Soltau Kurier Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Diedrich Gerhard Soltau]] gründete die Druckerei | [[Diedrich Gerhard Soltau]] gründete die Druckerei zu Beginn des Jahres 1861. Die erforderliche Genehmigung zum Betrieb der Druckerei wurde ihm am 21. Januar 1861 erteilt. Die Gründung seiner Druckerei war eine mittelbare Folge der im Zuge der Deutschen Revolution 1848 erlangten Pressefreiheit.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 85</ref> | ||
Am 2. Juli 1867 wurde die erste Ausgabe des [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesischen Kuriers]] herausgebracht. Der erste Unternehmenssitz befand sich im sogenannten [[ | Am 2. Juli 1867 wurde die erste Ausgabe des [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesischen Kuriers]] (bis 1914: ''Ostfriesischer Courier'') herausgebracht. Der erste Unternehmenssitz befand sich im sogenannten [[Gräfliches Haus|Gräfliche Haus]] ([[Am Markt]] 6). Eine (Buch-)Druckerei gab es in Norden jedoch bereits in der Zeit um 1620.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 66</ref> Schon 1904 wurde der Betrieb modernisiert und die Dampfmaschine für den Antrieb der Schnellpresse durch einen Gasmotor ersetzt. Drei Jahre später wird die erste Setzmaschine ''Typograph'' aufgestellt. | ||
Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] werden erstmals Frauen in der Firma beschäftigt, um den kriegsbedingten ''Männermangel'' zu kompensieren.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 116</ref> Gegen Ende des Krieges kommt es 1918 zu einem Papiermangel. Die Firma bringt daher eine ''Notzeitung'' im halben Format für die Nummern zwei bis fünf heraus. Im Jahr 1922 teilen die Gründersöhne, [[Heinrich Soltau]] und [[Otto Soltau|Otto G. Soltau]], das Unternehmen in die Firmen [[Otto G. Soltau GmbH]] und ''Heinrich Soltau GmbH''. Während Heinrich weiterhin den Kurier herausbringt, kümmert sich Otto um die ''Norderneyer Badezeitung''. Letzterer bleibt als älterer der beiden Brüder am bisherigen Standort, Heinrich zieht mitsamt seinem neu gegründeten Unternehmen in das sogenannte [[Elefantenhaus]] ([[Am Markt]] 21; heute ''Markt-Apotheke''). Die aufkommende Inflation führt beide Unternehmen in eine schwere Krise, der Kurier erscheint mit nur noch 3.000 Exemplaren.<ref name=":0" /> | |||
1925 tritt der Enkel des Gründers, [[Diedrich Soltau]], als Schriftleiter in den Verlag ein. Im selben Jahr bekommt die hiesige Zeitungslandschaft mit dem ''Volksboten'' eine neue Konkurrenz. Die sozialdemokratisch geprägte Zeitung ging wegen ihrer Ausrichtung und der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wieder ein, obwohl sie mit 5.000 Exemplaren kurzzeitig sogar die Marktführerschaft errungen hatte.<ref name=":0" /> Auch der Kurier wird Opfer der NS-Ideologie und - wie alle Medien - gleichgeschaltet. | |||
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges darf der Kurier, wie die gesamte unter den Nationalsozialisten gleichgeschaltete deutsche Presse, nicht mehr erscheinen. Nur von den Besatzungsmächten gestattete Lizenzzeitungen sind (vorübergehend) erlaubt. | Nach Ende des Zweiten Weltkrieges darf der Kurier, wie die gesamte unter den Nationalsozialisten gleichgeschaltete deutsche Presse, nicht mehr erscheinen. Nur von den Besatzungsmächten gestattete ''Lizenzzeitungen'' sind (vorübergehend) erlaubt. | ||
