Deutsches Haus: Unterschied zwischen den Versionen
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Erstmalig erwähnt wird der rechte Gebäudeteil bereits in der Zeit um 1814, als hier eine Geneverbrennerei eines [[Jan Behrends|Jan F. Behrends]] erwähnt wird, die jedoch wohl schon vor 1818 einging. 1826 wird [[Sielrichter]] Tammena als Eigentümer genannt, anschließend gehörte das Gebäude einem Holzhändler namens Bonn. Später befand sich hier eine Kaffeehandlung (''Busch'sches Kaffeehaus''), aus dem 1848 schließlich eine von [[Jacob Eimers|Jacob G. Eimers]] betriebene Gastwirtschaft wurde, wie das [[Norder Stadtblatt]] am 16. Dezember 1848 verkündete. Dieser benannte das Gebäude auch erstmals ''Deutsches Haus'', was wohl der aufkommenden Nationalstimmung einer gesamtdeutschen Nation des sonst kleinstaaterisch geprägten Deutschlands zugrunde liegt.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 125</ref> | Erstmalig erwähnt wird der rechte Gebäudeteil bereits in der Zeit um 1814, als hier eine Geneverbrennerei eines [[Jan Behrends|Jan F. Behrends]] erwähnt wird, die jedoch wohl schon vor 1818 einging. 1826 wird [[Sielrichter]] Tammena als Eigentümer genannt, anschließend gehörte das Gebäude einem Holzhändler namens Bonn. Später befand sich hier eine Kaffeehandlung (''Busch'sches Kaffeehaus''), aus dem 1848 schließlich eine von [[Jacob Eimers|Jacob G. Eimers]] betriebene Gastwirtschaft wurde, wie das [[Norder Stadtblatt]] am 16. Dezember 1848 verkündete. Dieser benannte das Gebäude auch erstmals ''Deutsches Haus'', was wohl der aufkommenden Nationalstimmung einer gesamtdeutschen Nation des sonst kleinstaaterisch geprägten Deutschlands zugrunde liegt.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 125</ref> | ||
Schon zwei Jahre später ging die Gastwirtschaft bereits wieder ein. Das Gebäude wurde zwangsversteigert und vom Zichorienfabrikanten [[Enno Oldewurtel]] sowie dem Weinhändler Rykena erworben, die das Gebäude bereits 1859 an den Schankwirt Bisping weiterveräußerten. Nach dessen Tod heiratete seine Witwe den Gastwirt H. L. Ploeger, unter dessen Leitung sich das ''Deutsche Haus'' zu einem der angesehensten Hotels der Stadt entwickelt. Der neue Eigentümer ließ eine zum Gebäude gehörende Scheune zu einem Saal mit Musikbühne umbauen, was für die damalige Zeit in Norden geradezu revolutionär war.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 126</ref> | Schon zwei Jahre später ging die Gastwirtschaft bereits wieder ein. Das Gebäude wurde zwangsversteigert und vom Zichorienfabrikanten [[Enno Oldewurtel]] sowie dem [[Jürko Christian Rykena|Weinhändler Rykena]] erworben, die das Gebäude bereits 1859 an den Schankwirt Bisping weiterveräußerten. Nach dessen Tod heiratete seine Witwe den Gastwirt H. L. Ploeger, unter dessen Leitung sich das ''Deutsche Haus'' zu einem der angesehensten Hotels der Stadt entwickelt. Der neue Eigentümer ließ eine zum Gebäude gehörende Scheune zu einem Saal mit Musikbühne umbauen, was für die damalige Zeit in Norden geradezu revolutionär war.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 126</ref> | ||
Nach der Reichsgründung 1871 setzte für die Norder Gastwirtschaften eine wirtschaftliche Blütezeit ein, da viele der für die ''Sommerfrische'' auf die ostfriesischen Inseln (besonders Norderney) reisenden, wohlhabenden Bürger tidebedingt in Norden einen Zwischenhalt oder sogar eine Übernachtung einlegen mussten. Auch die Zahl der Geschäftsreisenden nahm durch den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung zu. Einen deutlichen Abstieg der touristischen Übernachtungen gab es infolge der Erweiterung der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke]] in Richtung [[Mole Norddeich]] im Jahre 1892, die seit 1883 nur bis an die Stadtgrenze reichte.<ref name=":0" /> | Nach der Reichsgründung 1871 setzte für die Norder Gastwirtschaften eine wirtschaftliche Blütezeit ein, da viele der für die ''Sommerfrische'' auf die ostfriesischen Inseln (besonders Norderney) reisenden, wohlhabenden Bürger tidebedingt in Norden einen Zwischenhalt oder sogar eine Übernachtung einlegen mussten. Auch die Zahl der Geschäftsreisenden nahm durch den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung zu. Einen deutlichen Abstieg der touristischen Übernachtungen gab es infolge der Erweiterung der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke]] in Richtung [[Mole Norddeich]] im Jahre 1892, die seit 1883 nur bis an die Stadtgrenze reichte.<ref name=":0" /> | ||