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Mit der Auflösung des Klosters gingen weite Teile der Ausstattung verloren. [[Enno II. Cirksena|Graf Enno II.]] eignete sich einen Großteil der Besitztümer an. 1530 ließ er sich sämtliche Vasa sacra, also silberne und vergoldete Kelche, Patenen, Monstranzen, Abendmahlskannen und weitere wertvolle Gegenstände aus sämtlichen ostfriesischen Klöstern aushändigen und verkaufte diese anschließend. Erhalten blieb wohl nur das Chorgestühl des Klosters, es befindet sich heute an den beiden Seiten des [[Ludgerikirche#Hochchor|Hochchores]] der [[Ludgerikirche]]. Es entstand 1481. Nach der Reformation wurde es wohl in die Ludgerikirche verbracht, musste aber vor dem Einbau verkürzt werden. Die dabei übrig gebliebenen Sitze befinden sich im Chorumgang. Die östlichen Seitenwangen sind an der nördlichen Stuhlreihe mit der Kreuzigung Jesu verziert; an der südlichen Stuhlreihe ist die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria zu sehen. Die Handknäufe zwischen den Stuhlreihen zeigen pflanzliche Motive und einen Menschenkopf.<ref>Ruge, Reinhard (2000): Die Ludgerikirche zu Norden. Norden, S. 15f.</ref>
Mit der Auflösung des Klosters gingen weite Teile der Ausstattung verloren. [[Enno II. Cirksena|Graf Enno II.]] eignete sich einen Großteil der Besitztümer an. 1530 ließ er sich sämtliche Vasa sacra, also silberne und vergoldete Kelche, Patenen, Monstranzen, Abendmahlskannen und weitere wertvolle Gegenstände aus sämtlichen ostfriesischen Klöstern aushändigen und verkaufte diese anschließend. Erhalten blieb wohl nur das Chorgestühl des Klosters, es befindet sich heute an den beiden Seiten des [[Ludgerikirche#Hochchor|Hochchores]] der [[Ludgerikirche]]. Es entstand 1481. Nach der Reformation wurde es wohl in die Ludgerikirche verbracht, musste aber vor dem Einbau verkürzt werden. Die dabei übrig gebliebenen Sitze befinden sich im Chorumgang. Die östlichen Seitenwangen sind an der nördlichen Stuhlreihe mit der Kreuzigung Jesu verziert; an der südlichen Stuhlreihe ist die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria zu sehen. Die Handknäufe zwischen den Stuhlreihen zeigen pflanzliche Motive und einen Menschenkopf.<ref>Ruge, Reinhard (2000): Die Ludgerikirche zu Norden. Norden, S. 15f.</ref>


==Gebäude==
==Beschreibung==
Zum Kloster gehörten Wohnstätten, ein Torflagerhaus, ein Brauhaus, einen Schlafsaal, eine Schule, eine Küche, einen Speisesaal eine umfangreiche Bibliothek und Gebetsräume.
Zum Kloster gehörten Wohnstätten, ein Torflagerhaus, ein Brauhaus, einen Schlafsaal, eine Schule, eine Küche, einen Speisesaal eine umfangreiche Bibliothek und Gebetsräume. Insbesondere für die Fastenzeit wichtig war zudem ein eigener Fischteich, in dem Fische gezüchtet wurden.<ref name=":7" />


== Bedeutung für die Stadt ==
== Bedeutung für die Stadt ==
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Das Kloster war zudem einer der größten Grundeigentümer der Stadt und verfügte über umfangreiche Ländereien, die auch "Klosterland" oder "Kirchenland" genannt wurden. Dazu kamen vier Bauernhöfe (Vorwerke), die dem Kloster gehörten. Diese konzentrierten sich vor allem auf das Gebiet der [[Lintelermarsch]]. Vorwerke des Klosters waren zum Beispiel die Höfe in [[Osterloog]] und [[Westerloog]] sowie der [[Hof Armenplatz|Armenplaats]]. Durch diesen sehr umfangreichen Besitz, der sich vor allem auch aus Schenkungen zusammensetzte und dem Kloster sehr hohe Einnahmen (1530: mehr als 3.000 Gulden), grenzten sich die handwerklich und landwirtschaftlich tätigen Benediktiner deutlich von den [[Kloster Norden|Dominikanern]] ab. Die Dominikaner galten als reiner Prediger- und Bettlerorden, die sich ausschließlich aus Spenden finanzieren (sollten).<ref name=":3">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Norden, S. 9ff.</ref> Insgesamt umfassten die sich im (ehemaligen) Klosterbesitz befindlichen Ländereien noch im Jahre 1613 eine Fläche von mindestens 625 Hektar (1109,5 [[Diemat]]).<ref name=":5" /><ref name=":6" />
Das Kloster war zudem einer der größten Grundeigentümer der Stadt und verfügte über umfangreiche Ländereien, die auch "Klosterland" oder "Kirchenland" genannt wurden. Dazu kamen vier Bauernhöfe (Vorwerke), die dem Kloster gehörten. Diese konzentrierten sich vor allem auf das Gebiet der [[Lintelermarsch]]. Vorwerke des Klosters waren zum Beispiel die Höfe in [[Osterloog]] und [[Westerloog]] sowie der [[Hof Armenplatz|Armenplaats]]. Durch diesen sehr umfangreichen Besitz, der sich vor allem auch aus Schenkungen zusammensetzte und dem Kloster sehr hohe Einnahmen (1530: mehr als 3.000 Gulden), grenzten sich die handwerklich und landwirtschaftlich tätigen Benediktiner deutlich von den [[Kloster Norden|Dominikanern]] ab. Die Dominikaner galten als reiner Prediger- und Bettlerorden, die sich ausschließlich aus Spenden finanzieren (sollten).<ref name=":3">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Norden, S. 9ff.</ref> Insgesamt umfassten die sich im (ehemaligen) Klosterbesitz befindlichen Ländereien noch im Jahre 1613 eine Fläche von mindestens 625 Hektar (1109,5 [[Diemat]]).<ref name=":5" /><ref name=":6" />


Darüber hinaus scheint das Kloster einen regen, regionalen und überregionalen Handel betrieben zu haben. So erscheint das Kloster gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Eigentümer mehrerer Schiffe und Ladungen im Schiffsregister des [[Norder Hafen|Norder Hafens]].<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 33</ref>
Darüber hinaus scheint das Kloster einen regen, regionalen und überregionalen Handel betrieben zu haben. So erscheint das Kloster gegen Ende des 15. Jahrhunderts als Eigentümer mehrerer Schiffe und Ladungen im Schiffsregister des [[Norder Hafen|Norder Hafens]].<ref name=":7">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 33</ref>


== Nachnutzung ==
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