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Der '''Lentzhof''' (Eigenschreibweise: ''LentzhOf'') ist ein Gasthof in Norden im Winkel der [[Westerstraße]] und der nach dem Gasthof benannten [[Lentzlohne]]. Erbaut wurde das Gebäude um 1875 von [[Conrad Lentz]], der auch Namensgeber ist. Im Erdgeschoss befindet sich bis heute ein Restaurant mit (später angebautem) Festsaal. Im Obergeschoss befanden sich Gastwohnungen, die heute fest vermietet sind.
Der '''Lentzhof''' (Eigenschreibweise: ''LentzhOf'') ist ein Gasthof in Norden im Winkel der [[Westerstraße]] und der nach dem Gasthof benannten [[Lentzlohne]]. Erbaut wurde das Gebäude um 1875 von [[Albert Luitjens Lentz]] der auch Namensgeber ist. Im Erdgeschoss befindet sich bis heute ein Restaurant mit (später angebautem) Festsaal. Im Obergeschoss befanden sich Gastwohnungen, die heute fest vermietet sind.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Das Land stand seit ungefähr 1870 als ''Kirchenland'' im Eigentum der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Gemeinde]], die hier ursprünglich ihre [[Ludgeruskirche|Kirche]] errichten wollte.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 18</ref> Kurze Zeit später wurde hier von [[Conrad Lentz]] eine nach ihm benannte Gastwirtschaft eingerichtet. Insbesondere die Bauern der [[Westermarsch]] kehrten hier gerne nach getätigten Einkäufen in der [[Westerstraße]] ein, die damals auch als ''Einkaufsstraße der Bauern'' bezeichnet wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 199</ref>
Das Land stand seit ungefähr 1870 als ''Kirchenland'' im Eigentum der [[Ludgerusgemeinde Norden|katholischen Gemeinde]], die in diesem Bereich ursprünglich ihre [[Ludgeruskirche|Kirche]] errichten wollte.<ref>Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 18</ref> Drei Jahre später wurde hier von [[Albert Luitjens Lentz]] eine nach ihm benannte Gastwirtschaft eingerichtet. Insbesondere die Bauern der [[Westermarsch]] kehrten hier gerne nach getätigten Einkäufen in der [[Westerstraße]] ein, die damals auch als ''Einkaufsstraße der Bauern'' bezeichnet wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 199</ref><ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 204</ref> Schon zuvor soll es hier seit 1860 einen Gasthof gegeben haben, der aus einem Wohnhaus entstand. Noch bis 1872 befanden sich im rückwärtigen Gebäudeteil Stallungen und eine Hengststation.<ref name=":0" />


Seit 1879 beherbergte das Gasthaus die Suppenanstalt für Armen der Stadt, die bis etwa 1933 bestand. Buchdruckereibesitzer [[Diedrich Soltau]] ließ dort täglich bis zu 350 Portionen verteilen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 116</ref> Nachdem sich Conrad Lentz im Alter von 80 Jahren zur Ruhe gesetzt hatte, übernahm bis 1969 das Ehepaar Hoffmann den Betrieb. Erst danach ging das Haus wieder in den Familienbesitz über. Die Räume wurden renoviert und erweitert, die Gästezimmer überholt. 1972 bauten die Eigentümer den 140 Personen fassenden Saal an. 1986 wurde der Lentzhof versteigert und ging in das Eigentum des Emder Kaufmanns Frank Peter Nowak über.<ref>[https://veranstaltungen.meinestadt.de/norden/location-detail/27464 Beschreibung des Lentzhofs] auf MeineStadt.de</ref>
1873 kam das Gebäude schließlich in den Besitz von Lentz, der die günstige Lage an der Westerstraße für sich zu nutzen wusste. Neben der Nutzung als Gastwirtschaft verpachtete er Räumlichkeiten an Hausierer, die hier ihr Warenlager hatten und vom Lentzhof aus ihre Wagen in den Dörfern der Umgebung feilboten. Bis 1925 diente ein Nebenraum als Übergangsleichenhalle. Die in der Westermarsch Verstorbenen wurden zunächst hierher transportiert und dann im Lentzhof auf den städtischen Leichenwagen umgebettet. Von da an erfolgte dann die Verbringung auf den [[Neuer Friedhof|städtischen Friedhof]].<ref name=":0" />
 
1887 starb der Gründer Lentz, sodass die Gastwirtschaft vorerst von seiner Witwe weitergeführt wurde. 1896 übernahm sein Sohn [[Conrad Lentz]] den Gasthof. 1911 ließ er das baufällige Gebäude abreißen und neu errichten. Im Zuge der Elektrifizierung der Stadt ab 1914 erhielt Lentz als einer der ersten einen Zugang zur Stromversorgung.<ref name=":0" />
 
Seit 1879 beherbergte das Gasthaus die Suppenanstalt für Armen der Stadt, die hier bis etwa 1889 und seitdem an wechselnden Standorten bis mindestens 1933 bestand. Buchdruckereibesitzer [[Diedrich Soltau]] ließ dort täglich bis zu 400 Portionen verteilen.<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 116</ref>
 
Nachdem sich [[Conrad Lentz]] als Nachfolger seines Vaters im Alter von 80 Jahren zur Ruhe gesetzt hatte, übernahm bis 1969 das Ehepaar Hoffmann den Betrieb. Erst danach ging das Haus wieder in den Familienbesitz über, als der Enkel des Gründers [[Gerhard Lentz]] die Gastiwrtschaft übernahm. Die Räume wurden renoviert und erweitert, die Gästezimmer überholt. 1970 baute er den den 140 Personen fassenden Saal an.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 206</ref> 1987 wurde der Lentzhof versteigert und ging in das Eigentum des Emder Kaufmanns Frank Peter Nowak über.<ref name=":1" /><ref>[https://veranstaltungen.meinestadt.de/norden/location-detail/27464 Beschreibung des Lentzhofs] auf MeineStadt.de</ref> Lange Zeit bot die heute nur noch in Emden und Aurich tätige Tanzschule ''Astrid Löschen'' hier Tanzkurse an.<ref name=":1" /> Um 2004 befand sich hier eine Pizzeria namens ''Food for less'', später dann eine unter anderem Namen geführte Pizzeria, später ein Immobilienmakler und heute der aus Hage stammende Catererbetrieb ''Stefan Lelle''.
==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
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