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Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangt das Gebäude in den Besitz des [[Reiner Christoph Voss]]. Nach dessen Tode erbte sein Sohn [[Johann Christoph Voss]] den Besitz und ließ das Haus samt Garten, Scheune und Packraum anno 1770 auf seinen Namen eintragen. Seine Witwe erweiterte den Besitz 1784, was von einem wirtschaftlichen Wohlergehen der Kaufmanns- und Weinhändlerfamilie zeugt. Ihr Sohn, der Weinhändler [[Lambert Voss]], richtete 1781 in dem damaligen Giebelhaus einen Gasthof ein. Badegäste auf der Weiterreise nach Norderney konnten von nun an im Vossenhus übernachteten.<ref name=":1" /> Lambert ließ auch die Sandsteintafel mit dem Fuchs (niederdeutsch: Voss) an dem Gebäude anbringen.<ref name=":0" /> 1816 wurde den Heimkehrern des Ostfriesischen Landwehrregiments hier nach dem Sieg über Napoleon bei der Schlacht von Waterloo von Bürgermeister [[Peter Conerus]] die sogenannte "Ligny-Fahne", benannt nach der Schlacht bei Ligny (Belgien) sowie einen symbolischen Lorbeerenkranz für ihren Sieg überreicht. Die Inschrift lautete: "Ligny-Waterloo. Den tapferen Söhnen des Vaterlandes zum herzlichen Willkommen".<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 58</ref>
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangt das Gebäude in den Besitz des [[Reiner Christoph Voss]]. Nach dessen Tode erbte sein Sohn [[Johann Christoph Voss]] den Besitz und ließ das Haus samt Garten, Scheune und Packraum anno 1770 auf seinen Namen eintragen. Seine Witwe erweiterte den Besitz 1784, was von einem wirtschaftlichen Wohlergehen der Kaufmanns- und Weinhändlerfamilie zeugt. Ihr Sohn, der Weinhändler [[Lambert Voss]], richtete 1781 in dem damaligen Giebelhaus einen Gasthof ein. Badegäste auf der Weiterreise nach Norderney konnten von nun an im Vossenhus übernachteten.<ref name=":1" /> Lambert ließ auch die Sandsteintafel mit dem Fuchs (niederdeutsch: Voss) an dem Gebäude anbringen.<ref name=":0" /> 1816 wurde den Heimkehrern des Ostfriesischen Landwehrregiments hier nach dem Sieg über Napoleon bei der Schlacht von Waterloo von Bürgermeister [[Peter Conerus]] die sogenannte "Ligny-Fahne", benannt nach der Schlacht bei Ligny (Belgien) sowie einen symbolischen Lorbeerenkranz für ihren Sieg überreicht. Die Inschrift lautete: "Ligny-Waterloo. Den tapferen Söhnen des Vaterlandes zum herzlichen Willkommen".<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 58</ref>


Am 24. April 1855 kommt im Gasthof der ''Ausschuß für den Eisenbahn-bau'' zusammen, der sich für den Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz einsetzte.<ref>[http://runne.net/rudolf.folkerts/bahnstrecke_norden.html Daten zur Eisenbahnverbindung nach Norden / Norddeich und Sande], abgerufen am 1. Juni 2021</ref> Hierzu kam es jedoch erst gut 30 Jahre später.
Am 24. April 1855 kommt im Gasthof der ''Ausschuß für den Eisenbahnbau'' zusammen, der sich für den Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz einsetzte.<ref>[http://runne.net/rudolf.folkerts/bahnstrecke_norden.html Daten zur Eisenbahnverbindung nach Norden / Norddeich und Sande], abgerufen am 1. Juni 2021</ref> Hierzu kam es jedoch erst gut 30 Jahre später.