[[Heinrich Soltau]] stirbt im August 1949. Nur kurz erlebt er die im Mai 1949 durch | [[Heinrich Soltau]] stirbt im August 1949. Nur kurz erlebt er die im Mai 1949 durch das Grundgesetz wiedererlangte Pressefreiheit, dank der der Kurier wieder in gewohnter Weise erscheinen kann. 1950 erwirbt der SKN mit den Verlagen in Emden, Aurich und Rhauderfehn von der Oldenburger ''Nordwest-Zeitung'' deren Lizenzausgabe für den Regierungsbezirk Aurich, die ''Ostfriesen-Zeitung'' mit Sitz in Leer. | ||
Diedrich Gerhard Soltau verstirbt 1953 nach längerer Krankheit. Seine Frau [[Irmgard Soltau]], geb. Lattmann, aus Goslar übernimmt die Verantwortung für den Verlag mit damals 64 Mitarbeitern. Nach dem Tod von Irmgard Soltau im Jahr 1973 übernehmen die älteste Tochter [[Ursula Basse-Soltau]] und der Verlagsleiter Heinrich Siever die Unternehmensführung. Siever verlässt den | Diedrich Gerhard Soltau verstirbt 1953 nach längerer Krankheit. Seine Frau [[Irmgard Soltau]], geb. Lattmann, aus Goslar übernimmt die Verantwortung für den Verlag mit damals 64 Mitarbeitern. Nach dem Tod von Irmgard Soltau im Jahr 1973 übernehmen die älteste Tochter [[Ursula Basse-Soltau]] und der Verlagsleiter [[Heinrich Siever]] die Unternehmensführung. Siever verlässt den ''Ostfriesischen Kurier'' 1976 und wird Geschäftsführer bei der ''Ostfriesen-Zeitung'' in Leer. | ||
Die Kündigung des Lohndrucks der | Die Kündigung des Lohndrucks der ''Emder Zeitung'' stürzt die Firma 1979 bis 1982 in eine Existenzkrise. Seitdem 1945 durch die Bombardierung Emdens die dortige Zeitungsdruckerei vernichtet worden war, hatte sich der Norder Verlag vollständig darauf ausgerichtet, Zeitungen herzustellen. Rund ein Drittel der 100 Norder Mitarbeiter war 1979 mit dem Emder Lohnauftrag beschäftigt. Im Juni 1981 wird die letzte ''Emder Zeitung'' in Norden gedruckt, wodurch der Betrieb erneut in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten droht.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118</ref> | ||
Am 1. November 1981 tritt [[Christian Basse]] als Mitglied der fünften Generation in die Geschäftsführung der Firma ein. Im Dezember 1981 verkauft der Verlag | Am 1. November 1981 tritt [[Christian Basse]] als Mitglied der fünften Generation in die Geschäftsführung der Firma ein. Im Dezember 1981 verkauft der Verlag das ''Elefantenhaus'' an [[Anton Götz]] und baut 1982 ein modernes Druck- und Verlagshaus im Industriegebiet Leegemoor im Süden der Stadt.<ref name=":1" /> Mit neuer Unternehmensausrichtung und mit zusätzlichen Maschinen wird hier neben der Zeitungsproduktion vor allem der mehrfarbige Illustrationsdruck in großem Umfang aufgenommen. Das überregionale Marketing findet jetzt von Norden aus, unter dem Logo Soltau-Kurier-Norden und der neuen Firmierung ''SKN Druck und Verlag GmbH & Co.'' (SKN), statt. | ||
1985 wird die | Obgleich die 1980er Jahre erneut von wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch Arbeiterstreiks und Tarifverträge geprägt ist, gelingt es dem Betrieb, sich trotz einiger Verlustjahre wieder zu konsolidieren und bringt 1984 mit der Herausgabe des [[Ostfriesland Magazin|Ostfriesland Magazins]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118</ref> 1985 wird die ''Ostfriesische Presse Druck GmbH'' (kurz: ODP) unter Beteiligung von SKN gegründet. Die Druckerei der ''Emder Zeitung'' wird von der OPD GmbH übernommen und ausgebaut. Der Chefrotationsdrucker des ''Ostfriesischen Kuriers'' und seine Kollegen übernehmen neue Arbeitsplätze in Emden und drucken unter anderem wieder die ''Emder Zeitung''. | ||
