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Nach dem Tode der letzten Idzinga, [[Hima Idzinga|Hima]], die 1439 kinderlos im [[Kloster Marienthal]] verstarb, fiel die Burg an [[Edzard Cirksena]] und dann an seinen Bruder [[Ulrich Cirksena]].<ref>Schweckendick, W. (1843): Frisia - eine Zeitschrift zur Belehrung und Unterhaltung, Band 1, Emden, S. 42</ref> Die Cirksena hatten als Grafen Ostfriesland unmittelbaren Anspruch auf die Besitztümer der nun ausgestorbenen Idzinga. Später fiel die Burg an die [[Engena]] (daher der Name), die ihren Hauptsitz vermutlich in Engerhafe (Gemeinde Südbrookmerland) hatten. Die genauen Zusammenhänge lassen sich mangels Überlieferungen nicht näher nachvollziehen.
Nach dem Tode der letzten Idzinga, [[Hima Idzinga|Hima]], die 1439 kinderlos im [[Kloster Marienthal]] verstarb, fiel die Burg an [[Edzard Cirksena]] und dann an seinen Bruder [[Ulrich Cirksena]].<ref>Schweckendick, W. (1843): Frisia - eine Zeitschrift zur Belehrung und Unterhaltung, Band 1, Emden, S. 42</ref> Die Cirksena hatten als Grafen Ostfriesland unmittelbaren Anspruch auf die Besitztümer der nun ausgestorbenen Idzinga. Später fiel die Burg an die [[Engena]] (daher der Name), die ihren Hauptsitz vermutlich in Engerhafe (Gemeinde Südbrookmerland) hatten. Die genauen Zusammenhänge lassen sich mangels Überlieferungen nicht näher nachvollziehen.


Von [[Remet Engen]] vererbte sich der Engenahof auf die Familie des Bürgermeisters [[Hayo Rykena (1530)|Hayo Rykena]]. Dieser wiederum vermacht ihn seinem Neffen und Erben [[Erhard Lüppena]], der ebenfalls später Bürgermeister wird. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der "eigentliche" Engenahof abgerissen, der wohl bis an die [[Sielstraße]] reichte. Auf den Grundmauern errichtete Lüppena im Jahr 1617 das heutige Gebäude, wobei sich dieses nur auf dem heutigen Grund der Hausnummer 10 befand. Die Nummern 9 ([[Holzhandlung Frericks]]) und 11 wurden erst später errichtet.
Von [[Remet Engen]] vererbte sich der Engenahof auf die Familie des Bürgermeisters [[Hayo Rykena (1530)|Hayo Rykena]]. Dieser wiederum vermacht ihn seinem Neffen und Erben [[Erhard Lüppena]], der ebenfalls später Bürgermeister wird. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde der "eigentliche" Engenahof abgerissen, der wohl bis an die [[Sielstraße]] reichte. Auf den Grundmauern errichtete Lüppena im Jahr 1617 das heutige Gebäude, wobei sich dieses nur auf dem heutigen Grund der Hausnummer 10 befand. Die Nummern 9 ([[Holzhandlung Frericks]]) und 11 ([[Haus Monsieur]]) wurden erst später errichtet.


Nachdem das Gebäude viele Jahre als Wohnhaus genutzt wurde, baute man es vermutlich im 19. Jahrhundert zu einer Herberge um. Im 20. Jahrhundert befand sich im Gebäude das sogenannte "Vereinshaus", das verschiedene Norder Vereine als Ort für Veranstaltungen nutzten. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten befand sich hier bis 1945 die Parteizentrale der NSDAP. Im Oktober 1945 bezog die [[Polizei Norden]] das Gebäude, die bis dahin in der [[Drei Schwestern|Dritten Schwester]] ansässig war und das Gebäude bis heute nutzt.
1836 wird der obere Giebel durch den Kaufmann [[Reinhard Rahusen]] aufgemauert.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 103</ref> Nachdem das Gebäude viele Jahre als Wohnhaus genutzt wurde, baute man es im Laufe der nächsten Jahre zu einer Herberge um. Im 20. Jahrhundert befand sich im Gebäude das sogenannte "Vereinshaus", das verschiedene Norder Vereine als Ort für Veranstaltungen nutzten. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten befand sich hier bis 1945 die Parteizentrale der NSDAP. Im Oktober 1945 bezog die [[Polizei Norden]] das Gebäude, die bis dahin in der [[Drei Schwestern|Dritten Schwester]] ansässig war und das Gebäude bis heute nutzt.


1970 wurde das Gebäude bis auf den Keller und die Fassade gen [[Marktplatz]] abgebrochen und neu errichtet. Heute steht es unter Denkmalschutz. Die Holzhandlung wurde 1978/1979 ebenfalls abgebrochen.
1970 wurde das Gebäude bis auf den Keller und die Fassade gen [[Marktplatz]] abgebrochen und neu errichtet. Heute steht es unter Denkmalschutz. Die Holzhandlung wurde 1978/1979 ebenfalls abgebrochen.


==Beschreibung==
==Beschreibung==
Das Haus ist giebelständig zum Markt hin ausgerichtet, der traufständige Gebäudeteil an der rechten Seite des Hauses war ursprünglich ein eigenständiges Giebelhaus, das im 19. Jahrhundert seinen Giebel verlor und neu aufgemauert worden.<ref name=":0" /> Von diesem Gebäudeteil blieb lediglich die Fassade erhalten. Dahinter befindet sich seit 1970 ein Neubau.<ref>Kiesow, Gottfried (2010): Architekturführer Ostfriesland, Bonn S. 993</ref> Die Jahreszahl 1836 am oberen Giebel lässt auf die Aufmauerung in diesem Jahr schließen.
Das Haus ist giebelständig zum Markt hin ausgerichtet, der traufständige Gebäudeteil an der rechten Seite des Hauses war ursprünglich ein eigenständiges Giebelhaus, das im 19. Jahrhundert seinen Giebel verlor und neu aufgemauert worden.<ref name=":0" /> Von diesem Gebäudeteil blieb lediglich die Fassade erhalten. Dahinter befindet sich seit 1970 ein Neubau.<ref>Kiesow, Gottfried (2010): Architekturführer Ostfriesland, Bonn S. 993</ref> Die Jahreszahl 1836 am oberen Giebel datiert auf das Jahr der Aufmauerung des oberen Giebels.


Zwischen dem ersten und dem zweiten Obergeschoss des giebelständigen Gebäudeteils gibt es drei Kartuschen aus Sandstein, von denen die linke das Wappen der Erbauerfamilie Lüppena zeigt, während die rechte ein gespaltenes Schild ziert, das möglicherweise das Wappen der Familie [[Rykena]] zeigt. In der mittleren Kartusche ist das Baujahr 1617 zu sehen.<ref name=":0" />
Zwischen dem ersten und dem zweiten Obergeschoss des giebelständigen Gebäudeteils gibt es drei Kartuschen aus Sandstein, von denen die linke das Wappen der Erbauerfamilie Lüppena zeigt, während die rechte ein gespaltenes Schild ziert, das möglicherweise das Wappen der Familie [[Rykena]] zeigt. In der mittleren Kartusche ist das Baujahr 1617 zu sehen.<ref name=":0" />