Bürgerwehr: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Bürgerwehr bestand auch nach der Revolution fort, 1849 wurde ihr eine Musikapelle, das ''Janitscharen-Corps Silistria'' angegliedert. Der Exerzierplatz wurde am [[Selden Rüst|Hof Selden Rüst]], damals noch eine Gastwirtschaft, eingerichtet. Dort fand seit 1850 auch das ''Bürgerwehr-Scheibenschießen'' statt. Die Kapelle bestand bis zum 11. Juli 1855, zum 8. April 1857 wurde die Bürgerwehr dann auch gesetzlich aufgelöst.<ref name=":0" /> | Die Bürgerwehr bestand auch nach der Revolution fort, 1849 wurde ihr eine Musikapelle, das ''Janitscharen-Corps Silistria'' angegliedert. Der Exerzierplatz wurde am [[Selden Rüst|Hof Selden Rüst]], damals noch eine Gastwirtschaft, eingerichtet. Dort fand seit 1850 auch das ''Bürgerwehr-Scheibenschießen'' statt. Die Kapelle bestand bis zum 11. Juli 1855, zum 8. April 1857 wurde die Bürgerwehr dann auch gesetzlich aufgelöst.<ref name=":0" /> | ||
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== Abgrenzung zur Bürgerkompanie == | == Abgrenzung zur Bürgerkompanie == | ||
Version vom 31. Mai 2021, 16:20 Uhr
Norder Bürgerwehr | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Gründung | 16. Mai 1848 |
| Auflösung | 8. April 1857 |
| Rechtsform | keine |
| Hauptsitz | keiner |
Eine Bürgerwehr (auch: Bürgergarde) entstand in den Wirren des Revolutionsjahres 1848 (Märzrevolution). Sie bestand aus vier Kompanien freiwilliger Bürger.[1] Als Kommandant fungierte der hochangesehene Norder Tabakfabrikant Arend Wilhelm Steinbömer.[2] Die Bewaffnung wurde aus eigenen Mitteln der Mitglieder gestellt, denn schon seit dem 17. Jahrhundert waren die Norder Bürger aufgerufen, Waffen für den Verteidigungsfall vorzuhalten.[3] Ursächlich für die Gründung war einerseits der Wille der Bürger, ihre Stadt vor dem aufkommenden Chaos zu schützen, andererseits vor allem die Tatsache, dass die gesamte Gemeinde für durch Tumulte verursachte Schäden aufkommen musste, das den Nordern Bürgern natürlich zutiefst widerstrebte.[1]
Die Bürgerwehr wurde schnell ein wesentlicher Faktor für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Die Uniformierung, Bewaffnung und Ausbildung wurde hierbei durch ein eigenes Reglement festgelegt. Einen ersten, echten Einsatz hatte die Bürgerwehr nach Sichtung eines dänischen Kriegsschiffes am 8. Juni 1848, das Teil der dänischen Seeblockade anlässlich des Schleswig-Holsteinischen Krieges war, durch die die Dänen den gesamten Schiffsverkehr in Nord- und Ostsee lahmlegten. Angeblich war dieses vor Norderney vor Anker gegangen. Die Bürgerwehr war bereits im Begriff, nach Norderney zu verlegen, als die Nachricht eintraf, dass das Schiff wieder abgelegt hatte.[1]
Mehrere Norder Frauen stifteten der Bürgerwehr zum 11. Oktober 1848 eine selbstgestickte Bataillonsfahne, die an diesem Tage nach einer feierlichen Fahnenweihe auf dem Marktplatz überreicht wurde.[1]
Die Bürgerwehr bestand auch nach der Revolution fort, 1849 wurde ihr eine Musikapelle, das Janitscharen-Corps Silistria angegliedert. Der Exerzierplatz wurde am Hof Selden Rüst, damals noch eine Gastwirtschaft, eingerichtet. Dort fand seit 1850 auch das Bürgerwehr-Scheibenschießen statt. Die Kapelle bestand bis zum 11. Juli 1855, zum 8. April 1857 wurde die Bürgerwehr dann auch gesetzlich aufgelöst.[1]
Als Nachfolger der Bürgerwehr kann der Schützenbund Norden betrachtet werden.
Abgrenzung zur Bürgerkompanie
Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts hat es in Norden eine Bürgerkompanie gegeben. Diese dienten der Unterstützung der Stadtwache und hatten zeitweise die Nachtwache zu halten.[4] Die amtlich gegründete offizielle Bürgerkompanie ist jedoch keinesfalls mit der Bürgerwehr als Organ der Selbstjustiz zu vergleichen.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 85
- ↑ Stöver, Christof (1998): Über die Gründung der Norder Bürgerwehr am 16. Mai 1848, In: Ostfriesland Magazin, 5, S. 82f.
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 55
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 56