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Die älteste erhaltene Rolle der Krämerzunft (Händler) stammt von 1651. In der Krämerzunft wurden auch (Ge-)Wandschneider (Tuchhändler) sowie Lakenhändler und Kräutner (Gewürzhändler) aufgenommen. In den Jahren 1664, 1690, 1710 und 1748 wurde die Zunftrolle vom Landesherren bestätigt.<ref name=":4" />
Die älteste erhaltene Rolle der Krämerzunft (Händler) stammt von 1651. In der Krämerzunft wurden auch (Ge-)Wandschneider (Tuchhändler) sowie Lakenhändler und Kräutner (Gewürzhändler) aufgenommen. In den Jahren 1664, 1690, 1710 und 1748 wurde die Zunftrolle vom Landesherren bestätigt.<ref name=":4" />


Am 21. November 1812 fand die letzte Zunftversammlung statt. Wie alle anderen auch (siehe Geschichte) wurde die Kräuterzunft aufgelöst, ihr Inventar am 26. November des Jahres in einer öffentlichen Auktion verkauft.<ref name=":4" />
Am 21. November 1812 fand die letzte Zunftversammlung statt. Wie alle anderen auch (siehe Geschichte) wurde die Kräuterzunft aufgelöst, ihr Inventar am 26. November des Jahres in einer öffentlichen Auktion verkauft.<ref name=":4" /> Am 15. August 1821 wurde die Zunft neu gegründet.<ref name=":5">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 64</ref>


== Ellenhändlerzunft ==
== Manufaktur- und Ellenhändlerzunft ==
Erst am 9. September 1820 organisierten sich die Manufakturer (Inhaber einer Manufaktur) und Ellenhändler in einer Zunft.<ref name=":5" /> Ellenhändler handelten mit allen unverarbeiteten Textilien, die mit der Elle (Arm) abgemessen wurden.
 
== Brauerzunft ==
Obgleich das Bierbrauen eine lange Tradition hat und Bier noch lange vor Tee und Kaffee, die hierzulande erst zu Beginn des 18. Jahrhundert aufkommen, als Volksgetränk galt und einen guten Ruf hatte, organisierten sich die Bierbrauer erst verhältnismäßig spät in einer Zunft. So wurde ihre Zunftrolle erstmalig am 27. Juli 1689 bestätigt. Ursächlich für den Zusammenschluss der Brauer war wohl die Preistreiberei mit dem zu importierenden Brauholz und Hopfen, dem man mit einer Zunft entgegenzuwirken versuchte.<ref name=":5" />
 
Im Jahr der Zunftgründung betrug die Zahl der örtlichen Bierbrauer 30, bereits im Folgejahrhundert sank diese Zahl jedoch zusehends. Der Tee begann das Bier als Volksgetränk abzulösen und die Nachfrage danach stieg immer weiter, während der Bierkonsum schwand. Die Geschichte der Brauerzunft scheint dabei nur von kurzer Dauer gewesen zu sein. Wurde ihre Zunftrolle noch 1699 bestätigt und 1710 erneuert, finden sich seit 1735 keine Nennungen dieser Zunft mehr.<ref name=":5" />
 
1761 gab es nur noch 17 Bierbrauer in Norden. Diese begannen nicht mehr nur für den Eigengebrauch (z.B. die eigene Gaststätte), sondern auch für den Handel zu produzieren, um ihren Absatz zu steigern und gingen in Kooperation mit anderen Gaststätten. 1804 gab es noch zwölf Brauerein; 1819 nur noch acht, die allesamt mit einer Gaststätte verbunden waren. 1864 existierten zwei Brauereien ([[Doornkaat]] in der [[Brauhausstraße]] und [[Brauerei Beck]] in der [[Heringstraße]]), die nur Bier produzierten, ohne eine eigene Gaststätte zu betreiben. Dazu kamen fünf Gaststätten, die Bier im Nebenerwerb produzierten. Als letzte Brauerei ging die Beck'sche im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] ein.<ref name=":5" />


== Trivia ==
== Trivia ==