Im Jahre 1870 verkaufte die Familie Voss das Anwesen an den Konditormeister [[Thomas Jodokus Heddinga]]. Er erweiterte sein Geschäft zunächst um eine kleinere Abteilung zur Bonbon-, Schokoladen- und Marzipanherstellung. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung wurde diese Abteilung bald erheblich ausgebaut. Unter Heddingas Sohn und dessen Onkel erreichte das Unternehmen seine Blütezeit. In der Saison, zu Weihnachten und zu Ostern, arbeiten hier rund 130 Männer, Frauen und Kinder. Die Erzeugnisse waren nicht nur in Norden, sondern auch in Ostfriesland und darüber hinaus bekannt. Das Unternehmen existierte bis 1934.<ref name=":1" />
Im Jahre 1870 verkaufte die Familie Voss das Anwesen an [[Carl Garbe]], der es 1875 wiederum an den Konditormeister [[Thomas Jodokus Heddinga]] weiterveräußert und stattdessen den [[Hotel Reichshof|Reichshof]] übernimmt.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 128</ref> Heddinga erweiterte sein Geschäft zunächst um eine kleinere Abteilung zur Bonbon-, Schokoladen- und Marzipanherstellung. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung wurde diese Abteilung bald erheblich ausgebaut. Unter Heddingas Sohn und dessen Onkel erreichte das Unternehmen seine Blütezeit. In der Saison, zu Weihnachten und zu Ostern, arbeiten hier rund 130 Männer, Frauen und Kinder. Die Erzeugnisse waren nicht nur in Norden, sondern auch in Ostfriesland und darüber hinaus bekannt. Das Unternehmen existierte bis 1934.<ref name=":1" />


Anschließend war das Gebäude bis 1972 Sitz der Landhandelsfirma Mennenga & Poppinga, heute bekannt als "Kiebitzmarkt" mit Sitz [[Am Norder Tief]] 25. Danach war das Gebäude derart heruntergekommen, dass im Jahre 1974 der Abriss drohte ([[Altstadtsanierung]]). Nur der Initiative engagierter Bürger ist es zu verdanken, dass das Haus gerettet werden konnte. Sie führten wichtige Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes durch. Die Stadt Norden ließ es schließlich von 1980 bis Dezember 1982 durch das Architekturbüro "von Oppeln" aus dem benachbarten Berum zur Stadtbibliothek umbauen, die dort seit 1983 ihren Sitz hat.<ref name=":0" />
Anschließend war das Gebäude bis 1972 Sitz der Landhandelsfirma Mennenga & Poppinga, heute bekannt als "Kiebitzmarkt" mit Sitz [[Am Norder Tief]] 25. Danach war das Gebäude derart heruntergekommen, dass im Jahre 1974 der Abriss drohte ([[Altstadtsanierung]]). Nur der Initiative engagierter Bürger ist es zu verdanken, dass das Haus gerettet werden konnte. Sie führten wichtige Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes durch. Die Stadt Norden ließ es schließlich von 1980 bis Dezember 1982 durch das Architekturbüro "von Oppeln" aus dem benachbarten Berum zur Stadtbibliothek umbauen, die dort seit 1983 ihren Sitz hat.<ref name=":0" />
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Die Fenster an der Süd- und Nordseite sind halbachsig. Sie verfügten einst im unteren Bereich über verschließbare Holzluken, während der obere Teil bleiverglast war. Eine ähnliche Konstruktion findet sich im benachbarten und in der gleichen Zeit erbauten [[Haus Vienna]]. An der Traufseite blieb eine Dachluke mit einer Winde erhalten, mittels der einst Lasten auf den Dachboden befördert wurden.<ref name=":0" />
Die Fenster an der Süd- und Nordseite sind halbachsig. Sie verfügten einst im unteren Bereich über verschließbare Holzluken, während der obere Teil bleiverglast war. Eine ähnliche Konstruktion findet sich im benachbarten und in der gleichen Zeit erbauten [[Haus Vienna]]. An der Traufseite blieb eine Dachluke mit einer Winde erhalten, mittels der einst Lasten auf den Dachboden befördert wurden.<ref name=":0" />
== Trivia ==
Der ehemalige Wirt der Gaststätte, [[Carl Garbe]],


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==