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'''Dr. Hajo Laurenz Damm''' (* 28. Januar 1710 in Leer; † 24. Dezember 1790 in Norden) war von 1749 bis 1751 [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister der Stadt Norden]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden - Handel und Wandel, Norden</ref> 1752 wurde er [[Amtsverwalter]]. Nach ihm sind der [[Lorenzpolder]] und damit einhergehend auch der [[Lorenzweg]] sowie möglicherweise auch die [[Dammstraße]] benannt. Sein Name wird auch in anderen Schreibweisen genannt, so etwa "Hayo Laurenz Damm", "Hayo Lorenz Damm" und weitere.
'''Dr. Hajo Laurenz Damm''' (* 28. Januar 1710 in Leer; † 24. Dezember 1790 in Norden) war von 1749 bis 1751 [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister der Stadt Norden]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden - Handel und Wandel, Norden</ref> 1752 wurde er [[Amtsverwalter]]. Nach ihm sind der [[Lorenzpolder]] und damit einhergehend auch der [[Lorenzweg]] sowie möglicherweise auch die [[Dammstraße]] benannt. Sein Name wird auch in anderen Schreibweisen genannt, so etwa "Hayo Laurenz Damm", "Hayo Lorenz Damm" und weitere.
Sein Schwiegersohn [[Johann Hoppe]] wurde, wie er, ebenfalls zunächst Bürgermeister und dann Amtsverwalter.<ref name=":0" />


==Leben==
==Leben==
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1749 wurde Damm [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister der Stadt Norden]]. Ein Jahr später wurde er [[Amtsverwalter]]. Diesen Posten hatte er bis zu seinem Tode im Jahr 1790 inne. Die Eigenart der Norder Verfassungsstruktur, nämlich die unklare Abgrenzung der Befugnisse von Stadt und Amt, drückte sich auch in familiären Verbindungen zwischen den Stelleninhabern aus. So stellten einige einflussreiche Familie über Generationen hinweg die Amtsinhaber. Auch Damms Nachfolger war einer seiner Schwiegersöhne. Das [[Amt Norden]] war eines der kleineren im Lande; es wurde darum nur von einem Amtsverwalter geführt, der auch die Geschäfte des Rentmeisters (verantwortlich für die Finanzen) versah.
1749 wurde Damm [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister der Stadt Norden]]. Ein Jahr später wurde er [[Amtsverwalter]]. Diesen Posten hatte er bis zu seinem Tode im Jahr 1790 inne. Die Eigenart der Norder Verfassungsstruktur, nämlich die unklare Abgrenzung der Befugnisse von Stadt und Amt, drückte sich auch in familiären Verbindungen zwischen den Stelleninhabern aus. So stellten einige einflussreiche Familie über Generationen hinweg die Amtsinhaber. Auch Damms Nachfolger war einer seiner Schwiegersöhne. Das [[Amt Norden]] war eines der kleineren im Lande; es wurde darum nur von einem Amtsverwalter geführt, der auch die Geschäfte des Rentmeisters (verantwortlich für die Finanzen) versah.


In seiner Eigenschaft als Amtsverwalter wäre er im September 1761 beinahe von französischen Husaren, die im Rahmen des [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieges]] in Norden einfielen, exekutiert worden, nachdem er die geforderten 30.000 Dukaten nicht aufbringen konnte. Ein aufgebrachter und bewaffneter Mob von Norden Bürgern rettete ihn schließlich vor den feindlichen Soldaten, die eilig die Flucht ergriffen.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 76</ref>
In seiner Eigenschaft als Amtsverwalter wäre er im September 1761 beinahe von französischen Husaren, die im Rahmen des [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieges]] in Norden einfielen, exekutiert worden, nachdem er die geforderten 30.000 Dukaten nicht aufbringen konnte. Ein aufgebrachter und bewaffneter Mob von Norden Bürgern rettete ihn schließlich vor den feindlichen Soldaten, die eilig die Flucht ergriffen.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 76</ref>


Durch seine wirtschaftliche und politische Macht wurde Damm für ein halbes Jahrhundert eine überaus einflussreiche Persönlichkeit. Wie weitere Beamte des 18. Jahrhunderts war auch er nach seinem Amtsantritt weiterhin wirtschaftlich tätig und investierte eigenes Kapital in geschäftliche Unternehmungen. 1764 ließ er den nach ihm benannten Dammspolder an der Grenze zwischen der Herrlichkeit Dornum und dem Amt Esens eindeichen. Ferner war er in den folgenden Jahren als Mitinteressent beteiligt an der Eindeichung des [[Leysanderpolder|Leysanderpolders]] (1769), des Neßmerpolders (1772), des [[Schulenburgerpolder|Schulenburgerpolders]] (1774), des [[Buscherpolder|Buscherpolders]] (1774) und des ebenfalls nach ihm benannten [[Lorenzpolder|Lorenzpolders]] (1789).
Durch seine wirtschaftliche und politische Macht wurde Damm für ein halbes Jahrhundert eine überaus einflussreiche Persönlichkeit. Wie weitere Beamte des 18. Jahrhunderts war auch er nach seinem Amtsantritt weiterhin wirtschaftlich tätig und investierte eigenes Kapital in geschäftliche Unternehmungen. 1764 ließ er den nach ihm benannten Dammspolder an der Grenze zwischen der Herrlichkeit Dornum und dem Amt Esens eindeichen. Ferner war er in den folgenden Jahren als Mitinteressent beteiligt an der Eindeichung des [[Leysanderpolder|Leysanderpolders]] (1769), des Neßmerpolders (1772), des [[Schulenburgerpolder|Schulenburgerpolders]] (1774), des [[Buscherpolder|Buscherpolders]] (1774) und des ebenfalls nach ihm benannten [[Lorenzpolder|Lorenzpolders]] (1789).