Am 5. Dezember 1991 wird von SKN und der Oldenburger Druckerei Hugo Prull die Industriedruck Norden GmbH & Co. (IDN) gegründet. 1992 nimmt in einer neuen Halle eine 16-Seiten-Rollenoffsetanlage vom Typ MAN Polyman die Produktion auf. Ein Jahr später erweitert die Firma ihren Druckvorstufenbereich um eine elektronische Bildverarbeitung (EBV) mit einem Linotype-Hell-Scanner. | Am 5. Dezember 1991 wird von SKN und der Oldenburger Druckerei ''Hugo Prull'' die ''Industriedruck Norden GmbH & Co.'' (IDN) gegründet. 1992 nimmt in einer neuen Halle eine 16-Seiten-Rollenoffsetanlage vom Typ MAN Polyman die Produktion auf. Ein Jahr später erweitert die Firma ihren Druckvorstufenbereich um eine elektronische Bildverarbeitung (EBV) mit einem Linotype-Hell-Scanner. 1997 wird beim Industriedruck Norden eine zweite 16-Seiten-Rollenoffsetmaschine vom Typ Heidelberg Harris M 600 aufgestellt. | ||
1997 wird beim Industriedruck Norden eine zweite 16-Seiten-Rollenoffsetmaschine vom Typ Heidelberg Harris M 600 aufgestellt. | |||
Zwischen 1999 und 2005 wird die Druckerei der Ostfriesischen Presse Druck GmbH in Emden erneut ausgebaut. Eine MAN-Uniset-S70-Rotation für 32 Seiten Zeitungsformat bzw. 2 x 32 Seiten DIN-A4-Format im Heat-Set und Cold-Set wird aufgestellt. Eine CTP-Vorstufe von Creo und eine Weiterverarbeitung von Ferrag vor und hinter der Druckmaschine vervollständigen das Investitionsvorhaben. Der technische Umbruch von bisher analoger Filmbelichtung zur digitalen Druckvorstufe ist einschneidend. Während noch 1999 über Film analog 60.000 Druckplatten belichtet werden, sinkt der Anteil der analogen Druckplattenbelichtung in 2001 auf nur noch 10 Prozent aller Druckplatten. Alle Mitarbeiter in den Montageabteilungen werden umgeschult, um jetzt die Seiten digital über den Computer zu umbrechen. Die Druckplatten werden nach vorgespeicherten Ausschießschemas automatisch bebildert. Die Arbeit im Stehen an groß dimensionierten A1-Montagetischen gehört der Vergangenheit an. Das bisher größtes Investitionsvorhaben in der Geschichte der Firma mit 25 Millionen DM wird am Standort Emden in zwei Jahren durchgeführt. | Zwischen 1999 und 2005 wird die Druckerei der Ostfriesischen Presse Druck GmbH in Emden erneut ausgebaut. Eine MAN-Uniset-S70-Rotation für 32 Seiten Zeitungsformat bzw. 2 x 32 Seiten DIN-A4-Format im Heat-Set und Cold-Set wird aufgestellt. Eine CTP-Vorstufe von Creo und eine Weiterverarbeitung von Ferrag vor und hinter der Druckmaschine vervollständigen das Investitionsvorhaben. Der technische Umbruch von bisher analoger Filmbelichtung zur digitalen Druckvorstufe ist einschneidend. Während noch 1999 über Film analog 60.000 Druckplatten belichtet werden, sinkt der Anteil der analogen Druckplattenbelichtung in 2001 auf nur noch 10 Prozent aller Druckplatten. Alle Mitarbeiter in den Montageabteilungen werden umgeschult, um jetzt die Seiten digital über den Computer zu umbrechen. Die Druckplatten werden nach vorgespeicherten Ausschießschemas automatisch bebildert. Die Arbeit im Stehen an groß dimensionierten A1-Montagetischen gehört der Vergangenheit an. Das bisher größtes Investitionsvorhaben in der Geschichte der Firma mit 25 Millionen DM wird am Standort Emden in zwei Jahren durchgeführt. | ||
