Jan ten Doornkaat Koolman (1773): Unterschied zwischen den Versionen
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Jan Fiepkes ten Doornkaat Koolman entstammt einer Bauern- und Kornbrennerfamilie des Groningerlandes in den Niederlanden. Sein Vater, Fiepko Olferts Koolman war Hofbesitzer in Midwolda, später Geneverbrenner und Blaufärber in Pekela. Er heiratete 1771 in Noordbroek Annechien ten Doornkaat, Tochter eines vermögenden Kaufmanns und Buchweizenmüllers. Sowohl die Koolmans wie auch die ten Doornkaats gehörten zu den ältesten Mennonitenfamilien der Niederlande; eine Tradition, in der die Kinder und Enkel von Fiepko und Annechien sehr bewusst weiterleben sollten. Das Ehepaar bekam zwölf Kinder, von denen der zweitälteste Sohn Jan nach seinem Großvater mütterlicherseits benannt war und der, da die Familie ten Doornkaat mit dem Großvater im Mannesstamm ausstarb, den Doppelnamen ten Doornkaat Koolman führte. | Jan Fiepkes ten Doornkaat Koolman entstammt einer Bauern- und Kornbrennerfamilie des Groningerlandes in den Niederlanden. Sein Vater, Fiepko Olferts Koolman war Hofbesitzer in Midwolda, später Geneverbrenner und Blaufärber in Pekela. Er heiratete 1771 in Noordbroek Annechien ten Doornkaat, Tochter eines vermögenden Kaufmanns und Buchweizenmüllers. Sowohl die Koolmans wie auch die ten Doornkaats gehörten zu den ältesten Mennonitenfamilien der Niederlande; eine Tradition, in der die Kinder und Enkel von Fiepko und Annechien sehr bewusst weiterleben sollten. Das Ehepaar bekam zwölf Kinder, von denen der zweitälteste Sohn Jan nach seinem Großvater mütterlicherseits benannt war und der, da die Familie ten Doornkaat mit dem Großvater im Mannesstamm ausstarb, den Doppelnamen ten Doornkaat Koolman führte. | ||
Fiepko Olferts Koolman war politisch aktiv und engagierte sich bei den "Patrioten", einer aufklärerisch-demokratischen Bewegung gegen den Statthalter und die Adelsoligarchie der Oranier. Dafür saß er in den 1790er Jahren auch im Gefängnis. Sein Geschäft entwickelte sich – wohl auch im Rahmen eines allgemeinen wirtschaftlichen Niedergangs - schwierig; keiner seiner Söhne wollte es übernehmen. Jan, der das Handwerk des Kornbrennens bei seinem Vater gelernt hatte, verließ – ob aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen, ist nicht deutlich - 1805 seine niederländische Heimat, um sich in Ostfriesland als Geneverbrenner niederzulassen. In Norden fand er Aufnahme im Hause eines entfernten Verwandten, des vermögenden mennonitischen Kaufmanns [[Doede Lübberts Cremer]]. | Fiepko Olferts Koolman war politisch aktiv und engagierte sich bei den "Patrioten", einer aufklärerisch-demokratischen Bewegung gegen den Statthalter und die Adelsoligarchie der Oranier. Dafür saß er in den 1790er Jahren auch im Gefängnis. Sein Geschäft entwickelte sich – wohl auch im Rahmen eines allgemeinen wirtschaftlichen Niedergangs - schwierig; keiner seiner Söhne wollte es übernehmen. Jan, der das Handwerk des Kornbrennens bei seinem Vater gelernt hatte, verließ – ob aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen, ist nicht deutlich - 1805 seine niederländische Heimat, um sich in Ostfriesland als Geneverbrenner niederzulassen. In Norden fand er Aufnahme im Hause eines entfernten Verwandten, des vermögenden mennonitischen Kaufmanns [[Doede Lübberts Cremer]]. Am 3. Dezember 1807 erwarb er das [[Bürgerrecht|Norder Bürgerrecht]]. Am 10. April 1810 heiratete er die Tochter seines Gastgebers, [[Antje ten Doornkaat Koolman (1778)|Antje Doedes Cremer]]. | ||
