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Spätestens 1593 hat es eine Weberzunft gegeben, wie aus einer Urkunde vom 17. Mai des Jahres hervorgeht. Die älteste, erhaltene Zunftrolle stammt vom 17. April 1616 und wurde von [[Enno III. Cirksena|Graf Enno III.]] ausgestellt. Die Legitimität der Zunftrollen wird 1652, 1661, 1691 und 1738 vom Landesherren bestätigt. In letztgenannter Rolle wird ersichtlich, dass sich zwischenzeitlich auch die Leinen-, Servietten- und Wollweber der Weberzunft angeschlossen haben.<ref name=":3" />
Spätestens 1593 hat es eine Weberzunft gegeben, wie aus einer Urkunde vom 17. Mai des Jahres hervorgeht. Die älteste, erhaltene Zunftrolle stammt vom 17. April 1616 und wurde von [[Enno III. Cirksena|Graf Enno III.]] ausgestellt. Die Legitimität der Zunftrollen wird 1652, 1661, 1691 und 1738 vom Landesherren bestätigt. In letztgenannter Rolle wird ersichtlich, dass sich zwischenzeitlich auch die Leinen-, Servietten- und Wollweber der Weberzunft angeschlossen haben.<ref name=":3" />


Durch die von Friedrich dem Großen erlassenen Lockerungen der Zunftvorschriften kam auch die Weberzunft in Bedrängnis. 1803 wurden die Weberzünfte aufgelöst, eine Neugründung für sechs Jahre verboten. Aber auch danach kam es nur zu erfolglosen Versuchen, sich wieder in einer Zunft zu organisieren. Zu sehr war die Weberei durch die aufkommende Industrialisierung in Not geraten. Betrug die Zahl der in Norden ansässigen Webermeister im Jahre 1803 noch 48, die über
Durch die von Friedrich dem Großen erlassenen Lockerungen der Zunftvorschriften kam auch die Weberzunft in Bedrängnis. 1803 wurden die Weberzünfte aufgelöst, eine Neugründung für sechs Jahre verboten. Aber auch danach kam es nur zu erfolglosen Versuchen, sich wieder in einer Zunft zu organisieren. Zu sehr war die Weberei durch die aufkommende Industrialisierung in Not geraten. Betrug die Zahl der in Norden ansässigen Webermeister im Jahre 1803 noch 48, die 116 Arbeiter beschäftigten. 1864 gab es nur noch 18 Webermeister und spätestens ab 1904 keinen mehr.<ref name=":3" />
 
== Schusterzunft ==
Mindestens seit dem 12. Mai 1606 waren die Schuster zünftig organisiert, wie aus einer alten Urkunde erkennbar ist. An diesem Tage bezahlen die Ältesten der Zunft getreu der Vorschrift ihrer Zunftrolle einen Betrag von 3 Goldgulden an das [[Armenhaus]]. Diese Zunftrolle wurde in den Jahren 1680, 1720 und 1738 durch den Landesherren bestätigt bzw. erneuert. Letztmalig ist eine solche Zunftrolle für den 8. August 1821 belegbar.<ref name=":4">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 63</ref>
 
== Sielfahrerzunft ==
Die Sielfahrer (auch: ''Slededriver'') waren seit dem 31. Januar 1610 zünftig organisiert. Sie hatten das Privileg des Warentransportes zwischen den [[Liste der Siele|Sielen]] und der Stadt inne, sofern die Waren vom Eigentümer nicht auf einem eigenen Fahrwerk transportiert werden konnten. Ihre Zahl war auf 12 beschränkt.<ref name=":4" /> Eine solche Beschränkung finden wir heute noch bei den Taxiunternehmen.
 
Tatsächlich hatten auch die Sielfahrer eine besondere Rolle beim Personentransport. Sie hatten seit 1611 mindestens sechs Mal jährlich eine Fahrt zwischen Norden nach Berum oder Marienhafe zu leisten. Ab dort übernahmen Emder Sielfahrer den Weitertransport. Diese Pflichtfahrten wurden erst 1746 durch Zahlung eines Geldbetrages abgelöst.<ref name=":4" />
 
Die Zunftrolle wurde in den Jahren 1670, 1690 und 1792 bestätigt. Der Posten des Sielfahrers konnte weitervererbt oder verkauft werden, zu Beginn des 19. Jahrhunderts werden zwischen 200 und 300 Reichstalern als Kaufpreis genannt. 1838 wurde das Sielfahrerwesen entschädigungslos aufgelöst und bald durch neue Regelungen vom [[Magistrat]] abgelöst, die das Transportwesen neu ordneten. An das alte Sielfahrerwesen erinnert noch heute der Flurname [[Fuhrleute-Heller]], jener [[Heller]] vom [[Norder Hafen]] bis zum [[Zuckerpolder]].<ref name=":4" />
 
== Schmiedezunft ==


== Trivia ==
== Trivia ==