Im Januar 2000 wird mit dem Rammen von 500 Gründungspfählen mit einer durchschnittlichen Länge von 22 Metern das Bauvorhaben begonnen. | Im Januar 2000 wird mit dem Rammen von 500 Gründungspfählen mit einer durchschnittlichen Länge von 22 Metern das Bauvorhaben begonnen. Am 28. Mai 2001 wird das erste Mal eine Ausgabe des ''Ostfriesischen Kuriers'' durchgängig in 4C-Euroskala gedruckt. Die neue Rotation ist aber in erster Linie für den Druck von Werbedrucksachen prädestiniert. Zeitungsbeilagen, Zeitschriften und Kataloge sind die Hauptproduktionen, die fortan bei der OPD hergestellt werden. | ||
Am 28. Mai 2001 wird das erste Mal eine Ausgabe des | |||
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2003 wird die Uniset-Reotation mit einem weiteren Trockner und zusätzlichen Meß- und Regeleinrichtungen versehen für einen Heat-Set-Druck von 64-Seiten in einem Druckvorgang. 2004 steigt [[Charlotte Basse]] in die Geschäftsführung ein. Im Jahr 2005 übernimmt SKN bei der Ostfriesischen Presse Druck GmbH in Emden Gesellschaftsanteile von der Fa. Dunkmann in Aurich. Die Firma ist nun alleiniger Gesellschafter der OPD. | 2003 wird die Uniset-Reotation mit einem weiteren Trockner und zusätzlichen Meß- und Regeleinrichtungen versehen für einen Heat-Set-Druck von 64-Seiten in einem Druckvorgang. 2004 steigt [[Charlotte Basse]] in die Geschäftsführung ein. Im Jahr 2005 übernimmt SKN bei der ''Ostfriesischen Presse Druck GmbH'' in Emden Gesellschaftsanteile von der Fa. Dunkmann in Aurich. Die Firma ist nun alleiniger Gesellschafter der OPD. | ||
2006 verlegte SKN erstmals ein Regionales Telefonbuch für den Altkreis Norden. Danach wird das Telefonbuchgeschäft ausgeweitet auf Ostfriesland, Oldenburg und das Emsland. | 2006 verlegte SKN erstmals ein Regionales Telefonbuch für den Altkreis Norden. Danach wird das Telefonbuchgeschäft ausgeweitet auf Ostfriesland, Oldenburg und das Emsland. | ||
Version vom 7. Juni 2021, 09:30 Uhr
Soltau Kurier Norden | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Gründung | 1861 |
| Auflösung | - |
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) |
| Hauptsitz | Stellmacherstraße 14
26506 Norden |
Der Soltau Kurier Norden ist eine Norder Druckerei und unter anderem Herausgeber des Ostfriesischen Kuriers. Die Firma hat ihren Sitz seit 1982 in der Stellmacherstraße im Gewerbegebiet Leegemoor.
Geschichte
Diedrich Gerhard Soltau gründete die Druckerei zu Beginn des Jahres 1861. Die erforderliche Genehmigung zum Betrieb der Druckerei wurde ihm am 21. Januar 1861 erteilt. Die Gründung seiner Druckerei war eine mittelbare Folge der im Zuge der Deutschen Revolution 1848 erlangten Pressefreiheit.[1]
Am 2. Juli 1867 wurde die erste Ausgabe des Ostfriesischen Kuriers (bis 1914: Ostfriesischer Courier) herausgebracht. Der erste Unternehmenssitz befand sich im sogenannten Gräfliche Haus (Am Markt 6). Eine (Buch-)Druckerei gab es in Norden jedoch bereits in der Zeit um 1620.[2] Schon 1904 wurde der Betrieb modernisiert und die Dampfmaschine für den Antrieb der Schnellpresse durch einen Gasmotor ersetzt. Drei Jahre später wird die erste Setzmaschine Typograph aufgestellt.