Nachdem seine Frau bereits im selben Jahr, kurz nach Geburt der Tochter Antje, verstorben war, heiratete er am 1. Oktober 1812 [[Jeikelina ten Doornkaat Koolman|Jeikelina Jans Cool]], die Tochter eines reichen Kaufmanns aus Appingedam (Niederlande). Aus dieser zweiten Ehe stammen weitere sieben Kinder, von denen der [[Jan ten Doornkaat Koolman (1815)|nach dem Vater benannte Sohn]] der erstgeborene war. Mit Unterstützung Doede Cremers begründete Jan ten Doornkaat Koolman im Jahr 1806 die bekannte Brennerei, die sich bald nicht nur gegen die zahlreiche Konkurrenz am Ort, sondern auch weit darüber hinaus als bedeutendes Unternehmen durchsetzen sollte; und zwar so nachhaltig, dass der Name "Doornkaat" schließlich zum Synonym für Branntwein wurde. In Ostfriesland gab es insofern günstige Rahmenbedingungen, als hier zur allgemeinen Nachfrage nach gebrannten Wässern noch das spezifische Bedürfnis hinzukam, die Getreideprodukte des Landes abzusetzen. Beides verband sich mit der niederländischen Tradition der Geneverherstellung. Durch überlegenes Know-how, Unternehmungsgeist und kaufmännisches Geschick konnte Jan ten Doornkaat Koolman so seinen Betrieb schnell ausbauen und die Konkurrenz distanzieren. Gab es im Jahre 1813 noch 27 Geneverbrennereien in Norden, so waren es 1833 nur mehr acht, wovon jetzt die Doornkaatsche die bei weitem größte war. Sie brannte zu dieser Zeit jährlich 500 Tonnen Korn und hatte einen Jahresausstoß von 1800 Hektolitern. | Nachdem seine Frau bereits im selben Jahr, kurz nach Geburt der Tochter Antje, verstorben war, heiratete er am 1. Oktober 1812 [[Jeikelina ten Doornkaat Koolman|Jeikelina Jans Cool]], die Tochter eines reichen Kaufmanns aus Appingedam (Niederlande). Aus dieser zweiten Ehe stammen weitere sieben Kinder, von denen der [[Jan ten Doornkaat Koolman (1815)|nach dem Vater benannte Sohn]] der erstgeborene war. Mit Unterstützung Doede Cremers begründete Jan ten Doornkaat Koolman im Jahr 1806 die bekannte Brennerei, die sich bald nicht nur gegen die zahlreiche Konkurrenz am Ort, sondern auch weit darüber hinaus als bedeutendes Unternehmen durchsetzen sollte; und zwar so nachhaltig, dass der Name "Doornkaat" schließlich zum Synonym für Branntwein wurde. In Ostfriesland gab es insofern günstige Rahmenbedingungen, als hier zur allgemeinen Nachfrage nach gebrannten Wässern noch das spezifische Bedürfnis hinzukam, die Getreideprodukte des Landes abzusetzen. Beides verband sich mit der niederländischen Tradition der Geneverherstellung. Durch überlegenes Know-how, Unternehmungsgeist und kaufmännisches Geschick konnte Jan ten Doornkaat Koolman so seinen Betrieb schnell ausbauen und die Konkurrenz distanzieren. Gab es im Jahre 1813 noch 27 Geneverbrennereien in Norden, so waren es 1833 nur mehr acht, wovon jetzt die Doornkaatsche die bei weitem größte war. Sie brannte zu dieser Zeit jährlich 500 Tonnen Korn und hatte einen Jahresausstoß von 1800 Hektolitern. | ||