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Der '''Entwässerungsverband Norden''' (ehem. ''Sielacht'') ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts zuständig für die Entwässerung in ihrem Zuständigkeitsbereich, der sich im Wesentlichen auf das Stadtgebiet erstreckt. Die Entwässerung des tiefgelegenen [[Norderland|Norderlandes]] bzw. Ostfrieslands macht eine Bewohnbarkeit dieser Region erst möglich. Hierzu unterhält der Entwässerungsverband ein über Jahrhunderte entstandenes [[:Kategorie:Gewässer im Stadtgebiet|Netz aus Entwässerungsgräben]] und Sielen mit einer Gesamtlänge von gut 300 Kilometern. Die Finanzierung erfolgt weitestgehend aus Beiträgen der im Verbandsgebiet wohnenden Einwohner.
Der '''Entwässerungsverband Norden''' (ehem. ''Sielacht'') ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts zuständig für die Entwässerung in ihrem Zuständigkeitsbereich, der sich im Wesentlichen auf das Stadtgebiet erstreckt. Die Entwässerung des tiefgelegenen [[Norderland|Norderlandes]] bzw. Ostfrieslands macht eine Bewohnbarkeit dieser Region erst möglich. Hierzu unterhält der Entwässerungsverband ein über Jahrhunderte entstandenes [[:Kategorie:Gewässer im Stadtgebiet|Netz aus Entwässerungsgräben]] und Sielen mit einer Gesamtlänge von gut 300 Kilometern. Die Finanzierung erfolgt weitestgehend aus Beiträgen der im Verbandsgebiet wohnenden Einwohner.
Zuständig ist der Entwässerungsverband hierbei vor allem für die sogenannten "Gewässer 2. Ordnung", während die Gewässer 1. und 3. Ordnung vom Eigentümer unterhalten werden müssen. Gewässer 2. Ordnung sind in der Regel [[Schloot|Zugschloote]] und sonstige Gräben, die für die Entwässerung des Verbandsgebietes von hoher Bedeutung sind. Wichtige und große Gewässer wie das [[Norder Tief]] oder das [[Langhauser Tief]] zählen hierzu.


Maßgeblich an der Gründung des Entwässerungsverbandes beteiligt war [[Popke Fegter]], der auch erster [[Obersielrichter]] des Verbandes wurde und bis 1937 im Amt blieb.
Maßgeblich an der Gründung des Entwässerungsverbandes beteiligt war [[Popke Fegter]], der auch erster [[Obersielrichter]] des Verbandes wurde und bis 1937 im Amt blieb.
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Schon in den 1960er Jahren gab es erste Pläne zur vollständigen Eindeichung der Leybucht, wie üblich mit dem Bau eines neuen Siels am tiefen Watt. Dieser Plan war jedoch schon bald nicht mehr mit zunehmendem Umweltbewustsein zu vereinbaren. Weil die weiter fortschreitende natürliche Verlandung der Leybucht mit dem Norder und dem Greetsieler Außentief dazu führte, dass beide Sielstandorte kaum noch Sielmöglichkeiten hatten und fast ausschließlich pumpen mussten, galt es eine Alternative zu finden. Nach langem Hin und Her war die heutige Lösung das Ergebnis, womit gleich vier Probleme gelöst wurden:
Schon in den 1960er Jahren gab es erste Pläne zur vollständigen Eindeichung der Leybucht, wie üblich mit dem Bau eines neuen Siels am tiefen Watt. Dieser Plan war jedoch schon bald nicht mehr mit zunehmendem Umweltbewustsein zu vereinbaren. Weil die weiter fortschreitende natürliche Verlandung der Leybucht mit dem Norder und dem Greetsieler Außentief dazu führte, dass beide Sielstandorte kaum noch Sielmöglichkeiten hatten und fast ausschließlich pumpen mussten, galt es eine Alternative zu finden. Nach langem Hin und Her war die heutige Lösung das Ergebnis, womit gleich vier Probleme gelöst wurden:


- das neue [[Leysiel]] am tiefen Watt ermöglicht wieder ein freies Sielen,
* Das neue [[Leysiel]] am tiefen Watt ermöglicht wieder ein freies Sielen bzw. Entwässern,
- der neue Hauptdeich wurde in der nach der 1962er Sturmflut errechneten Höhe gebaut, sodass die Menschen mit ihrem Hab und Gut wieder sicher sind,
* durch den neuen Hauptdeich sind die Menschen mit ihrem Hab und Gut wieder sicher vor Sturmfluten,
- der Greetsieler Hafen kann fast unabhängig von der Tide von Fischkuttern und Freizeitkapitänen angelaufen werden,
* der Greetsieler Hafen kann fast unabhängig von der Tide von Fischkuttern und Freizeitkapitänen angelaufen werden,
- die heutige Leybucht blieb als Teil des niedersächsischen Nationalparks Wattenmeer mit ihrem einzigartigen Salzwiesen-Biotop erhalten.
* die (heutige) [[Leybucht]] blieb als Teil des Niedersächsischen Nationalparks Wattenmeer mit ihrem einzigartigen Salzwiesen-Biotop erhalten.


Dabei dient der Verbindungskanal zwischen Leybuchtsiel und Greetsiel ([[Störtebekerkanal]]) zusammen mit dem Speichersee [[Leysiel|Leyhörn]] als Puffer: Wenn die Sielmöglichkeiten am Leysiel nicht ausreichen, pumpen die Schöpfwerke Leybuchtsiel und Greetsiel in diesen Speicher, dessen Volumen für 48 Stunden bei voller Pumpleistung ausgelegt ist. Schon die wenigen Jahre haben gezeigt, dass es ohne Schöpfwerksbetrieb nicht geht. Regenreiche Jahre erfordern dann so manchen Pumptag, der alleine an Stromkosten gut 5.000,00 € verschlingt. Die gesamte technische und Außenanlage wird von einem Schöpfwerksmeister betreut, der – quasi nebenbei – auch für die Passage von Schiffen durch das Leybuchtsiel zuständig ist, die so den historischen Norder Hafen erreichen können.
Dabei dient der Verbindungskanal zwischen Leybuchtsiel und Greetsiel ([[Störtebekerkanal]]) zusammen mit dem Speichersee [[Leysiel|Leyhörn]] als Puffer: Wenn die Sielmöglichkeiten am Leysiel nicht ausreichen, pumpen die Schöpfwerke Leybuchtsiel und Greetsiel in diesen Speicher, dessen Volumen für 48 Stunden bei voller Pumpleistung ausgelegt ist. Schon die wenigen Jahre haben gezeigt, dass es ohne Schöpfwerksbetrieb nicht geht. Regenreiche Jahre erfordern dann so manchen Pumptag, der alleine an Stromkosten gut 5.000,00 € verschlingt. Die gesamte technische und Außenanlage wird von einem Schöpfwerksmeister betreut, der – quasi nebenbei – auch für die Passage von Schiffen durch das Leybuchtsiel zuständig ist, die so den historischen Norder Hafen erreichen können.
== Aufgaben ==
Zuständig ist der Entwässerungsverband hierbei vor allem für die sogenannten "Gewässer 2. Ordnung", während die Gewässer 1. und 3. Ordnung vom Eigentümer unterhalten werden müssen. Gewässer 2. Ordnung sind in der Regel [[Schloot|Zugschloote]] und sonstige Gräben, die für die Entwässerung des Verbandsgebietes von hoher Bedeutung sind. Wichtige und große Gewässer wie das [[Norder Tief]] oder das [[Langhauser Tief]] zählen hierzu.
In der Vergangenheit wurde dem Entwässerungsverband auch gemeinsam mit der Stadt Norden die Reinigung des [[Norder Hafen|Norder Hafenbeckens]] zuteil.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 76</ref>
== Einzelnachweise ==
<references />


==Quellenverzeichnis==
==Quellenverzeichnis==