Während des Ersten Weltkriegs werden erstmals Frauen in der Firma beschäftigt, um den kriegsbedingten Männermangel zu kompensieren.[3] Gegen Ende des Krieges kommt es 1918 zu einem Papiermangel. Die Firma bringt daher eine Notzeitung im halben Format für die Nummern zwei bis fünf heraus. Im Jahr 1922 teilen die Gründersöhne, Heinrich Soltau und Otto G. Soltau, das Unternehmen in die Firmen Otto G. Soltau GmbH und Heinrich Soltau GmbH. Während Heinrich weiterhin den Kurier herausbringt, kümmert sich Otto um die Norderneyer Badezeitung. Letzterer bleibt als älterer der beiden Brüder am bisherigen Standort, Heinrich zieht mitsamt seinem neu gegründeten Unternehmen in das sogenannte Elefantenhaus (Am Markt 21; heute Markt-Apotheke). Die aufkommende Inflation führt beide Unternehmen in eine schwere Krise, der Kurier erscheint mit nur noch 3.000 Exemplaren.[3]
1925 tritt der Enkel des Gründers, Diedrich Soltau, als Schriftleiter in den Verlag ein. Im selben Jahr bekommt die hiesige Zeitungslandschaft mit dem Volksboten eine neue Konkurrenz. Die sozialdemokratisch geprägte Zeitung ging wegen ihrer Ausrichtung und der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wieder ein, obwohl sie mit 5.000 Exemplaren kurzzeitig sogar die Marktführerschaft errungen hatte.[3] Auch der Kurier wird Opfer der NS-Ideologie und - wie alle Medien - gleichgeschaltet.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges darf der Kurier, wie die gesamte unter den Nationalsozialisten gleichgeschaltete deutsche Presse, nicht mehr erscheinen. Nur von den Besatzungsmächten gestattete Lizenzzeitungen sind (vorübergehend) erlaubt.
Heinrich Soltau stirbt im August 1949. Nur kurz erlebt er die im Mai 1949 durch das Grundgesetz wiedererlangte Pressefreiheit, dank der der Kurier wieder in gewohnter Weise erscheinen kann. 1950 erwirbt der SKN mit den Verlagen in Emden, Aurich und Rhauderfehn von der Oldenburger Nordwest-Zeitung deren Lizenzausgabe für den Regierungsbezirk Aurich, die Ostfriesen-Zeitung mit Sitz in Leer.
Diedrich Gerhard Soltau verstirbt 1953 nach längerer Krankheit. Seine Frau Irmgard Soltau, geb. Lattmann, aus Goslar übernimmt die Verantwortung für den Verlag mit damals 64 Mitarbeitern. Nach dem Tod von Irmgard Soltau im Jahr 1973 übernehmen die älteste Tochter Ursula Basse-Soltau und der Verlagsleiter Heinrich Siever die Unternehmensführung. Siever verlässt den Ostfriesischen Kurier 1976 und wird Geschäftsführer bei der Ostfriesen-Zeitung in Leer.
Die Kündigung des Lohndrucks der Emder Zeitung stürzt die Firma 1979 bis 1982 in eine Existenzkrise. Seitdem 1945 durch die Bombardierung Emdens die dortige Zeitungsdruckerei vernichtet worden war, hatte sich der Norder Verlag vollständig darauf ausgerichtet, Zeitungen herzustellen. Rund ein Drittel der 100 Norder Mitarbeiter war 1979 mit dem Emder Lohnauftrag beschäftigt. Im Juni 1981 wird die letzte Emder Zeitung in Norden gedruckt, wodurch der Betrieb erneut in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten droht.[4]
Am 1. November 1981 tritt Christian Basse als Mitglied der fünften Generation in die Geschäftsführung der Firma ein. Im Dezember 1981 verkauft der Verlag das Elefantenhaus an Anton Götz und baut 1982 ein modernes Druck- und Verlagshaus im Industriegebiet Leegemoor im Süden der Stadt.[4] Mit neuer Unternehmensausrichtung und mit zusätzlichen Maschinen wird hier neben der Zeitungsproduktion vor allem der mehrfarbige Illustrationsdruck in großem Umfang aufgenommen. Das überregionale Marketing findet jetzt von Norden aus, unter dem Logo Soltau-Kurier-Norden und der neuen Firmierung SKN Druck und Verlag GmbH & Co. (SKN), statt.
Obgleich die 1980er Jahre erneut von wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch Arbeiterstreiks und Tarifverträge geprägt ist, gelingt es dem Betrieb, sich trotz einiger Verlustjahre wieder zu konsolidieren und bringt 1984 mit der Herausgabe des Ostfriesland Magazins.[5] 1985 wird die Ostfriesische Presse Druck GmbH (kurz: ODP) unter Beteiligung von SKN gegründet. Die Druckerei der Emder Zeitung wird von der OPD GmbH übernommen und ausgebaut. Der Chefrotationsdrucker des Ostfriesischen Kuriers und seine Kollegen übernehmen neue Arbeitsplätze in Emden und drucken unter anderem wieder die Emder Zeitung.
