Das Ehepaar Meinberg erweiterte das Gebäude auch um Parkplätze im Bereich der [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]], wo sich bis dahin noch Stellplätze für die Pferde der Gäste bzw. Kutscher befanden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 128</ref> Durch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kam der Hotelbetrieb erneut weitestgehend zum Erliegen, während die Gastwirtschaft noch recht gut genutzt wurde. Noch kurz vor Kriegsende rief NSDAP-Kreisleiter [[Lenhard Everwien]] am 20. April 1945 eine flammende Rede im Hotelsaal und stimmte die Norder Bürger zum Durchhalten ein. Indes standen die Alliierten bereits vor Leer und trafen Anfang Mai auch in Norden ein.<ref>Forster, Hans (1988): Norden - Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz: Dokumente aus der Zeit der Gewaltherrschaft</ref> | 1934 kam das Hotel in den Besitz von [[Robert Meinberg|Robert]] und [[Johanna Meinberg]], die es grundlegend renovierten und modernisierten. Bis dahin gab es nicht einmal eine Wasserleitung, sodass sich die Gäste in Porzellanschüsseln mit herbeigeholtem Wasser waschen mussten.<ref name=":1" /> Das Ehepaar Meinberg erweiterte das Gebäude auch um Parkplätze im Bereich der [[Große Hinterlohne|Großen Hinterlohne]], wo sich bis dahin noch Stellplätze für die Pferde der Gäste bzw. Kutscher befanden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 128</ref> Durch den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] kam der Hotelbetrieb erneut weitestgehend zum Erliegen, während die Gastwirtschaft noch recht gut genutzt wurde. Noch kurz vor Kriegsende rief NSDAP-Kreisleiter [[Lenhard Everwien]] am 20. April 1945 eine flammende Rede im Hotelsaal und stimmte die Norder Bürger zum Durchhalten ein. Indes standen die Alliierten bereits vor Leer und trafen Anfang Mai auch in Norden ein.<ref>Forster, Hans (1988): Norden - Eine Kreisstadt unterm Hakenkreuz: Dokumente aus der Zeit der Gewaltherrschaft</ref> | ||