Am 5. Dezember 1991 wird von SKN und der Oldenburger Druckerei Hugo Prull die Industriedruck Norden GmbH & Co. (IDN) gegründet. 1992 nimmt in einer neuen Halle eine 16-Seiten-Rollenoffsetanlage vom Typ MAN Polyman die Produktion auf. Ein Jahr später erweitert die Firma ihren Druckvorstufenbereich um eine elektronische Bildverarbeitung (EBV) mit einem Linotype-Hell-Scanner. 1997 wird beim Industriedruck Norden eine zweite 16-Seiten-Rollenoffsetmaschine vom Typ Heidelberg Harris M 600 aufgestellt.
Zwischen 1999 und 2005 wird die Druckerei der Ostfriesischen Presse Druck GmbH in Emden erneut ausgebaut. Eine MAN-Uniset-S70-Rotation für 32 Seiten Zeitungsformat bzw. 2 x 32 Seiten DIN-A4-Format im Heat-Set und Cold-Set wird aufgestellt. Eine CTP-Vorstufe von Creo und eine Weiterverarbeitung von Ferrag vor und hinter der Druckmaschine vervollständigen das Investitionsvorhaben. Der technische Umbruch von bisher analoger Filmbelichtung zur digitalen Druckvorstufe ist einschneidend. Während noch 1999 über Film analog 60.000 Druckplatten belichtet werden, sinkt der Anteil der analogen Druckplattenbelichtung in 2001 auf nur noch 10 Prozent aller Druckplatten. Alle Mitarbeiter in den Montageabteilungen werden umgeschult, um jetzt die Seiten digital über den Computer zu umbrechen. Die Druckplatten werden nach vorgespeicherten Ausschießschemas automatisch bebildert. Die Arbeit im Stehen an groß dimensionierten A1-Montagetischen gehört der Vergangenheit an. Das bisher größtes Investitionsvorhaben in der Geschichte der Firma mit 25 Millionen DM wird am Standort Emden in zwei Jahren durchgeführt.
Im Januar 2000 wird mit dem Rammen von 500 Gründungspfählen mit einer durchschnittlichen Länge von 22 Metern das Bauvorhaben begonnen. Am 28. Mai 2001 wird das erste Mal eine Ausgabe des Ostfriesischen Kuriers durchgängig in 4C-Euroskala gedruckt. Die neue Rotation ist aber in erster Linie für den Druck von Werbedrucksachen prädestiniert. Zeitungsbeilagen, Zeitschriften und Kataloge sind die Hauptproduktionen, die fortan bei der OPD hergestellt werden.
2003 wird die Uniset-Reotation mit einem weiteren Trockner und zusätzlichen Meß- und Regeleinrichtungen versehen für einen Heat-Set-Druck von 64-Seiten in einem Druckvorgang. 2004 steigt Charlotte Basse in die Geschäftsführung ein. Im Jahr 2005 übernimmt SKN bei der Ostfriesischen Presse Druck GmbH in Emden Gesellschaftsanteile von der Fa. Dunkmann in Aurich. Die Firma ist nun alleiniger Gesellschafter der OPD.
2006 verlegte SKN erstmals ein Regionales Telefonbuch für den Altkreis Norden. Danach wird das Telefonbuchgeschäft ausgeweitet auf Ostfriesland, Oldenburg und das Emsland.
2007 kauft SKN bei der Industriedruck Norden GmbH & Co. KG die Gesellschafteranteile von Prull-Druck Oldenburg. SKN ist damit alleiniger Gesellschafter der Industriedruck Norden. Im Zuge eines Kartellentflechtungsverfahrens wird die Überkreuzbeteiligung zwischen der Nordwest Zeitung, Oldenburg, und dem Ostfriesischen Kurier, Norden, wieder aufgelöst. Im selben Jahr steigt Victoria Basse in die Geschäftsführung ein.
2008 bis 2009 wird am Standort Emden bei der Ostfriesischen Presse Druck eine Halle angebaut und eine neue MAN-Euroman-Rotation für 48 Seiten Din A4 im Heat-Set-Verfahren aufgestellt.
Einzelnachweise
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 85
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 66
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 116
- ↑ 4,0 4,1 Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118
Quellenverzeichnis
- Internetseite des Soltau Kurier Norden, abgerufen am 12. März 2021